Die Stadt Luzern fällt in den nächsten Wochen über 100 Bäume

Insgesamt 105 alte und kranke Bäume in der Stadt Luzern müssen weichen. Das sind etwas weniger als auch schon.

Stefan Dähler
Drucken
Teilen

Bei einer Kontrolle habe sich gezeigt, dass 105 Allee- und Parkbäume gefällt werden müssen. Dies teilt die Stadt Luzern am Donnerstag mit. Die Fällungen erfolgen in den nächsten Wochen. Die betroffenen Bäume seien «alt oder durch Krankheiten geschwächt und können auch nicht durch stützende Massnahmen erhalten werden», heisst es in der Mitteilung. Teilweise stellten die Bäume ein Sicherheitsrisiko dar. Einzelne würden zudem ersetzt, weil sie zu den «invasiven Neophyten» gehören – also nicht einheimische Arten, die sich stark ausbreiten und andere verdrängen.

Monokulturen sind anfälliger

Die meisten gefällten Exemplare würden bis im Frühling durch Jungbäume ersetzt. Bei der Wahl der Art würden klimatische Faktoren betrachtet. In der Mitteilung hebt die Stadt unter anderem folgende Baumfällungen hervor:

Entlang der Horwerstrasse und der Lidostrasse weichen diverse Ulmen, weil sie abgestorben oder am Absterben sind. Beiderorts werde nun eine Mischung von verschiedenen Baumarten angestrebt. «Monokulturen sind anfälliger auf Schädlingsbefall, da jeweils gleich mehrere Bäume vom selben Käfer oder Pilz befallen werden», sagt Fritz Bächle, Baumsachverständiger bei der Stadtgärtnerei. Neu gepflanzt würden etwa Stieleichen, Traubeneichen oder Hainbuchen.

Die Ulmen an der Horwerstrasse.

Die Ulmen an der Horwerstrasse.

Bild: Stadt Luzern

Gefällt wird weiter ein Götterbaum neben der Zentral- und Hochschulbibliothek an der Murbacherstrasse, wie die Stadt schreibt. Dies, weil es sich um einen invasiven Neophyten handelt.

An der Museggmauer in der Nähe des Männliturms werden zwei Eschen stark zurückgeschnitten, weil die Bruchsicherheit der Baumkrone nicht mehr gegeben sei. Äste könnten abbrechen und auf die Mauer oder den Fussweg fallen.

Die zwei Eschen an der Museggmauer.

Die zwei Eschen an der Museggmauer.

Bild: Stadt Luzern

Auf der Vorzone der Messe, Swissporarena und des Hallenbads werden mehrere Bäume ersetzt und gleichzeitig die Standortbedingungen verbessert, so die Stadt. «Wir haben festgestellt, dass der Boden im Untergrund zu hart ist», sagt Bächle. Geplant ist nun unter anderem, diesen aufzulockern. Gepflanzt werden wiederum Sumpfeichen, da diese gut mit Hitze und Trockenheit umgehen können.

Weitere Fällungen sind an der Kreuzung Obergrundstrasse-Moosstrasse, an der Seeburgstrasse vis-à-vis der Tankstelle, beim Terrassensteig unterhalb des Dreilindenparks oder vor dem Eiszentrum an der Tribschenstrasse geplant. An letztgenanntem Standort würden die restlichen Silberahorne nochmals gepflegt, doch es zeichne sich ab, dass in den nächsten Jahren weitere Bäume gefällt und ersetzt werden müssen.

Weniger Fällungen als in den Vorjahren

Die Stadt Luzern nimmt jedes Jahr Baumfällungen vor. Die Zahl von 105 ist etwas tiefer als in den Vorjahren. 2019 etwa wurden 129 Bäume gefällt. «Ein Grund dafür könnte sein, dass durch die Stürme in den letzten Jahren einige bereits geschwächte Bäume gefällt worden sind», sagt Bächle. Insgesamt stehen in der Stadt rund 11'000 öffentliche Bäume, wie es weiter in der Mitteilung heisst. Dieser Bestand könne auch künftig erhalten werden.