Die Stadt Luzern betont: Die Määs-Absage ist definitiv

Der Bundesrat will zwar ab Oktober Anlässe mit über 1000 Personen wieder zulassen. Die Durchführung einer klassischen Herbstmesse wäre aber dennoch nicht möglich, betonen die Organisatoren.

Stefan Dähler
Drucken
Teilen
Die Määs zieht die Leute jeweils in Scharen an.

Die Määs zieht die Leute jeweils in Scharen an.

Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 15. Oktober 2018)

Im Juli hat die Stadt Luzern entschieden, dass die im Oktober geplante Herbstmesse Määs wegen der Coronakrise abgesagt wird. Weil der Bundesrat inzwischen angekündigt hat, ab Oktober Anlässe mit über 1000 Personen zuzulassen, schöpfte Schaustellerin und SVP-Grossstadträtin sowie Kantonsrätin Lisa Zanolla nochmals etwas Hoffnung. Sie berief sich dabei auf eine Aussage des kantonalen Gesundheitsdirektors Guido Graf (CVP), der meinte, dass unter bestimmten Vorgaben die Durchführung der Määs möglich wäre.

Doch: Dass ab dem 1. Oktober wieder Anlässe mit über 1000 Personen erlaubt sein sollen, ändert nichts an den zu erwartenden Schutzauflagen und damit an der Absage der Määs, wie Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern, auf Anfrage sagt. «Knacknuss bleibt der gesicherte Umgang mit den Volumen von Zehntausenden von Besucherinnen und Besuchern.» Zur Absage habe auch die einhellige Meinung der Schausteller- und Marktverbandsvertreter geführt, dass es unter den gegebenen Bedingungen nicht realistisch sei, «den traditionellen Charakter der Määs zu erhalten». Auf ein «ausgedünntes Konzept» soll verzichtet werden.

Auch für die IG Herbstmesse ist die Durchführung keine Option

Hinzu komme der Zeitdruck, so Lütolf. «An der Määs beteiligen sich über 130 Schausteller und Marktstandbetreiber.» Bis Anfang September wollen Bund und Kantone einheitliche Bewilligungsanforderungen erarbeiten. Details für die jeweiligen Anlässe würden dann erst im Verlauf des Septembers erkennbar. Die Määs hätte am 3. Oktober beginnen sollen.

Auch für die IG Luzerner Herbstmesse und Märkte, welche die Määs gemeinsam mit der Stadt Luzern organisiert, ist eine Durchführung in diesem Jahr kein Thema mehr. «Wir haben das damals einvernehmlich beschlossen. Leider hat sich die Ausgangslage mit der Aufhebung der 1000er-Grenze für uns kaum verändert», sagt IG-Präsident Rico De Bona. «Die Vorgaben werden sehr strikt sein, eine klassische Määs ist so nicht möglich.»

Keine Gespräche zwischen Kanton und Stadt wegen der Määs

Guido Graf schreibt auf Anfrage, dass die Durchführung der Määs «theoretisch» aktuell auch möglich wäre. Diesbezüglich habe man aber keine Gespräche mit der Stadt geführt. Nötig wären etwa ein abgesperrtes Rayon mit maximal 1000 Personen inklusive Schausteller. Alle Personen darin müssten eine Maske tragen. «Zusätzlich müsste die Grundstückseigentümerin dafür sorgen, dass die Schutzmassnahmen wie zum Beispiel das Abstandhalten ausserhalb des abgesperrten Rayons eingehalten werden.»

Die einheitlichen Bewilligungsanforderungen für Grossanlässe ab dem Oktober sind noch nicht klar. Sie würden vom Bund und den Kanton nun bis am 2. September erarbeitet. Diese gelten dann für alle Bereiche wie Kultur, Sport oder Religion. «Wir warten nun diese Bestimmungen ab und besprechen dann anschliessend die Umsetzung im Kanton Luzern», so Graf. Veranstaltungen müssten vom zuständigen Kanton bewilligt werden. Die Kantone können die Erteilung der jeweiligen Bewilligung verweigern, wenn ihre epidemiologische Lage und die Kapazitäten für das Contact Tracing die Durchführung nicht erlauben.

Mehr zum Thema