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Die Überbauung Obmatt in Adligenswil verzögert sich erneut

Adligenswil wächst – aber weniger stark als geplant. Eine Teil-Einzonung von neuem Bauland geht bis vor Bundesgericht.
Hugo Bischof

Die lange, beschwerliche Geschichte um die überarbeitete Adligenswiler Zonenplanung verlängert sich um ein weiteres Kapitel. Gemäss dem Mitteilungsblatt «infoAdligenswil» zieht der private Beschwerdeführer seine Verwaltungsbeschwerde betreffend Einzonung im Gebiet Obmatt ans Bundesgericht weiter. Der definitive Entscheid bezüglich Obmatt verzögert sich somit nochmals.

Die Geschichte der Adligenswiler Ortsplanung ist komplex. Sie betrifft nicht nur das Gebiet Obmatt im nordöstlichen Teil der Gemeinde, sondern sieht die Schaffung von neuem Bauland auf weiteren Arealen der Gemeinde vor. Der Gemeinderat will so ein gezieltes Wachstum der Gemeinde ermöglichen.

Fläche des Neubaulands mehr als halbiert

Eine erste Version der revidierten Ortsplanung wurde von den Adligenswiler Stimmberechtigten 2014 genehmigt. Dagegen reichte die Stiftung Landschaftsschutz eine Beschwerde ein und zog diese bis vor Bundesgericht weiter. Aufgrund des Bundesgerichtsurteils überarbeitete der Gemeinderat 2017 die Planung. Statt 81'681 Quadratmeter sollten nun nur noch 35'222 Quadratmeter Neu-Bauland eingezont werden. Verzichtet wurde etwa auf die Einzonung der Gebiete Altmatt Nord (9500 Quadratmeter) und Stöckenweg (3600 Quadratmeter).

Die Adligenswiler hiessen die neue Version am 26. November 2017 gut – mit 1028 Ja- gegen 208 Nein-Stimmen. Noch nicht bereinigt war damals aber die Einsprache gegen die Teil-Einzonung Obmatt. Der Regierungsrat wies diese am 26. Juni 2018 ab und genehmigte die Ortsplanung, worauf der private Einsprecher eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht einreichte. Dieses wies die Beschwerde ab. Jetzt muss letztlich das Bundesgericht darüber befinden.

Worum geht es dem Beschwerdeführer, der seit 30 Jahren im Gebiet Obmatt wohnt? Er wehre sich dagegen, dass die Erschliessung des Gebiets Obmatt mehrheitlich über die südliche Wohnstrasse Obmatt erfolgen soll, sagte er unserer Zeitung vor über einem Jahr. Durch die Neubauten werde das Verkehrsaufkommen dort «mindestens doppelt so gross wie heute sein». Das könne in einem kinderreichen Quartier ohne Trottoir nicht sein. Dazu sagt die Adligenswiler Gemeinderätin Gisela Widmer Reichlin (SP): «Die Schulwegsicherheit sowie der sichere Zugang zum Zentrum sind auch künftig über geeignete Fusswege gewährleistet.»

Wie geht es weiter? «Die Überbauung Obmatt ist abhängig vom Bundesgerichtsentscheid», sagt Gemeinderätin Widmer. «Vorher ist keine Planung möglich.» Einen Entscheid des Bundesgerichts erwartet sie in ein bis eineinhalb Jahren. Im Gebiet Obmatt sind auf einer Fläche von 11 057 Qudratmetern Doppel- und Mehrfamilienhäuser mit einem sehr geringen Anteil an Einfamilienhäusern geplant. Etwa 107 neue Bewohnerinnen und Bewohner von Adligenswil sollen darin Platz finden.

Ohne Obmatt: Wachstum von 188 Einwohnern

Betroffen von der Obmatt-Einsprache ist auch das Oberflächenwasser-Schutzprojekt der Gemeinde. «Dieses kann nicht realisiert werden, bis ein abschliessender Entscheid vorliegt», sagt Widmer. «Die übrigen Einzonungen sind mit Beschluss der Urnenabstimmung vom 26. November 2017 rechtskräftig», so Widmer. «Die Bauprojekte sind in Bearbeitung. Erste Baugesuche wurden bereits bei der Abteilung Bau und Infrastruktur eingereicht.» So sieht es aus:

  • Gebiet Äbnet: Projekt in Bearbeitung, erwartete Baureife im Frühjahr 2021.
  • Gebiet Altmatt Süd: Projekt in Vorprüfung, erwartete Baureife im Frühjahr 2020.
  • Gebiet Chluse: Projekte in Vorprüfung, erste Baubewilligungen eingereicht, erwartete Baureife erster Projekte im Frühjahr 2020.
  • Gebiet Blatten: Hier kann noch keine Aussage gemacht werden.

«Bei Realisierung aller rechtskräftigen Einzonungen ohne Obmatt ist mit einem Wachstum von 188 Einwohnern zu rechnen», sagt Widmer. Inklusive Obmatt wären es knapp 300. Das sind deutlich weniger als ursprünglich vorgesehen. Mit der Erstversion der revidierten Ortsplanung 2014 erhoffte sich der Gemeinderat eine Vergrösserung der ständigen Wohnbevölkerung Adligenswils von heute knapp 5400 auf 6200 Einwohner.» Weiter wachsen werde die Gemeinde durch innere Verdichtung: «Ein aufgrund des revidierten Raumplanungsgesetzes des Bundes angepasstes Bauzonenreglement ist in Adligenswil in Vorbereitung.»

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