Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Stadtmusik Luzern plant zum hohen Jubiläum ein grosses Fest

Das Blasorchester Stadtmusik Luzern feiert nächstes Jahr sein 200-jähriges Bestehen und sammelt dafür nun Geld. Die Ursprünge des Vereins gehen – zumindest ein bisschen – auf Napoleon zurück.
Manuel Burkhard
Undatiertes Bild der Stadtmusik Luzern vor dem ehemaligen Kultur- und Kongresshaus. (Bild: PD)

Undatiertes Bild der Stadtmusik Luzern vor dem ehemaligen Kultur- und Kongresshaus. (Bild: PD)

Spielzeug für die Kinder, eine Flasche Schnaps für Spätpubertierende – aber was schenkt man bloss einem Erwachsenen zum Geburtstag? Es ist diese drängende Frage, die manchem die Aussicht auf ein gemütliches Geburtstagsfest etwas zu trüben vermag. Dank sei dem Jubilar, der seinen Gästen dieses Kopfzerbrechen erspart; so wie die Stadtmusik Luzern, die bald auf 200 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken kann.

Und was schenkt man nun einem so altehrwürdigen Verein? Wie macht man einem Jubilar eine Freude, der älter ist als unser Staatswesen selbst? Ganz einfach: durch Anwesenheit. «Am Geburtstag wollen wir nicht alleine sein. Wir feiern diesen Anlass gemeinsam mit der Bevölkerung», sagt Alain Kamm. Der Saxophonist hat sich der Organisation des Jubiläums angenommen.

Feier im und um das KKL

Dafür rührt der Verein mit der ganz grossen Kelle an. Am StadtMusikFest am 18. Mai 2019 wird auf dem Europaplatz und im KKL gefeiert. Das Fest soll «möglichst viele Leute» ansprechen, so Kamm. Ab Mittag treten ein Dutzend Formationen auf: «Mit dabei sind natürlich die Musikgesellschaften der Stadt Luzern, aber auch hervorragende Blasorchester und Brass Bands aus dem ganzen Kanton.» Finale furioso: Ein Gemeinschaftsauftritt der Stadtmusik, der Bürgermusik und des 21st Century Chorus mit Tschaikowskys pompösem Meisterwerk «1812» – in Originalbesetzung mit Kanonen und, falls akustisch umsetzbar, Kirchenglocken. Das KKL wird offen sein, die Besucher können frei zirkulieren, mal hier und mal dort reinhören, später wiederkommen – wie es ihnen beliebt.

Auch wenn Anwesenheit als Geschenk reicht – wer trotzdem nicht mit leeren Händen zum Fest erscheinen will, kann dem Verein doch noch etwas anderes zukommen lassen. Da ein grosser Anlass nicht ohne Auslagen zu bestreiten ist, läuft eine Crowdfunding-Kampagne. Bis Ende November will die Stadtmusik 20 000 Franken sammeln. Wer spendet, erhält nicht nur das schöne Gefühl, jemandem ein Geschenk gemacht zu haben, sondern auch eine Gegenleistung: eine Jubiläums-CD, eine Registerprobe für den eigenen Verein, eine Privatlektion oder ein Geburtstagsständchen – die Auswahl ist breit.

Ursprünglich eine Militärmusik

Dass die Luzerner im Frühling ein musikalisches Fest feiern dürfen, verdanken sie teilweise Napoléon. Die französischen Truppen machten das musikalische Vereinswesen in der von ihnen eroberten alten Eidgenossenschaft bekannt. Auch nach der Niederlage des Franzosenkaisers blieb die Freude an der Musik bestehen. So wurde in Luzern 1819 die Feldmusikgesellschaft gegründet. Anfängliche fungierte sie noch als militärisches Feldmusikkorps. 1874 wurde mit der Revision der Bundesverfassung die Militärhoheit von den Kantonen an den Bund übertragen und das Feldmusikkorps aufgelöst. Die Lust der Luzerner an der Musik blieb aber weiterhin bestehen. So entstand die Stadtmusik Luzern, welche mit den Instrumenten und Uniformen des aufgelösten Feldmusikkorps die Tradition nahtlos weiterführte.

«Marschmusik ist nicht unsere Paradedisziplin»

Heute bilden die rund 70 Vereinsmitglieder eines der führenden Amateurorchester der Schweiz. Sie bezeichnen sich selbst als «sinfonisches» Blasorchester: ein Bekenntnis zu anspruchsvoller, konzertanter Musik. Alain Kamm erklärt: «Wir legen Wert auf originale Blasmusikliteratur.» Am wohlsten fühlen sie sich auf der Bühne, sei es in «ihrem» Konzertsaal im KKL oder an den Musiktagen und -festen, die sie jedes Jahr besuchen. Mit einer Konsequenz, wie Alain Kamm zugibt: «Marschmusik ist nicht unsere Paradedisziplin.» Wer die Stadtmusik Luzern in ihrer ganzen Pracht erleben will, tut dies also am besten an einem ihrer Konzerte. Und wer ihnen eine besondere Freude bereiten will, merkt sich den 18. Mai vor.

Hinweis: StadtMusikFest: 18. Mai 2019, ab 13.30 Uhr, Eintritt frei.
Abschlussparty 22.15 Uhr, Luzerner Saal KKL, Eintritt: 20 Franken.
Crowdfunding: www.funders.ch, Stichwort «StadtMusikFest».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.