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Die Ron soll mehr Platz erhalten

Zuerst die Reuss und nun die Ron: Der teils kanalisierte Bach im Luzerner Rontal soll für 22 Millionen saniert werden. Auch bei diesem Hochwasserschutzprojekt rechnet der Kanton mit Widerstand von Grundeigentümern.
Gabriela Jordan
Blick auf die kanalisierte Ron von der Perlenstrasse-Brücke aus. (Bild: Manuela Jans-Koch (Root, 12. Juli 2018)

Blick auf die kanalisierte Ron von der Perlenstrasse-Brücke aus. (Bild: Manuela Jans-Koch (Root, 12. Juli 2018)

Die Ron, die vom Rotsee in die Reuss fliesst, hat heute wenig Platz. Bei den grossen Hochwasserereignissen von 2005 und 2007 trat das Wasser bis weit über die Ufer des teilweise kanalisierten Bachs. Jetzt soll die Ron saniert und revitalisiert werden. Um die notwendige Abflusskapazität sicherzustellen, plant der Kanton Luzern, für rund 22 Millionen Franken unter anderem das Bachbett zu verbreitern. «Die Gefahrenkarte zeigt in Root eine mittlere bis erhebliche Gefährdung im Siedlungsgebiet durch die Ron», erklärt auf Anfrage Urs Zehnder, Leiter der Abteilung Naturgefahren. «Der zu erwartende Schaden im Falle eines Hochwassers wäre erheblich. Daraus ergibt sich ein grosser Handlungsbedarf.»

Eine ökologisch hohe Priorität hat die Gewässerstrecke oberhalb von Root. Durch den kanalartigen Verbau weist sie laut Zehnder insbesondere dort ein ökologisches Defizit auf. Auf einer Länge von insgesamt 4,9 Kilometern sind nun verschiedene Massnahmen geplant: Durchgängig soll der Wasserlauf grosszügig aufgeweitet werden. Wo möglich, wird das Bachbett von heute 3 bis 3,5 Meter auf ungefähr 7 Meter verbreitert. Die Böschungen werden gegenüber heute zudem flacher gestaltet. Von Böschung zu Böschung ergibt sich somit eine Breite von etwa 21 Metern. Eine Sicherung der Böschung wird durch diesen Ausbau überflüssig.

Bevölkerung erhält einen durchgängigen Fussweg

Im Siedlungsgebiet, wo das Gewässer aufgrund bestehender Gebäude nicht bis auf diese Breite vergrössert werden kann, werden steilere Böschungen errichtet. «In Root sind die Platzverhältnisse am stärksten eingeschränkt. Deshalb sind dort weiterhin Mauern notwendig», erklärt Zehnder. Wo noch nicht vorhanden, soll entlang des Wasserlaufs ausserdem ein Unterhaltsweg errichtet werden. Dieser wird keinen Hartbelag aufweisen und soll der Bevölkerung als Fussweg dienen.

«Es liegt in der Natur der Sache, dass sobald Eigentum betroffen ist, dies mit Emotionen verbunden ist.»

Wie beim Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Reuss», gegen das sich Bauern und Waldbesitzer aufgrund eines möglichen Landverlusts bereits wehren, geht der Kanton auch hier wieder von Widerstand aus. «Das Ron-Projekt beansprucht für den Ausbau auch Flächen von Grundeigentümern. Es liegt in der Natur der Sache, dass sobald Eigentum betroffen ist, dies mit Emotionen verbunden ist», so Zehnder. Zu diesem Zweck hat bereits ein Informationsanlass für die Betroffenen stattgefunden, bei dem die Auswirkungen thematisiert wurden. Mehrheitlich soll die Ron jedoch innerhalb des aktuellen Gewässerraums verbreitert werden. Wie Zehnder erklärt, müsse dieser seit der Revision des Gewässerschutzgesetzes von 2011 bis Ende dieses Jahres ohnehin festgelegt und raumplanerisch gesichert werden.

Der Bund wird sich an den Kosten beteiligen

Wie bei der Reuss wird auch hier der Bund einen Teil der geschätzten Projektkosten von 22 Millionen Franken übernehmen. «Der Bund beteiligt sich immer an Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekten, sofern sie seinen Anforderungen entsprechen», erklärt Zehnder. Die Kriterien dafür lauten unter anderem wie folgt: Beim Hochwasserschutz muss die Wirtschaftlichkeit des Projekts gegeben sein. Pro Franken, der investiert wird, muss mindestens ein Franken an zu erwartendem Schaden verhindert werden. Betreffend Revitalisierung muss der ökologische Mehrwert nachgewiesen werden.

Wie viel der Bund genau zahlen wird, ist noch offen. Im Bereich Hochwasserschutz sind Bundesbeiträge von maximal 55 Prozent erreichbar. Zusätzlich sind laut Zehnder weitere 20 Prozent für den zu revitalisierenden Gewässerabschnitt in Root möglich. Da es sich im Vergleich mit dem Reuss-Projekt um ein weitaus kleineres Projekt handelt, wird es auch etwas schneller vorwärts gehen. Der Zeitplan sieht vor, dass der Kredit im Kantonsrat im Sommer 2019 traktandiert wird. Der Baubeginn könnte Ende 2019 oder Anfang 2020 erfolgen. Beim Reuss-Projekt rechnet der Kanton mit einem Baustart im Jahr 2022.

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