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Banküberfälle treffen überdurchschnittlich oft Raiffeisen-Filialen

Die zahlreichen Meldungen über Banküberfälle auf Raiffeisen-Filialen reissen seit Jahren nicht ab. Warum werden ausgerechnet diese Geldinstitute so oft von Kriminellen heimgesucht? Ein Erklärungsversuch.
Thomas Heer
Überfall auf die Raiffeisenbank an der Stichermattstrasse in Emmen. Bild: René Meier, aufgenommen am 27. Juli 2018

Überfall auf die Raiffeisenbank an der Stichermattstrasse in Emmen. Bild: René Meier, aufgenommen am 27. Juli 2018

Ende letzter Woche war die Raiffeisen-Filiale in Emmen an der Reihe. Mitten am Freitag-nachmittag spazierte ein – wie das Bild von der Überwachungskamera dokumentiert – nur rudimentär vermummter Täter in die Schalterhalle. Der junge Mann im Kapuzenpullover trug eine Pistole oder einen Revolver mit sich, bedrohte das anwesende Personal und machte sich Augenblicke später mit der Beute in unbekannter Richtung auf und davon. Auch eine rasch eingeleitete Grossfahndung der Polizei führte nicht dazu, dass der Räuber geschnappt wurde.

Allein in den vergangenen rund sieben Monaten kam es im Kanton Luzern zu vier Überfällen auf Raiffeisen-Geschäftsstellen. Vor dem Ereignis in Emmen traf es zweimal die Raiffeisen-Filiale in Ebikon. Zudem gelang es am 29. Dezember einem 80-jährigen Mann, in Meggen Geld zu erpressen. Es würde nicht erstaunen, wenn es sich bei diesem inzwischen identifizierten Verbrecher um den ältesten Bankräuber in der Schweizer Kriminalgeschichte handeln würde.

40 Prozent der Überfälle betrifft Raiffeisen

In der Zentrale von Raiffeisen Schweiz in St. Gallen gehört es zur Routineaufgabe der Presseverantwortlichen, Fragen zu den zahlreichen Banküberfällen zu beantworten. So schreibt Cécile Bachmann, die Leiterin der Finanzkommunikation und der Medienstelle, auf eine entsprechende Frage unter anderem: «Konkret wurden in den letzten 12 Monaten 10 Raiffeisen-Geschäftsstellen überfallen.» Und weiter schreibt sie: «Damit liegen wir im langjährigen Durchschnitt, was die prozentuale Verteilung sämtlicher in der Schweiz verübten der Banküberfälle betrifft.» Konkret bedeutet das: Bei rund 40 Prozent aller Banküberfälle hierzulande ist Raiffeisen involviert.

Das ist ein überdurchschnittlich hoher Wert. Denn schweizweit gibt es rund 3000 Bankbetriebe. Das Filialnetz von Raiffeisen zählt 930 Ableger, was somit zirka 30 Prozent aller Bankfi­lialen entspricht. Warum aber ist Raiffeisen überproportional hoch in der Überfallstatistik vertreten? Bachmann schreibt: «Über diese Frage lässt sich nur spekulieren.» Die überdurchschnittliche Raubquote könnte jedoch mit der Umsetzung des Sicherheitskonzepts zusammenhängen. Denn wie Bachmann mitteilt, sei jede der 255 selbstständigen Raiffeisenbanken selber für die Sicherheit ihrer Geschäftsstellen verantwortlich. Von der Zentrale in St. Gallen gebe es jedoch Empfehlungen, die von den einzelnen Filialen umgesetzt würden.

Auch Filiale Emmen wurde bereits einmal überfallen

Das Überfallrisiko bei Raffeisen ist vermutlich auch daher grösser, weil viele Filialen sehr klein sind. Beim erwähnten Verbrechen in Meggen im Dezember war zum Beispiel nur eine Mitarbeiterin am Schalter. Man braucht selber keine Erfahrung als Bankräuber, um einzusehen, dass es viel einfacher ist, eine anstatt vier oder fünf Personen mit einer Waffe in Schach zu halten.

Zurück zum jüngsten Raub von Emmen: Im November 2015 wurde diese Bank bereits einmal überfallen. Beim Dieb handelte es sich offenbar analog zu Meggen ebenfalls um einen älteren Mann, der nach der Tat auf ei­nem Velo flüchtete. Aufgrund dieses Vorfalls wurde die Geschäftsstelle umgebaut und sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Trotzdem gelang es nun einem Verbrecher, dieses Geldinstitut ein weiteres Mal zu überfallen.

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