Die Suchtgefahr im Alter steigt

Sucht im Alter wird immer mehr zum Problem. Fachleute schlagen Alarm – vor allem wegen Alkohol und Medikamenten.

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Viele ältere Menschen sind süchtig nach Medikamenten. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Viele ältere Menschen sind süchtig nach Medikamenten. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Für viele Menschen beginnt die Sucht im Alter: Rund ein Drittel der alkoholabhängigen Personen wird erst nach dem 65. Lebensjahr süchtig. In 80 Prozent der Fälle ist dabei ein kritisches Lebensereignis wie etwa der Tod des Partners oder finanzielle Einschränkungen nach der Pensionierung ausschlaggebend. Ausserdem ist fast jeder fünfte Mann, der in der Schweiz in ein Altersheim eintritt, alkoholabhängig, wie eine Studie zeigt.

Dementsprechend sind auch in Altersheimen Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit ein Thema, wie Richard Müller, Berater für Präventionsfragen, gestern an einer Tagung an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit (siehe Kasten) sagte. «Die Selbstangaben von Personen über ihren Konsum sind nicht sehr akkurat, und oftmals wollen auch Medizinalpersonen und Angehörige das Thema nicht wahrhaben.»

Zurzeit leben in der Schweiz 1,2 Millionen Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Bereits heute trinkt rund ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe laut einer Studie täglich Alkohol. Die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen wird im Jahr 2020 auf geschätzte 1,6 Millionen Menschen anwachsen. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Zahl der Menschen mit Suchtproblemen bis dann gar verdoppeln wird.

Nun soll das neue Projekt «Sensor» der Fachstelle für Suchtprävention des Drogenforums Luzern Abhilfe schaffen: In einem ersten Schritt erstellen Fachleute Leitfäden für Institutionen wie Heime, Spitex und Mahlzeitendienst. Diese Leitfäden sollen den Betreuungspersonen einen Anhaltspunkt bieten, wie sie bei Suchterkrankungen von älteren Personen reagieren sollen.

Luzia Mattmann

Projekt gegen Sucht im Alter

In Luzern ist gestern das Projekt «Sensor» lanciert worden. Über 60 Luzerner Fachleute aus Prävention, Beratung, Betreuung sowie Medizin und Pflege von älteren Menschen erhielten an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Inputs und diskutierten über Suchthilfe und Prävention im Alter. Im Rahmen des zweijährigen Projekts sollen unter anderem Bezugspersonen geschult werden, um bei risikoreichem Konsum von Alkohol wirksame Kurzinterventionen durchzuführen.

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