Hurraaah – die Zelte sind gespannt, der Lagersommer ist da!

Trotz Hygiene- und Abstandsregeln: Die Freude auf die Sommerlager ist bei den Luzerner Jugendvereinen ungetrübt. Dieses Wochenende geht's offiziell los. Auch der «Lagerdraht» hält Sie wie gewohnt auf dem Laufenden.

Simon Mathis
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Jungwacht und Blauring Kriens schlagen in Schötz ihre Zelte auf.

Jungwacht und Blauring Kriens schlagen in Schötz ihre Zelte auf.

Bild: PD (1. Juli 2020)

Nach langer Zeit im Ungewissen geht es nun endlich los: Der Lagersommer ist da – und wie! Zur Zeit laufen die letzten Vorbereitungen, der Transport ist im vollen Gange. Wie etwa bei Jungwacht und Blauring Kriens. «Wir hatten dieses Jahr so viele Anmeldungen wie noch nie», sagt Lagerleiterin Viktoria Kuttenberger. Aufgrund der Sicherheitsmassnahmen musste die Leitung sogar Anmeldungen abweisen.

«Mehr als 90 Teilnehmer können wir mit dem Schutzkonzept leider nicht vereinbaren», so Kuttenberger. «Aber natürlich haben wir uns bemüht, so viele Kinder wie irgend möglich ins Lager mitzunehmen.»

278 Lagerdraht-Anmeldungen

Dass Corona die Laune auf den Lagersommer nicht verdorben hat, zeigt sich auch an den diesjährigen Anmeldungen für den Lagerdraht: 278 Jugendorganisationen sind heuer mit dabei. Das sind gut 50 Lager weniger als im vergangenen Jahr, doch immer noch eine beträchtliche Zahl.

Ab dem 6. Juli wird unsere Zeitung die Telegramme, Fotos und Videos direkt aus den Sommerlagern der Zentralschweiz veröffentlichen. Online ist der Lagerdraht unter folgender Adresse auffindbar: www.luzernerzeitung.ch/lagerdraht.

Jetzt können und wollen die Kinder nach draussen

Den Ansturm erklärt sich Viktoria Kuttenberger mit dem Lockdown; nach so langer Zeit zu Hause wollen die Kinder jetzt nach draussen. Wie viele andere standen auch die Krienser Jugendvereine vor einer Herausforderung. Das abgesagte Kantonslager (Kala) zwang sie zum Umdenken. «Wir mussten auf die Schnelle einen neuen Lagerplatz finden», so Kuttenberger. Schliesslich entschied man sich für Schötz. «Das hat den Vorteil, dass wir unser Material nicht allzu weit transportieren müssen.» Die Nähe des Lagerplatzes sei zudem ideal, weil so die Anreise mit den ÖV vermieden werden könne. «Wir machen eine Anwanderung», sagt Kuttenberger. «Die jüngeren Kinder zu Fuss, die älteren mit dem Velo.»

Apropos Material: Dieses besteht aus 23 Schlafzelten, drei Materialzelten, einem Gemeinschaftszelt und noch einem für die Küche. Der Aufbau erfolgte ab Mittwoch. Das übrige Material füllte eine Mulde bis an den Rand – sie wurde mit dem Lastwagen nach Schötz transportiert. «Einzelne Koffer mussten wir mit dem Privatauto transportieren, da sie keinen Platz mehr hatten», berichtet Kuttenberger. Den Aufbau selbst habe Corona nicht merklich verändert.

«Nur der Abstand sorgt für einige Änderungen, aber sonst ist alles wie gehabt.»

Ungewohnt sei gewesen, dass sich das Leiterteam erst vor kurzem wieder zum ersten Mal gesehen habe. Jetzt ist die Zeit der Videokonferenzen vorbei. «Die Stimmung ist super», so Kuttenberger. «Wir haben lange gebangt, ob wir das Lager überhaupt durchführen können. Jetzt sind wir froh, dass es endlich losgeht.»

Der Aufbau für das Lager von Blauring und Jungwacht Kriens.

Der Aufbau für das Lager von Blauring und Jungwacht Kriens.

Bild: PD (Schötz, 1. Juli 2020)

Neu Desinfektionsmittel und Masken im Gepäck

Die Pfadi Hildisrieden schlägt ihre Zelte dieses Jahr etwas weiter weg, in Thun, auf. Für 35 Teilnehmer und Leitungspersonen stehen acht Schlafzelte, Höck-, Material- Küchen- und Esszelt zur Verfügung. Abteilungsleiterin Norina Klaus, Pfadiname Gourmessa, erklärt:

«Wir nehmen dieses Jahr ein Leiterzelt mehr mit.»

Grund dafür seien die Abstandsregeln; um beständige Gruppen halten zu können, trenne man die Wölfli- und die Pfadileiter in zwei Gruppen auf.

Viel anders als sonst laufe der Materialtransport nicht ab: Einer der wenigen Unterschiede sei, dass sich heuer auch Desinfektionsmittel und Hygienemasken im Gepäck finden. Dafür gebe es einen bedeutenden Unterschied bei der Anreise: «Die Eltern werden ihre Kinder selbst nach Thun fahren, so können wir die Nutzung des ÖV vermeiden.»

Die Stimmung beschreibt Norina Klaus als «sehr gut». Allerdings betont sie auch: «Wir müssen uns hinter die Ohren schreiben, die Sicherheitsmassnahmen rund um die Uhr durchzuziehen. Das wird eine Herausforderung sein.» Den Spass soll das aber nicht trüben. Denn: Angst habe niemand, trotz Corona freuen sich alle.

Das sehen die Schutzkonzepte vor

Die Schutzkonzepte der Jugendverbände Jungwacht und Blauring (Jubla), Pfadi Schweiz oder Jugend und Sport (J+S) sind unterschiedlich formuliert, umfassen aber ähnliche Punkte. Sie sehen unter anderem vor, dass …

  • Präsenzlisten geführt werden.
  • die Teilnehmer symptomfrei ins Lager gehen und Hygieneregeln einhalten.
  • Körperkontakt zwar während der Aktivitäten erlaubt, aber auf ein Minimum zu reduzieren ist, die Abstandsregeln aber in den Zwischenzeiten unter den Leitern und zwischen Leitern und Kindern einzuhalten sind.
  • die Anreise mit individuellen Verkehrsmitteln zu bevorzugen ist und bei einer Anreise im öffentlichen Verkehr Schutzmasken bereitstehen müssen.
  • Desinfektionsmittel in der Lagerapotheke vorrätig sind.
  • keine Besuchstage durchgeführt werden. (cts)
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