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Kult-Baukasten Stokys: Die Rückkehr von «Luzerns» Spielzeug

Die Geschichte der Firma Stokys begann vor 77 Jahren in Luzern. Nach bewegten Jahren stand die Metallbaukastenfirma vor zwei Jahren an einem Scheideweg. Der damalige Neustart ist geglückt. Jetzt präsentierte man sich erstmals wieder in der alten Heimat.
Ismail Osman
Nach einem Neustart vor zwei Jahren präsentierte sich die Firma Stokys Systeme AG an der diesjährigen Luga. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)Nach einem Neustart vor zwei Jahren präsentierte sich die Firma Stokys Systeme AG an der diesjährigen Luga. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)
Inspiration für Stokys-Konstruktion finden sich überall. Hier etwa stand die Cabrio-Seilbahn des Stanserhorns Modell. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)Inspiration für Stokys-Konstruktion finden sich überall. Hier etwa stand die Cabrio-Seilbahn des Stanserhorns Modell. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)
Der Stokys-Stand an der Luga fand bei jungen Tüftlern Anklang. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)Der Stokys-Stand an der Luga fand bei jungen Tüftlern Anklang. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)
Auch Abstrakte Kunst scheint möglich. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)Auch Abstrakte Kunst scheint möglich. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)
Schlicht beeindruckend ist die Lokomotive inklusive Brücke. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)Schlicht beeindruckend ist die Lokomotive inklusive Brücke. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)
Auf der Online-Plattform der Firma sind die Baupläne diverser Konstruktionen zu finden. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)Auf der Online-Plattform der Firma sind die Baupläne diverser Konstruktionen zu finden. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 3. Mai 2019)
Die erste Produktionsstätte der Firma Stokys wurde Anfangs der 1940er-Jahre im Luzerner Maihofquartier errichtet. (Bild: Stokys Systeme AG)Die erste Produktionsstätte der Firma Stokys wurde Anfangs der 1940er-Jahre im Luzerner Maihofquartier errichtet. (Bild: Stokys Systeme AG)
Hinter der Firma standen die Gebrüder Stockmann. (Bild: Stokys Systeme AG)Hinter der Firma standen die Gebrüder Stockmann. (Bild: Stokys Systeme AG)
Eine Mitarbeiterin füllt die sogenannten Grundkästen auf. (Bild: Stokys Systeme AG)Eine Mitarbeiterin füllt die sogenannten Grundkästen auf. (Bild: Stokys Systeme AG)
Damals wie heute: Die Produktion wird in Handarbeit vollzogen. (Bild: Stokys Systeme AG)Damals wie heute: Die Produktion wird in Handarbeit vollzogen. (Bild: Stokys Systeme AG)
Das Logo der Firma Stokys ist noch heute auf dem Gebäude der ehemaligen Produktionsstätte im Luzerner Maihofquartier angebracht. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 3. Mai 2019)Das Logo der Firma Stokys ist noch heute auf dem Gebäude der ehemaligen Produktionsstätte im Luzerner Maihofquartier angebracht. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 3. Mai 2019)
Modellbuch für einer der ersten Stokys-Baukästen. (Bild: Stokys Systeme AG)Modellbuch für einer der ersten Stokys-Baukästen. (Bild: Stokys Systeme AG)
Sooo... ist das also. (Bild: Stokys Systeme AG)Sooo... ist das also. (Bild: Stokys Systeme AG)
Werbeposter zum 50-Jahre-Jubiläum. (Bild: Stokys Systeme AG)Werbeposter zum 50-Jahre-Jubiläum. (Bild: Stokys Systeme AG)
Der Inhalt der Baukästen hat sich bis heute nicht verändert. (Bild: Stokys Systeme AG)Der Inhalt der Baukästen hat sich bis heute nicht verändert. (Bild: Stokys Systeme AG)
«Bäumiges» Poster. (Bild: Stokys Systeme AG)«Bäumiges» Poster. (Bild: Stokys Systeme AG)
Drinnen was draufsteht. (Bild: Stokys Systeme AG)Drinnen was draufsteht. (Bild: Stokys Systeme AG)
«Ein solides Schweizer-Produkt». (Bild: Stokys Systeme AG)«Ein solides Schweizer-Produkt». (Bild: Stokys Systeme AG)
Ein undatiertes Werbeposter. (Bild: Stokys Systeme AG)Ein undatiertes Werbeposter. (Bild: Stokys Systeme AG)
Die Zahräder der Firma Stokys drehen seit 1942. (Bild: Stokys Systeme AG)Die Zahräder der Firma Stokys drehen seit 1942. (Bild: Stokys Systeme AG)
Eines der ersten Werbe-Bilder der Firma. (Bild: Stokys Systeme AG)Eines der ersten Werbe-Bilder der Firma. (Bild: Stokys Systeme AG)
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Stokys früher und heute: Die Geschichte eines Luzerner Kult-Spielzeugs

Da ist die rote Silhouette einer Armbrust. Eine, wie sie Wilhelm Tell schulterte. Und vorne ist schwarz auf weiss «Stokys» zu lesen. Das lang gediente Logo der Firma Stokys versprüht eine gehörige Dosis «Swissness» und kann durchaus als «ikonisch» beschrieben werden.

