Kommentar

Die Stadtluzerner SVP braucht in erster Linie Köpfe

Die SVP der Stadt Luzern will verstärkt Opposition betreiben und mehr Referenden ergreifen. Das ist zwar richtig. Doch die Verliererin der städtischen Wahlen braucht vor allem Personen, die der Partei ein Gesicht geben.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Die SVP der Stadt Luzern begibt sich am kommenden Wochenende in Klausur. Gründe dafür gibt es genug: Die Partei ging mit dem Verlust von zwei Sitzen als grösste Verliererin aus den Wahlen für das Stadtparlament hervor, bei der Ausmarchung um die fünf Sitze im Stadtrat hat sie einen jämmerlichen Eindruck hinterlassen, und mit ihren Referenden ist die städtische SVP in den letzten Jahren Mal für Mal gescheitert. Der letzte Erfolg liegt fünf Jahre zurück, als das Stimmvolk Ja sagte zur Initiative zur Begrenzung der Stadtratslöhne auf jährlich 200'000 Franken. Ausgezahlt hat sich das ein Jahr später bei den Gemeindewahlen jedoch nicht.

Nun zeichnen sich gemäss Parteipräsident Dieter Haller ein stärkerer Oppositionskurs und mehr Referenden ab. Andere Möglichkeiten, potenzielle Wähler auf sich aufmerksam zu machen, hat die Partei auch nicht. Schliesslich kann sie im Stadtparlament keine Mehrheiten erreichen, ein Schmusekurs mit FDP und CVP bringt also nichts.

Der Versuch, sich über Themen zu profilieren, ist richtig. Er hat aber zwei Haken: Erstens schreiben sich dieses Ziel alle Parteien auf ihre Fahne, und zweitens hat das die SVP schon bis jetzt probiert – mit sehr überschaubarem Erfolg. Was der Stadtsektion der Volkspartei viel mehr fehlt, sind Köpfe. Will sie bei den Wahlen 2024 zulegen, muss sie Leute aufbauen. Im Fall der SVP heisst das: Neue Mitglieder rekrutieren, die dem aktuell blassen Personal überlegen sind.