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Die «Rigi» soll nach Luzern: Kunstmuseum hofft auf spektakulären Neuzugang

Das Kunstmuseum Luzern will für mehrere Hunderttausend Franken ein Bild des englischen Malers William Turner erwerben, das die Rigi zeigt. Derweil verhängt die englische Regierung ein Exportverbot für ein anderes, noch viel wertvolleres Rigi-Gemälde.
Robert Knobel

Das Kunstmuseum Luzern zeigt zurzeit eine Aufsehen erregende Sonderausstellung (wir berichteten). Zu sehen sind diverse Werke des englischen Malers Joseph Mallord William Turner (1775-1851). Dieser hielt sich wiederholt in Luzern auf, wovon mehrere berühmte Aquarelle zeugen, welche meist den Vierwaldstättersee und die Rigi zeigen. Eines davon heisst «The Rigi, Lake Lucerne, Sunset» und ist als Leihgabe in der aktuellen Ausstellung ausgestellt.

The Rigi, Lake Lucerne, Sunset: Das Aquarell von J.M.W. Turner (1842/43) ist zurzeit im Kunstmuseum Luzern zu sehen. Links erkennt man die im Abbruch befindliche Hofbrücke. (Bild: Lowell Libson&Jonny Yarker Ltd)

The Rigi, Lake Lucerne, Sunset: Das Aquarell von J.M.W. Turner (1842/43) ist zurzeit im Kunstmuseum Luzern zu sehen. Links erkennt man die im Abbruch befindliche Hofbrücke. (Bild: Lowell Libson&Jonny Yarker Ltd)

Geht es nach den Plänen des Kunstmuseums, soll dieses Bild auch nach Abschluss der Ausstellung in Luzern bleiben. «Wir sind zurzeit mit dem Kunsthändler in Verhandlungen», sagt Laura Breitschmid, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Die Chancen dazu stehen gut, denn: «Dem englischen Besitzer ist es ein Anliegen, dass das Bild dauerhaft in Luzern bleibt», sagt Breitschmid.

Es kostet einen «hohen sechsstelligen Betrag»

Wieviel das Bild genau kosten wird, ist noch Teil der Verhandlungen. Gemäss Laura Breitschmid ist mit einem hohen sechsstelligen Betrag zu rechnen – was das jährliche Budget des Kunstmuseums für Ankäufe natürlich weit übersteigt. «Es würde sich um einen der teuersten Neuzugänge handeln, die das Kunstmuseum jemals verzeichnet hat», erklärt Breitschmid. Deshalb hofft man auf Privatsponsoren und Stiftungen. Sie sollen dafür sorgen, dass Turners Zeichnung von Rigi und Vierwaldstättersee künftig in Luzern zu bewundern sein wird. Für das Luzerner Kunstmuseum ist dies nicht zuletzt Ehrensache: So besitzt etwa das Kunsthaus Zürich bereits das Turner-Bild «Festtag in Zürich», und im Museum Allerheiligen in Schaffhausen ist Turners Rheinfall zu sehen. Klar, dass Luzern mit der Rigi und dem Vierwaldstättersee nicht zurück stehen will.

England warnt vor «schrecklichem Verlust»

Allerdings weckt Turner nicht nur in Luzern Begehrlichkeiten. Wie's der Zufall will, hat der englische Staat just vor wenigen Tagen ein vorübergehendes Exportverbot für Turners Gemälde «The Dark Rigi» (1842) verhängt. Das Bild ist Teil einer Trilogie, welche die Rigi in verschiedenen Stimmungen zeigt. Neben der «dunklen Rigi» gibt es noch die «rote» und die «blaue» Version des Bergs. Letztere ist im Besitz der Londoner Tate Gallery und ist in der aktuellen Ausstellung in Luzern ebenfalls zu sehen. Die «Red Rigi» hängt in einem Museum in Australien, während die «Dark Rigi» bisher in englischem Privatbesitz ist. Offenbar spielt die Besitzerschaft mit dem Gedanken, das Bild allenfalls ins Ausland zu verkaufen. Doch dies wäre ein «schrecklicher Verlust» für das Land, wie die englische Regierung in einer Mitteilung von Anfang August schreibt. Denn Turners Bedeutung für das englische Kulturerbe sei derart hoch, dass alles getan werden müsse, damit die Werke erstens im Land bleiben und zweitens öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies gelte ganz speziell für die Rigi-Trilogie, welche auf dem «Höhepunkt von Turners Schaffen» entstanden sei.

Mit dem Exportverbot für die «Dark Rigi», das vorerst bis Ende Jahr gilt, will sich die Regierung etwas Zeit verschaffen. Die Hoffnung ist, dass sich in den nächsten Monaten ein Käufer für das rund 10 Millionen Pfund teure Bild finden lässt, um das Meisterwerk «für England zu retten», wie es die Regierung formuliert. Englischer Patriotismus hin oder hier – die dunkle Rigi wäre wohl mindestens so legitimiert, in Luzern zu hängen. «Natürlich hätten wir dieses Bild auch gerne», meint Laura Breitschmid. Doch der Kaufpreis liege leider definitiv jenseits der finanziellen Möglichkeiten des Kunstmuseums.

The Blue Rigi, Sunrise (1842) ist das einzige Bild der Rigi-Trilogie, das zurzeit im Luzerner Kunstmuseum zu sehen ist. Es gehört der Tate Gallery in London. (Bild Tate)

The Blue Rigi, Sunrise (1842) ist das einzige Bild der Rigi-Trilogie, das zurzeit im Luzerner Kunstmuseum zu sehen ist. Es gehört der Tate Gallery in London. (Bild Tate)

Hinweis: Mehr Informationen zur aktuellen Turner-Ausstellung im Kunstmuseum Luzern.

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