Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Peterskapelle in Luzern hat ihre Krone wieder

Seit gut einem halben Jahr wird die Peterskapelle in Luzern innen und aussen umfassend renoviert. Jetzt wurde auf der Kirchturmspitze die goldene Turmkugel mit Kreuz wieder aufgesetzt – und mit einigen interessanten Dokumenten versehen.
Hugo Bischof
Oskar Näpflin (links) und Thomas Burkart von der Firma Muff Kirchturmtechnik AG aus Triengen beim Befestigen der Goldkugel auf der Kirchturmspitze der Peterskapelle. Bild: Hugo Bischof (Luzern, 29. Mai 2018)

Oskar Näpflin (links) und Thomas Burkart von der Firma Muff Kirchturmtechnik AG aus Triengen beim Befestigen der Goldkugel auf der Kirchturmspitze der Peterskapelle. Bild: Hugo Bischof (Luzern, 29. Mai 2018)

Die Peterskapelle, die älteste Kirche der Stadt Luzern, wird zurzeit umfassend renoviert. Die Kirche, die sich am Kapellplatz in der Luzerner Altstadt befindet, ist noch immer vollständig eingerüstet, und die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gang. Doch ein wichtiges Zwischenziel ist nun erreicht: Ganz oben auf der Spitze des Kirchturms wurde jetzt nämlich, weithin sichtbar, die goldene Turmkugel mit dem Kreuz wieder aufgesetzt, die so genannte Bekrönung.

Die Kugel und das Kreuz waren im Rahmen der Renovationsarbeiten von der Kirchturmspitze heruntergenommen worden. Schadhafte Stellen wurden anschliessend von der Muff Kirchturmtechnik AG Triengen repariert, so dass die Bekrönung der Peterskapelle jetzt in ihrer alten Frische wiederhergestellt ist.

180 Goldplatten aus Dreiviertel-Karat Gold

Die Kugel besteht aus Kupfer und ist mit einer feinen Goldschicht überzogen. Diese war teilweise abgeblättert und wurde jetzt erneuert. «Wir haben die Kugel mit insgesamt 180 feinen Goldplatten überzogen», sagte Oskar Näpflin, der zuständige Projektleiter der Firma Muff. «Jede Platte ist 8 mal 8 Zentimeter gross und besteht aus Dreiviertel-Karat Gold.» Eine weitere Kennzahl ist besonders eindrücklich: Jede einzelne Goldplatte wiegt nämlich lediglich 0,068 Gramm.

Oskar Näpflin (links) mit weiteren Mitarbeitern der Firma Muff Kirchturmtechnik AG Triengen beim Befestigen der Goldkugel auf der Kirchturmspitze. Bild :Hugo Bischof (Luzern, 29. Mai 2018)

Oskar Näpflin (links) mit weiteren Mitarbeitern der Firma Muff Kirchturmtechnik AG Triengen beim Befestigen der Goldkugel auf der Kirchturmspitze. Bild :Hugo Bischof (Luzern, 29. Mai 2018)

Die Kugel hat einen Durchmesser von 48 Zentimetern. «Sie ist damit im Vergleich zu anderen Kirchenkugeln von mittlerer Grösse», erklärt Näpflin. Er ist seit 47 Jahren für die Firma Muff tätig und war schon auf unzähligen Kirchturmspitzen. Es gibt nur eine Handvoll auf derartige Arbeiten spezialisierte Firmen in der Schweiz. Die Muff Kirchturmtechnik AG ist die grösste von ihnen. Sie beschäftigt 40 Mitarbeiter und feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.

Medaillons, Fünfliber, Zehnernoten

Bei der feierlichen Wiederaufsetzung der Kugel und des Kreuzes in schwindelerregender Höhe war auch Matthias Blumer als Vertreter der für die Gesamtrenovation zuständigen Durrer Architekten Luzern anwesend. Ebenfalls dabei war Stefan Meyer, Leiter Fachbereich Bau der katholischen Kirchgemeinde Luzern. Sie vollzogen zusammen mit Oskar Näpflin zunächst das für ein solches Ereignis übliche Ritual, nämlich das Einfügen einer Reihe von Baudokumenten und Gegenständen in die noch teils offene Kugel.

Einige davon waren bereits zuvor in der Goldkugel versteckt gewesen. Es handelt sich um Papiere und Medaillons aus der Entstehungszeit des Kirchturms und von früheren Renovationen. «Viele waren nicht mehr leserlich und teils stark verwittert», sagte Stefan Meyer. Spezialisten des Kantonsarchivs restaurierten sie. Einige Originale gingen ins Archiv der Kirchgemeinde. Von diesen wurden Kopien in die Kugel eingefügt. Eine grosse Sanierung der Peterskapelle fand 1914 statt. Von damals seien in der Kugel unter anderem ein goldener Fünfliber und ein paar Briefmarken entdeckt worden, erzählt Meyer.

Neu in die Krönungskugel der Peterskapelle eingefügt wurden jetzt Dokumente, die von den derzeit laufenden Renovationsarbeiten zeugen, etwa ein Bericht der Denkmalpflege sowie ein Bericht über die umfangreiche Altlastensanierung. Die Firma Muff hat eine Liste mit den Namen aller an den Arbeiten beteiligten Personen beigefügt - inklusive Jahrgang. Dazu kamen eine Zehnernote und wiederum ein Fünfliber. Die nächste grössere Sanierung der Peterskapelle dürfte in ungefähr 50 Jahren fällig sein, sagt der Architekt Matthias Blumer. Auch die Menschen dannzumal dürften beim Öffnen der Kirchspitz-Kugel wieder ein paar interessante Fundstücke entdecken.

Oskar Näpflin befestigt die Goldkugel mit Kreuz definitiv auf der Spitze des Kirchturms der Peterskapelle. Bild: Hugo Bischof (Luzern, 29. Mai 2018)

Oskar Näpflin befestigt die Goldkugel mit Kreuz definitiv auf der Spitze des Kirchturms der Peterskapelle. Bild: Hugo Bischof (Luzern, 29. Mai 2018)

Renovation wird im Dezember abgeschlossen

Seit Oktober 2017 sind die jetzigen Renovationsarbeiten an der Luzerner Peterskapelle in Gang. Die «Chappele» wird im Innern erneuert und umgestaltet, die Aussenhülle umfassend saniert. Neue mobile Holzbänke sollen die Kapelle vielfältiger nutzbar machen. Im Dezember dieses Jahres, zur Adventszeit, wird die Kirche wieder geöffnet. Sie soll künftig als Raum der Stille, für Liturgie, Begegnung, Kunst oder öffentliche Veranstaltungen diene. Die Peterskapelle ist die älteste Kirche auf dem Stadtgebiet von Luzern. Sie wurde 1178 erstmals schriftlich erwähnt.

Rund 4,5 Millionen Franken kostet die Sanierung der Peterskapelle. Die Kirchgemeinde der Stadt Luzern hat dafür einen entsprechenden Kredit bewilligt. An den Kosten wird sich die kantonale Denkmalpflege mit geschätzten 400'000 Franken beteiligen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.