DIE PROBEN: Zukunft des Theaters: Hoffen auf Lösungen

Ein nicht gerade einladender Name, viele ungeklärte Fragen und Millionengelder, die vielleicht mal fliessen: Noch ist Luzerns schöne neue Theaterwelt eine Baustelle.

Hugo Bischof
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Zukunft des Theaters: Hoffen auf Lösungen

Zukunft des Theaters: Hoffen auf Lösungen

Wie kann das Luzerner Theater erfolgreich in die Zukunft gehen? Diese Frage wird derzeit intensiv diskutiert. Zentral ist dabei das Projekt mit dem nicht gerade einladenden Namen Neue Theater-Infrastruktur (NTI), auch «Theater-Werk Luzern» genannt. Dabei handelt es sich um eine Vision zur Erneuerung des Luzerner Theaters. Dessen Schaffen soll dabei in einen grösseren Zusammenhang gestellt werden – unter Berücksichtigung der frei­en Szene und des Lucerne Festival. Vorangetrieben und geplant wird NTI vom Zweckverband Grosse Kultur­betriebe Luzern unter der Federführung des Kantons Luzern. Erstmals öffentlich präsentiert worden war das Projekt 2011.

Noch sind viele Fragen offen: Erhält das Luzerner Theater tatsächlich wie angedacht ein neues Gebäude? Falls ja, wo wird dieses stehen? Auf dem Inseli oder weiterhin auf dem Theaterplatz? Wie wird es aussehen? Wie gross wird sein Budget sein? Wie wird sein inhaltliches Konzept aussehen? Wird es als Dreispartenbetrieb (Oper, Schauspiel, Ballett) weitergeführt? Oder wird eine Sparte gestrichen? Werden künftig mehr Produktionen von auswärts eingekauft? Bis Ende 2015 soll ein Konzept für das Projekt NTI vorliegen – so die Planung.

Salle Modulable

Das Projekt NTI hat indirekt einen Zusammenhang mit der einst in Luzern geplanten Salle Modulable, deren Planung nach dem Rückzug der 120-Millionen-Franken-Donation 2010 abrupt gestoppt werden musste. Dass nach dem für die Stiftung Salle Modulable positiven Gerichtsausgang auf Bermuda nun doch ein substanzieller Teil der einst für den Bau eines flexiblen Musiktheatergebäudes zugesagten Millionen nach Luzern fliessen dürfte, gibt den Theater-Erneuerungsplänen spürbar Auftrieb.

Der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss, Vorsteher des kantonalen Kultur- und Bildungsdepartementes, hat zwar wiederholt erklärt, das neue Theater-Werk Luzern werde unabhängig vom Gerichtsausgang auf Bermuda vorangetrieben. Gleichzeitig betonen Wyss und der Zweckverband Grosse Kulturbetriebe aber stets, «allfällige Gelder aus dem Projekt Salle Modulable wären für die baulichen Massnahmen höchst willkommen». Wie viel Geld schliesslich aus Bermuda in den Bau der neuen Luzerner Theater-Infrastruktur fliessen wird, ist zurzeit noch offen.

Ein Beleuchtungsmeister kontrolliert eine Farbfolie im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
50 Bilder
Seit zehn Jahren leitet Dominique Mentha (58) das Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Bühnentechniker auf dem Schnürboden beim Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Schlosser in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Gemäss dieser Vorlage wird ein Bild gemalt. (Bild: Philipp Schmidli)
Zwei Theatermaler in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Zwei Theatermaler in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Bühnentechniker auf dem Schnürboden beim Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Damenschneiderinnen an der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Damenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Damenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Herrenschneiderinnen bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Herrenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Requisiteurin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Herrenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Beleuchter bei seiner Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Maskenbildnerinnen knüpfen Perücken (Bild: Philipp Schmidli)
Maskenbildnerinnen knüpfen Perücken (Bild: Philipp Schmidli)
Perücken in der Maske (Bild: Philipp Schmidli)
Durch diese Türe wird Material ins Luzerner Theater befördert. (Bild: Philipp Schmidli)
Bühnentechniker bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Theatermalerei in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Styropor-Köpfe in der Maske beim Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Zwei Schreiner in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Theatermalerin in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Theatermalerin in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Requisiteurin des Luzerner Theater im Requisitenfundus des im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Requisiteurin des Luzerner Theater im Requisitenfundus des im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Tanzprobe im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Fundusverwalterin Margot Gadient Rossel im Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Fundusverwalterin Margot Gadient Rossel im Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Fundusverwalterin Margot Gadient Rossel im Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Tanzprobe im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Theater-Direktor Dominique Mentha bei der Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)

Ein Beleuchtungsmeister kontrolliert eine Farbfolie im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)

Gelder zurzeit blockiert

Offen ist auch, ob die Hüter des Butterfield Trust Bermuda, wo die einst für die Salle Modulable vorgesehenen Millionen zurzeit blockiert sind, Rekurs gegen das erstinstanzliche Urteil einreichen werden. Die Rekursfrist ist erst vor wenigen Tagen zum zweiten Mal verlängert worden – bis zum 3. Oktober. Was die neuen Luzerner Theaterpläne für die unterschiedlichen Kultur-Player konkret bedeuten, darüber lässt sich zurzeit nur spekulieren.

Immerhin: Die Vorgaben, die der Zweckverband Grosse Kulturbetriebe beim Start in die neue Theaterwelt im Frühling 2013 äusserte, tönten viel versprechend. «Die Aufgaben und Ressourcen sollen unter allen, die in Luzern professionelles Theater produzieren, neu verteilt werden», lautete eine Losung. Das lässt vor allem auch die freie Theaterszene hoffen, die sich bisher im Schatten des etablierten Luzerner Theaters sah und wiederholt eine Neuverteilung des Luzerner Subventionskuchens forderte.