Die Sedel-Familie feiert ihr 30-Jähriges

Was geht im Kulturzentrum Sedel ab? 21 Bands stellten sich in der Stadt vor. Die Botschaft: Der Sedel soll weiterhin revolutionär bleiben.

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Hellvis beim Open Air auf dem Jesuitenplatz. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Hellvis beim Open Air auf dem Jesuitenplatz. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Es war das Familientreffen der alternativen Kulturszene Luzerns: Jeder kannte irgendwie jeden. Auf dem Luzerner Jesuitenplatz tummelten sich am Samstag Hunderte, um gemeinsam das 30-jährige Bestehen des Musikzentrums Sedels zu feiern: 21 Sedel-Bands heizten vom Nachmittag bis in den Abend ein, darunter auch Vera Kaa und Marygold. Punks, Rocker, Hip-Hopper, Indiegirls, Dreadlocks-Träger, Otto-Normalos, Väter, Mütter, sie alle waren da - die Musik dröhnte laut durch die Stadt, Luzern lebte.

Die Feier war die Finissage der Ausstellung in der Kornschütte, welche die 30-jährige Geschichte des Kulturzentrums dokumentierte. Boris Rossi, Barchef des Musik- und Kulturzentrums, ist zufrieden: «Der Sedel hat gezeigt, dass er auch nach 30 Jahren noch so viel Energie hat wie zu Beginn.»

Diese Energie hätte Rossi am liebsten durch die Altstadt fegen lassen. Doch die Stadt erlaubte den Veranstaltern nicht, dort zu feiern. «Alternative Kultur wird an den Rand gedrängt - einmal mehr», sagt Rossi. Für die Zukunft wünsche er sich, dass vermehrt alternative Projekte unterstützt würden und die alternative Kultur mehr Freiräume bekomme. Damit der Sedel auch in 30 Jahren das sei, was er schon immer war: «Revolutionär und gegen jegliche Konventionen.»


Andreas Bättig