Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Die SGV fährt mit Volldampf und profitiert von Hitzeflucht

Der lange, heisse Sommer machte es möglich: Mehr als drei Millionen Passagiere waren 2018 mit den SGV-Schiffen unterwegs. Das sind so viele wie noch nie zuvor. Sie sorgten für Rekordeinnahmen.
Rainer Rickenbach
Das Dampfschiff Uri der SGV bei der Abfahrt von der Landungsbrücke 1 in Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 14. Mai 2019)

Das Dampfschiff Uri der SGV bei der Abfahrt von der Landungsbrücke 1 in Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 14. Mai 2019)

In der Schifffahrt, ihrem Kerngeschäft, sind Rekorde bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) schon fast zur Routine geworden. Dank kontinuierlichem Flottenausbau und -sanierungen sind Jahr für Jahr mehr Gäste auf ihren Schiffen unterwegs. Wenn dann auch noch ein Extremsommer wie im zurückliegenden Jahr hinzukommt, fällt der Schub erst recht kräftig aus.

Zum ersten Mal liessen sich im vergangenen Jahr mehr als 3 Millionen Personen an Bord des Schiffsunternehmens auf dem Vierwaldstättersee transportieren. Das kommt einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gleich. «Dafür brauchte es günstige Rahmenbedingungen: Superwetter, eine gute Wirtschaftslage und gleichbleibende Ticketpreise», sagte am Dienstag Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Schurter an der Bilanzmedienkonferenz. In der Passagierzahl inbegriffen sind auch die 317'000 Personen, die mit dem Shuttleschiff Bürgenstock zwischen Kehrsiten und Luzern hin- und herpendelten.

Alle Bereiche arbeiten profitabel

Die SGV erzielte mit der Schifffahrt einen Umsatz von 37,7 Millionen Franken und steuert gut 2,3 Millionen Franken zum Gruppengewinn bei. Die Zahlen der einzelnen Tochterunternehmen lassen sich indes nicht mit dem Vorjahr vergleichen, weil sich die Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr eine Holdingstruktur verpasst hat. Die SGV mit der Schifffahrt bildet nicht mehr das Stammhaus, sondern ist im neuen Gebilde eine Tochtergesellschaft wie Tavolago (Gastronomie) und Shiptec (Schiffbau). Der Gruppenumsatz der drei Gesellschaften summiert sich auf 80,3 Millionen Franken. Über ihnen ist die SGV Holding AG angesiedelt. Diese leistet für alle drei interne Dienstleitungen im Bereich Finanzen, Personaladministration und IT. «Nicht nur die Schifffahrt hat zum Gewinn beigetragen. Die anderen beiden Tochtergesellschaften verzeichneten zusammen einen Gewinn von 700 000 Franken», sagte Geschäftsführer Stefan Schulthess. Die Tavolago erzielt inzwischen 57,2 Prozent des Umsatzes nicht in der Schiffsgastronomie, sondern an Land. Mit dem Wirtshaus Taube an der Burgerstrasse sowie dem Grillrestaurant Ampersand im Neustadt-Quartier kamen 2018 zwei neue Restaurants in der Stadt Luzern hinzu. Beim Schiffbauunternehmen Shiptec AG sind Umsatzschwankungen üblich, da es im Projektgeschäft tätig ist, das jährlichen Schwankungen ausgesetzt ist. Schulthess:

«Trotz leicht tieferem Umsatz konnte Shiptec im vergangenen Jahr den Gewinn fast verdoppeln. Für dieses Jahr ist der Auftragsbestand von Drittkunden so hoch wie noch nie zuvor. Wir rechnen darum für das laufende Jahr wieder mit steigenden Umsätzen.»

Das Schiffbauunternehmen ist zurzeit massgeblich beteiligt am Bau von 14 neuen Booten für die Schweizer Armee, erstellt ein Boot für die Kantonspolizei Schwyz und ist federführend bei der Sanierung des Dampfschiffes Stadt Luzern. Zu dessen Sanierungskosten von 13,2 Millionen Franken steuern die Dampferfreunde Vierwaldstättersee 4 Millionen Franken bei.

Neu gestaltete Anlegestellen und Ausbaggerarbeiten

Trotz hoher Investitionen und Rückzahlungen alter Darlehen verfügte die SGV-Gruppe am Ende des zurückliegenden Jahres über flüssige Mittel von 7,6 Millionen Franken. Dieses Geld benötigt sie für weitere Investitionen. Dazu zählen etwa die Erneuerung von verschiedenen Anlegestellen oder sowie die geplanten Ausbaggerarbeiten im Werftgelände. Die Bagger fahren in diesem Sommer auf, das Unternehmen hat für die Arbeiten 2,5 Millionen Franken zurückgestellt. Bereits abgeschlossen ist die Sanierung der Meili-Halle in Luzern.

Mit der neuen Firmenstruktur ging auch die Einführung der Einheitsaktie einher. Das Wertpapier entwickelt sich gut: Im Juni 2018 startete es mit einem Wert von 260 Franken an der Nebenwertbörse OTC-X der Berner Kantonalbank. Am Dienstag lag es bei 320 Franken. Der Verwaltungsrat schlägt trotzdem keine Dividende vor.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.