Ufhusener Vereine wünschen sich einen Dorf-Treffpunkt

An einem Workshop diskutierten Ufhusenerinnen und Ufhusener über den neuen Dorfkern. Ein Punkt war dabei für alle wichtig.

Fabienne Mühlemann
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In Ufhusen, dem 900-Seelendorf gleich an der Grenze zum Kanton Bern, reihten sich früher Läden, Restaurants und Betriebe entlang der Strasse. Doch die sind nach und nach verschwunden. Das letzte Restaurant hat seine Türen im Sommer 2019 geschlossen – für die Dorfbeiz Eintracht fand man keine Nachfolger, als das Wirtepaar pensioniert wurde. Ein Treffpunkt, wo sich die Bevölkerung spontan begegnet, existiert nicht mehr.

Dorfansicht der Gemeinde Ufhusen.

Dorfansicht der Gemeinde Ufhusen.

Bild: Boris Bürgisser (Ufhusen, 28. Juli 2020)

Das soll sich nun ändern, und zwar im Rahmen des Projekts Dorfentwicklung. Gemäss dem Projektbeschrieb geht es vor allem darum, das Dorf attraktiver zu machen und das touristische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial besser zu nutzen. Das Dorfleben soll wieder aktiviert, die Abwanderung vermindert und Arbeitsplätze vor Ort gefördert werden. Dazu wurde kürzlich ein Workshop durchgeführt, rund 20 Einwohner und auch der Gemeinderat waren dabei. «Die Anwesenden waren gegenüber einer Entwicklung des Dorfkerns mehrheitlich positiv eingestellt», sagt Gemeindeschreiberin Patricia Bühlmann auf Anfrage.

Vereine wollen einen Ort als Treffpunkt

Während des Workshops sei insbesondere ein Punkt oft angesprochen worden: Die 21 Vereine in Ufhusen im Bereich Brauchtum, Gemeinnützigkeit, Jugend, Musik und Sport würden ihre Proben in verschiedenen Lokalen abhalten, doch hätten danach keine Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen. «Im neuen Dorfzentrum soll daher ein angemessenes Gastronomieangebot entstehen», so Bühlmann. Auch ein Treffpunkt, der Jung und Alt vereint, würde begrüsst werden. Mit der Hoffnung, den Zusammenhalt in der Bevölkerung zu fördern. Die Idee: Den Aussenraum mit Bänkli ausstatten und Bäume pflanzen, damit der Platz zum Verweilen einlädt.

Bereits im Juni trafen sich der Gemeinderat und die Projektleiterin Mary Sidler der Ortswerte GmbH, um ein Konzept mit Zielen auszuarbeiten. Eines ist es, den Tourismus zu stärken. Die Lage biete die Chance für Angebote für Wanderer, Biker, Familien und Naturliebhaber. So wäre eine Grillstelle mit Picknickplatz, ein Spielplatz und ein Ort, um einen Kaffee zu trinken, denkbar. Im Bereich Einkauf wäre gemäss Konzept eine Konzentration der Geschäfte möglich. Die Einkaufs- und Dienstleistungsangebote sind heute im ganzen Dorf verstreut und oft in Wohnhäusern privat untergebracht. Im neuen Dorfkern würde man in einem übersichtlichen Laden alle Produkte des täglichen Bedarfs finden. Der heutige Standort des Dorfladens soll allenfalls verlegt werden. Da Ufhusen ausserdem mit dem öffentlichen Verkehr nicht gut erschlossen ist, wäre ein Lokal als Co-Working-Space mit Dockingstationen möglich. Dies hätte zum Vorteil, dass man sich den Arbeitsweg ins Geschäft zwischendurch sparen und gegenseitig vom Know-how der jeweils anderen profitieren könnte.

Finanzierung als grosse Herausforderung

Doch momentan seien das erst Ideen, erklärt Bühlmann. In einem nächsten Schritt sollen aufgrund der Diskussionen im Workshop die Zielbilder und die Machbarkeitsstudie weiterentwickelt sowie erste Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. «Die Finanzierung ist eine grosse Herausforderung und jener Punkt, um den sich die Bevölkerung am meisten Sorgen macht», sagt Bühlmann. Zwar wird das Projekt der Neuen Regionalen Politik (NRP) mit 58'000 Franken unterstützt, doch für eine kleine Gemeinde ist die Erstellung eines Dorfkerns ein teures Unterfangen.

Deswegen ist nochmals eine Umfrage bei spezifischen Nutzergruppen und der Bevölkerung vorgesehen, ein zweiter Workshop soll im Frühjahr 2021 stattfinden. «Beim Workshop waren 20 Personen anwesend. Aber damit der Dorfkern auch genutzt wird und sich die Investition lohnt, muss die ganze Bevölkerung hinter dem Projekt stehen. Das ist dem Gemeinderat sehr wichtig», erklärt die Gemeindeschreiberin.