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Höchste Luzernerin: Eine stille Macherin tritt ins Rampenlicht

Sie ist eine Organisatorin, schmiedet Allianzen und denkt strategisch. Am 19. Juni wird Hildegard Meier-Schöpfer zur höchsten Luzernerin gewählt. Die Willisauer FDP-Frau freut sich auf ihr Amtsjahr – und will den Fokus auf kleine Vereine setzen.
Martina Odermatt
Hildegard Meier-Schöpfer, designierte Präsidentin des Luzerner Kantonsrats, im Städtli Willisau. (Bild: Dominik Wunderli (11. Juni 2018))

Hildegard Meier-Schöpfer, designierte Präsidentin des Luzerner Kantonsrats, im Städtli Willisau. (Bild: Dominik Wunderli (11. Juni 2018))

In Willisau, da ist sie bekannt wie ein bunter Hund – obwohl viele eher eine Katze mit ihr in Verbindung bringen: Die Rede ist von Hildegard Meier-Schöpfer, früher auch bekannt als «Büsi-Höudi», wegen der Reinigungsfirma Büsi, die sie mit ihrem Mann führte. Mittlerweile stellt sie sich nicht mehr so vor – wohl auch, weil sie sich als Politikerin einen Namen gemacht hat.

Am 19. Juni wird die Kantonsrätin vom Parlament zur höchsten Luzernerin gewählt. Meier freut sich sehr auf die Wahl, aber auch auf das Präsidialfest, das die Stadt Willisau im Anschluss an die Wahl für sie ausrichtet. Um die 370 Leute haben sich angemeldet, darunter auch Freunde von Meier, die wenig mit politischem Geschehen am Hut haben, sich aber auf diese Erfahrung freuen.

«Ich kann nur in Willisau feiern»

Auch wegen des Präsidentenamts ist die FDP-Politikerin, die letzte Woche ihren 60. Geburtstag feiern konnte, wieder nach Willisau gezogen. Nach der Trennung von ihrem Mann zog es sie nach Reiden. Das sei gäbiger gewesen für die Arbeit, sagt sie – wegen des Autobahnanschlusses in Reiden. Denn die Geschäftsfrau betreut vor allem die Filialen der Reinigungsfirma im Raum Lenzburg. Doch als feststand, dass sie Kantonsratspräsidentin sein würde, kehrte sie in ihre Heimat zurück. «Für mich war klar: Ich kann das nur in Willisau feiern. Alles andere würde sich falsch anfühlen», sagt sie. Zumal auch Robert Küng (FDP) als neuer Regierungspräsident gefeiert wird. Ein Kollege, der sie seit Beginn ihrer politischen Karriere begleitet hat.

2007 wurden beide auf Anhieb in den Kantonsrat gewählt. Meier hatte nicht gedacht, dass sie den Sprung ins Parlament tatsächlich schafft. «Mir wurde erst danach bewusst, was das überhaupt heisst», sagt die Politikerin und lacht. «Ich habe mich aber relativ schnell eingelebt.»

Die FDP-Frau sieht sich selbst nicht nur im Rampenlicht, sondern sie ist auch die stille Macherin im Hintergrund. Sie pflegt Kontakte zu Politikern aus anderen Parteien, versucht Allianzen zu schmieden. Bei Meier steht der Mensch im Vordergrund, die politische Couleur ist zweitrangig. «Das hilft später auch, wenn man Geschäfte diskutiert», ist sie sich sicher. Auch ihre Kollegen schätzen sie so ein. «Sie ist sehr ausgleichend, vermittelt zwischen verschiedenen Meinungen und denkt stets positiv», sagt Robert Küng (FDP).

Der Regierungsrat kennt Meier-Schöpfer seit seiner Zeit als Präsident des Willisauer Gewerbes. Als er Stadtpräsident von Willisau wurde, übernahm Meier sein Präsidium. Die Zusammenarbeit zwischen Gewerbe und Stadt, Meier und Küng, war eng. «Hildegard Meier ist sich für Nichts zu schade. Sie will nicht nur im Vordergrund glänzen, sondern packt auch Unangenehmes an», sagt Küng. Er erinnert sich an das Open Air Kino in Willisau, «ein Highlight» für die Bevölkerung. «Am Morgen nach der Vorstellung räumte sie mit Leuten von der Stiftung Brändi den Güsel zusammen, damit das Gelände für die nächste Vorstellung wieder sauber war.» Später stellte sie Küng an der Delegiertenversammlung als Regierungsrat vor. «Sie war sozusagen mein Gotti», sagt er. «Ich kenne sie als sehr engagierte Frau. Wenn sie Ja zu etwas sagt, zieht sie das durch.»

Vereine und kleine Organisationen im Fokus

Und sie hat Ja gesagt, zuerst zur Vize- und nun zur Kantonsratspräsidentin. In dem Jahr, in dem sie einerseits für Ruhe und Ordnung im Parlament sorgen und die Sessionen vorbereiten muss, sowie den Kanton Luzern an Anlässen präsentiert, will sie den Fokus auf die Menschen setzen. «Ich will auch kleinere Vereine und Organisationen besuchen, und nicht nur von Cüpli-Event zu Cüpli-Event springen.» Dabei gehe es ihr vor allem darum, Wertschätzung und Dankbarkeit zu zeigen. Und darauf freut sie sich besonders. Denn: «In diesem Amt ist man unpolitisch unterwegs. Ich lege die FDP-Marke ab und repräsentiere den Kanton.» Es sei eine schöne Aufgabe und auch eine Ehre, dass sie ihre politische Karriere so ausklingen lassen dürfe. Nach dem Jahr als Kantonsratspräsidentin werde sie sich aus der kantonalen Politik verabschieden.

Als höchste Luzernerin nimmt man sich zurück, äussert sich etwa auch nicht zu Initiativen, verlangt jedenfalls ein ungeschriebenes Gesetz. Das werde ihr nicht schwer fallen, sagt sie. Eine Herausforderung wird wohl eher das Zeitmanagement. Im Geschäft könne sie sich gut ausklinken, sagt Meier. Es sei eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt worden und ihr Team halte ihr für dieses Jahr den Rücken frei. Aber zurücklehnen wird sie sich dennoch nicht können. Denn sie will versuchen, auch in Zukunft alle Reden selber zu schreiben. Fremde Reden vortragen, das könne sie nicht. Manchmal wird sie jedoch zwei, drei Anlässe pro Tag besuchen müssen. «Schau nur, dass du genug Schlaf kriegst», hat ihr ihre Vorgängerin, Vroni Thalmann (SVP), geraten.

Den ersten Auftritt als 10. weibliche Repräsentantin des Kantons wird Hildegard Meier-Schöpfer bereits am 1. Juli haben. Am Morgen geht es nach Sempach an die Schlachtfeier, am Nachmittag ans Innerschweizer Schwingfest. Doch zuerst, da freut sich Meier auf ihr Fest in ihrer Heimat Willisau.

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