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AHV-Unterstützung: Die Zahl der «Hilflosen» nimmt im Kanton Luzern zu

Wer auch im hohen Alter in seinen eigenen vier Wänden wohnt, dabei aber auf Hilfe angewiesen ist, kann unabhängig des Vermögens finanzielle Unterstützung anfordern. Nur wissen das viele nicht.
Thomas Heer
Die Hilflosenentschädigung ist für unterstützende Dienstleistungen im Alltag gedacht. (Bild: Benjamin Manser)

Die Hilflosenentschädigung ist für unterstützende Dienstleistungen im Alltag gedacht. (Bild: Benjamin Manser)

Der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will und sich berufsbedingt im Kanton Luzern viel mit Fragen rund um Sozialversicherungen beschäftigt, wundert sich: «Viele Leute wissen nicht, dass sie, falls die Voraussetzungen erfüllt sind, als AHV-Bezüger Anrecht auf Hilflosenentschädigung haben. Und zwar unabhängig davon, wie hoch ihr Einkommen oder Vermögen ist.» Der Experte wundert sich auch, dass beispielsweise Ärzte oder Spitex-Organisationen ihre Patientinnen und Patienten in vielen Fällen nicht auf diesen Umstand aufmerksam machen.

Stefano Marinelli, Mitglied der Geschäftsleitung der Ausgleichskasse Luzern, schreibt: «Wir informieren unsere Versicherten zum Zeitpunkt der Rentenverfügung mit einem entsprechenden Merkblatt über die Möglichkeiten eines Bezuges von Hilflosenentschädigung.» Dadurch würde die Ausgleichskasse, so Marinelli weiter, 100 Prozent der AHV-Rentner erreichen. Oder anders ausgedrückt: Sämtliche möglichen Anspruchsberechtigten.

Mehr als 11 000 Franken im Jahr

Ein Blick in die AHV-Statistik des Bundes 2017 zeigt: Im Kanton Luzern bezogen letztes Jahr 3153 Männer und Frauen Hilflosenentschädigung. Im Jahr 2007 waren es noch 2441 Personen. Innerhalb von einer Dekade entspricht das somit einem Anstieg von knapp 30 Prozent.

Zum Vergleich: Im Kanton St. Gallen, der rund einen Viertel mehr Einwohner hat als Luzern, kam es im Zeitraum zwischen 2007 und 2017 zu einem Anstieg von 20 Prozent. Im grössten Ostschweizer Kanton bezogen im vergangenen Jahr 3074 Männer und Frauen im AHV-Alter Hilf­losenentschädigung. Im Verhältnis zur Bevölkerung sind das also wesentlich weniger als im Kanton Luzern. Jener liegt, im gesamtschweizerischen Vergleich, in diesem Bereich der Sozialversicherungen ganz leicht über dem Durchschnitt.

Im ganzen Land erhielten letztes Jahr 62 607 AHV-berechtigte Personen Hilflosenentschädigung. Die Zahlen für die restlichen Zentralschweizer Kantone sehen folgendermassen aus: In Zug waren es 624, in Schwyz 930, in Obwalden 228, in Nidwalden 290 und in Uri 250 Pensionäre.

Was aber erhält jemand, dem als AHV-Berechtigter – bei Bezügern von Invalidenrenten gelten andere Ansätze – für die Betreuung zu Hause Hilflosentschädigung zugesprochen wird? Das variiert in einem dreistufigen System mit Beträgen von 235 bis 940 Franken im Monat. Wer in welcher Stufe eingeteilt werde, entscheide eine Fachperson der Invalidenversicherung IV, wie Marinelli erklärt.

Nicht nur für Fachkräfte bestimmt

Marinelli führt weiter aus: «Mit diesen Leistungen können Kosten für die Hilfe Dritter gedeckt werden.» Das heisst also, mit dem Geld werden im Alltag nicht nur Fachpersonen wie beispielsweise ausgebildete Pflegerinnen bezahlt. Auch Verwandte oder Personen aus dem Bekanntenkreis der Betroffenen werden mit den Zuschüssen für die vollbrachten Dienstleistungen entschädigt. Diese umfassen vielerlei Tätigkeiten wie beispielsweise Körperpflege, zum Beispiel das Duschen, Fortbewegung, An- und Auskleiden, Einkaufen oder Hilfeleistungen beim morgendlichen Aufstehen.

Eine der Zielsetzung der Hilflosenentschädigung formuliert Marinelli so: «Sie soll auch dazu beitragen, die sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten.» Und er sagt weiter: «Länger zu Hause leben, ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Und dazu trägt die Hilflosenentschädigung massgeblich bei.»

Diese Form der Unterstützung – davon ist auszugehen – trägt auch dazu bei, die Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen. Denn je später eine Person in ein Heim eintreten muss, desto tiefer fallen die Aufwendungen für die Allgemeinheit aus.

Hinweis: Unter folgender Adresse finden sich weitere Angaben zu den Leistungen der Hilflosenentschädigung: www.ahvluzern.ch

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