Es ist zwar schon eine beträchtliche Weile her, doch über Jahrzehnte galten die Metallbaukästen der Firma Stokys als das ultimative Schweizer Spielzeug – und waren eng mit der Stadt Luzern verbunden.

Krieg brachte den Importstopp

Es ist 1942 und rund um die Schweiz tobt der 2. Weltkrieg. Nebst allem anderem, wird auch die Beschaffung von Spielwaren immer schwieriger, da der Import praktisch zum Erliegen kommt. Hier kommen die Gebrüder Stockmann ins Spiel. Sie entwickeln einen Metallbaukasten im Stile der damals bereits äusserst beliebten Marken Meccano (England) und Märklin (Deutschland). Nach ersten Versuchen im Jahr zuvor erscheint nun ihr erster Baukasten auf dem Markt.

Produziert wird im Maihofquartier in der Stadt Luzern. An der Flanke des ehemaligen Firmengebäudes hängt auch heute noch das oben erwähnte Armbrust-Logo. Produziert werden die sogenannten Grundkästen 1 bis 4.

Nach über 40 Jahren auf dem Markt und unter Christbäumen, kam in den 1980er-Jahren der Umbruch. Nach zwei Besitzerwechseln wurde der Maschinenpark 1986 nach Littau verlegt. Dort kam es 2002 zu einem Brand, der einen grossen Teil des Lagers und einige Produktionseinrichtungen vernichtete, wie in der Chronik der Firma nachzulesen ist. Nach weiteren Firmenübernahmen wird die Produktion zunächst ins zugerische Walchwil und 2007 letztlich ins zürcherische Bauma verlagert.

Komplett neues Geschäftsmodell

Auf dem Spielzeugmarkt war man zu dieser Zeit längst zum Nischenprodukt geschrumpft. Nicht zuletzt auch wegen einer Flutwelle an farbigen Setzsteinen aus Dänemark namens Lego, die praktisch über den gesamten Globus rollte.

Als Firma entwickelte sich Stokys zur kleinen sozialen Einrichtung mit Praktikumsstellen für Jugendliche, um diesen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Es ist dieses soziale Engagement, welches Beat Schaufelbergers Interesse weckte. «Ich komme aus der IT-Branche, suchte aber eine neue Herausforderung.» Die sozialen Aspekte und die Werte der Firma – ethische Korrektheit bei Arbeitsbedingungen und der Materialbeschaffung – beeindruckten Schaufelberger. Gleichzeitig war er sich bewusst, dass es für ein Fortbestehen der Firma ein «fundamentales Umdenken in Bezug auf das Geschäftsmodell» nötig sein würde. «Das Produkt an sich ist und bleibt genial – den Gewinn aber einzig beim Verkauf der Baukästen zu suchen, war jedoch einfach nicht mehr zeitgemäss», sagt Schaufelberger, der die Firma in der Folge übernahm.

2017 wurde eine Crowdfunding-Kampagne lanciert. Ziel war es, eine Neuausrichtung der Firma finanzieren zu können. Mit Erfolg: Über 127 000 Franken (94 000 waren das Ziel) konnten gesichert werden.

Bleibt die Frage, wohin sich die Firma bewegen soll. Beat Schaufelberger sagt: «Stokys soll Nutzer dabei unterstützen, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Die Plattform auf unserer Website ist dabei das Herzstück der gesamten Operation.» Die Plattform ist der mitgliederbeitragspflichtige Teil der Firmenwebsite. Dort können Nutzer ihre selbstkreierten Konstruktionen – alles vom rotierenden Karussell, bis zum detailgetreuen Nachbau der Cabrio-Stanserhornbahn – hochladen. Inklusive Anleitung zum Nachbau, versteht sich. Viele der Modelle können auch als rotierende 3D-Visualisierung betrachtet werden. Und auch Anleitungen zum 3D-Druck von Einzelteilen werden zur Verfügung gestellt. Schafelberger sagt:

«Der offene Austausch unter den Nutzern ist jetzt der zentrale Teil der Firma. Wir leben in dieser Hinsicht ganz klar von der Kreativität unserer Nutzer.»

Bei ihrer temporären Heimkehr im Rahmen der Luga erhielt man nun einen Einblick in diese neue Stokys-Welt. Die Firma steht heute in vielerlei Hinsicht an einem ganz anderen Ort als dort, wo sie 1942 ihren Anfang nahm. Produziert werden die löchrigen Plättchen aber noch immer auf denselben Maschinen wie damals im Maihofquartier. Was sich ebenfalls nicht verändert hat: die Lust von Kindern – klein oder gross – am Kreieren. Genau darauf setzen die Stokys-Macher.

Mehr Informationen zur Firma finden Sie auf: www.stokys.ch

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