Kommentar

Die Stadt Luzern zeigt’s dem Kanton: Endlich eine klare Ansage zur Fasnacht

In der rüüdigen Hochburg Luzern ist das eine sehr unpopuläre Ansage: Die Fasnacht 2021 kann nicht stattfinden. Der Luzerner Regierungsrat hat dieses nötige Machtwort bis heute umkurvt - der Luzerner Stadtrat hat nun die Verantwortung übernommen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

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Bild LZ

Endlich traut sich einer der politisch Verantwortlichen. «Es ist uns wichtig ein klares Zeichen nach aussen zu setzen. (...) Lieber keine Fasnacht als eine Ausgabe in hochreduzierter Form», sagt Luzerns Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) und macht unmissverständlich klar: Die Fasnacht 2021 kann wegen Corona nicht stattfinden.

Ein solches Machtwort ist ganz und gar unpopulär in der Fasnachtshochburg Luzern. Aber es war nötig. Chapeau! Stadtrat Borgula, selber aktiver Fasnächtler, übernimmt hier Verantwortung, so wie man das von der Exekutive erwartet. Die (Strassen-)Fasnacht läuft zu einem grossen Teil unorganisiert, es brauchte darum eine offizielle Ansage. Vonseiten der Organisationen hat zwar etwa das Lozärner Fasnachtskomittee LFK die grossen Umzüge und weitere Grossanlässe schon Mitte September abgesagt. Aber zu lange haben andere Fasnachtsakteure wie die Vereinigten Guuggenmusigen laviert und falsche Hoffnungen geweckt. Dass die unkontrollierbare Fasnacht nicht wird stattfinden können, das weiss man realistischerweise schon seit Wochen.

Wenn die Stadt Luzern als rüüdiges Epizentrum den Stecker zieht, so hat das Signalwirkung. Das behördliche Machtwort hätte aber längst von übergeordneter Stelle kommen müssen: Vom Regierungsrat. Aber weder Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) noch Sicherheitsdirektor Paul Winiker (SVP) haben bis dato Klartext gesprochen. Mussten sie auch nicht. Bundesrat und Luzerner Stadtrat haben das inzwischen erledigt.