Die Setschis ergreifen in Willisau das Zepter

Die Willisauer Fasnacht ist eröffnet: Am Umzug vom Samstagabend durchs Städtli tummelten sich so einige gespenstische Gestalten.

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Bunter Umzug im Regen: Zunftmeister Paul Setschi und seine Frau Marie-Theres. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Bunter Umzug im Regen: Zunftmeister Paul Setschi und seine Frau Marie-Theres. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Schneeflocken tanzen lustig am Himmel, ein kalter Wind zieht durchs Städtli. Warm eingepackte Zuschauer haben sich entlang der Strasse aufgestellt und wärmen sich an weissen Pappbechern. Es duftet süsslich nach Kafi Schnaps.

Sieben tiefe dumpfe Glockenschläge erklingen, und dann erfolgt ein lauter Knall. Ein lebensgrosser Froschkönig schlüpft durchs Stadttor, hebt seinen Tambourmajorstab und trillert mit seiner Pfeife. Daraufhin tröten rund 35 Schlössliruugger-Frösche und pauken los an der Spitze eines bunten Umzuges. Bekannte Melodien sämtlicher fünf Willisauer Guuggenmusigen hallen an den Hausfassaden wider.

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
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Paul Setschi, neuer Zunftmeister der Karnöffelzunft Willisau, zusammen mit seiner Frau Marie-Theres. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
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Bild: Leserbilder Rita Räber/Robert Habijan

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Auch die traditionellen Willisauer Fasnachtsgestalten tummeln sich im Städtli. Enzilochmannen fegen mit ganzen Tannen über die Strasse, geplagte Moorgeister erschrecken mit entstellten Gesichtern kleine Kinder, Willisauer Wöschwyber schwingen beeindruckend grosse Büstenhalter und andere Unterwäsche über ihren Köpfen, und auch das «gfürchige» Stadttier schlurft an der Leine mit dem Nachtwächter durch die Häusergasse.

Aus voller Kehle

«Die Fasnacht 2012 kann nur s Zähni werden», weiss der frischgebackene Zunftmeister Paul Setschi (48). Der Verkaufsleiter der UAC Alu Menziken ist nun «Willisaus oberster Regent» – zumindest während der Fasnachtszeit. Aus voller Kehle wünscht der neue Zunftmeister der Karnöffelzunft dem versammelten Volk von der Kirchtreppe herunter eine «rüüdig schöni Fasnacht» und eröffnet somit offiziell die Willisauer Fasnacht 2012. Raketen steigen in den Himmel und Böller knallen.

Für die diesjährige Narrenzeit wünscht sich Setschi vor allem eines: «Viel Spass, Kameradschaft und gegenseitiges Verständnis.» Ganz nach dem diesjährigen Motto «Multikulti».

Ganz im Sinn des Meisters

Der Fasnachtsstart zumindest verläuft ganz in Setschis Sinn. Die Stimmung ist friedlich und ausgelassen. Jung und Alt erfreuen sich an Fasnachtsgewändern und Guuggenklängen. Trotz widriger Wetterumstände sei der Besucheraufmarsch grösser als im vergangenen Jahr, sagt Zunftmeister Setschi.

Empfindlich kalte Temperaturen und ein paar Schneeflocken sind auch für Werner Kneubühler (28) kein Grund, dem offiziellen Fasnachtsauftakt fernzubleiben. Seit nunmehr 19 Jahren ist der Schlagzeuger Mitglied der Ringligüüser Willisau. «Ob es nochmals so viele werden, kann ich nicht garantieren», meint er schmunzelnd und eilt zurück zu seinen Kameraden.

Raphael Zemp