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Die Wagenmutigen vom Land

Die Luzerner Landfasnacht lebt vor allem von der Kreativität der Wagenbauer, die mit ihren Sujets gerne auch regionale Themen aufs Korn nehmen. Wir haben drei Gruppen besucht. Eine davon musste den Wagen gleich zweimal bauen.
Von links: Matthias, Erika, Gabi und Priska von den «Ämmer Yäzzis». (Bild: Philipp Schmidli /Neue LZ)

Von links: Matthias, Erika, Gabi und Priska von den «Ämmer Yäzzis». (Bild: Philipp Schmidli /Neue LZ)

In Emmenbrücke sind sieben Familien seit 13 Jahren im Wagenbau tätig. Die «Ämmer Yäzzis» haben ihren Namen vom Spiel Yazzee abgeleitet. «Wir sind ein zusammengewürfeltes Team», erklärt Conny.

Leuthard wird hochgenommen

Heuer haben sie das Thema Indien – welches der Wunsch einiger Kinder war – mit einem aktuellen Ereignis verbunden: der Teilschliessung des Autobahnanschlusses Emmen Nord. «In Indien sind die Kühe heilig, dies passt gut», erklärt Conny.

Auf dem Wagen wird denn auch eine gebastelte Kuh mitgeführt, auf der geschrieben steht: «Ämme Nord isch zue – isch die Doris (Leuthard) nid e dummi …» Politische Themen würden sie in der Regel nicht bevorzugen, doch dieses Sujet habe sich fast aufgedrängt.

Für die Stoffe und die Ausstattung hätten sie rund 4500 Franken ausgegeben, sagt Matthias, der beim Fototermin gemeinsam mit den Frauen Erika, Priska und Gabi den Wagen zeigt. Auf eines legen die «Ämmer Yäzzis» besonderen Wert: Der Wagen muss bunt sein. Das ist er heuer ganz besonders. Man wähnt sich beinahe in Indien, würde da nicht der Duft des Kafi Luz einen wieder daran erinnern, das man doch etwas westlicher ist.

Übrigens: Um zum Startpunkt des Umzugs zu kommen, müssen die «Ämmer Yäzzis» Gemeinde- und Kantonsstrassen benutzen. Denn trotz ihres Sujets dürfen sie mit ihrem Wagen nicht auf die Autobahn ...

Die schräge Banner-Zunft

Von links: Charly, Laura, Rahel, Beat und Sebastian sowie das Zunftpaar Thomas und Monika. (Bild: Philipp Schmidli /Neue LZ)

Von links: Charly, Laura, Rahel, Beat und Sebastian sowie das Zunftpaar Thomas und Monika. (Bild: Philipp Schmidli /Neue LZ)

Die Banner-Zunft Hämikon-Müswangen geht dieses Jahr mit dem Motto «Schräg sii met Vernunft» an die Umzüge in Hochdorf und Neudorf. Das Zunftpaar Thomas und Monika aus Ermensee erklärt die Wahl des Sujets wie folgt: «Wir wollen etwas anders, eben schräg, daherkommen.» Entsprechend dem Motto haben die Wagenbauer den Zunftwagen konstruiert und gebaut: Sinnbildlich haben sie ein Haus auf den Wagen montiert, das sich nach Belieben in Schräglage bringen lässt.

Dach zusammengekracht

Der Dachdecker, der übrigens ausschliesslich Schrägdächer baut, hat mit seiner Idee und der Umsetzung ungewollt ein Sujet für die nächste Fasnacht geliefert. Denn die erste Dachkonstruktion auf dem Wagen ist wegen ihres zu hohen Gewichts zusammengekracht, sodass die Wagenbauer erneut in die Hosen steigen mussten und eine leichtere Variante zusammenschraubten.

Die Zünftler nehmen es mit Humor. «Der Aufwand für den Zunftwagen ist generell etwas grösser als für die anderen. Dieses Jahr haben wir es eben noch etwas ausgedehnt», sagt der Umzugschef Beat. Insgesamt gehen heuer sieben Wagen mit rund 120 Fasnächtlern aus dem Umfeld der Banner-Zunft an die Umzüge. Die Kosten allein für die Farbe aller Wagen betrugen 3500 Franken.

«Fürobebiertrenker» mit Zug

Oben von links: Basil und Michi. Unten von links: Philipp, Pirmin, Patrick und Alain. (Bild: Philipp Schmidli /Neue LZ)

Oben von links: Basil und Michi. Unten von links: Philipp, Pirmin, Patrick und Alain. (Bild: Philipp Schmidli /Neue LZ)

Die «Fürobebiertrenker» aus dem Seetal nehmen den Tiefbahnhof in Luzern aufs Korn. «Mues dä wörkli ondedöre charre – chammer s Gäld ned anders verscharre?», fragen sich die neun Männer, die ihren Wagen mit gehörigem Aufwand gebaut haben.

100 Stunden, 200 Liter Bier

Will man dem kräftigen Pirmin Glauben schenken, haben die Handwerker an sechs Samstagen gearbeitet. «100 Stunden und 200 Liter Bier haben wir für den Bau benötigt», sagt er, und seine Kumpel geben ihm dabei Recht. Das Thema hätten sie gewählt, weil ihnen nichts Besseres eingefallen sei, behauptet einer der Männer aus Gelfingen und Umgebung, als wir sie am letzten Freitagnachmittag bei den letzten Arbeiten stören.

Ein anderer gibt etwas ernster Auskunft: «Wir sind keine Gegner des Tiefbahnhofs. Das Sujet eignet sich aber gut für einen Wagen.» Entsprechend haben sie sich ins Zeug gelegt. Philipp meint: «Wir haben den Wagen mit viel zu viel Strom und Lampen ausgestattet – obwohl wir die gar nicht bräuchten. Aber wir hatten gerade genügend Material zur Hand.» Die Kosten für alles würden gut und gerne 1000 Franken überschreiten. Doch das meiste Material sei gesponsert worden.

Roger Rüegger

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