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Diebestour durch Zentralschweiz kommt Automatenknacker teuer zu stehen

Innert fünf Tagen hat ein 30-Jähriger in den Kantonen Luzern und Schwyz 21 Automaten aufgebrochen. Das brachte ihm knapp 1000 Franken. Und einen Aufenthalt in der Psychiatrie, den das Luzerner Kriminalgericht nun verfügt.
Der Eingangsbereich des Luzerner Kriminalgerichts. (Symbolbild: Philipp Schmidli)

Der Eingangsbereich des Luzerner Kriminalgerichts. (Symbolbild: Philipp Schmidli)

Als andere Leute entspannt am Strand lagen, sich sonnten und Cocktails aus Kokosnüssen schlürften, schob er Extraschichten in der Zentralschweiz: Vom 17. bis zum 21. August 2015 hat ein Mann bei Waschanlagen, Tankstellen und Seilbahnen 21 Automaten aufgebrochen, um Geld zu erbeuten. Bereits am 24. Juni des gleichen Jahres hatte er einen ähnlichen Diebstahl begangen, bei dem er drei weitere Automaten beschädigt hatte. Gemäss der Luzerner Staatsanwaltschaft führte ihn seine Diebestour durch die Kantone Schwyz und Luzern – also unter anderem nach Ried bei Muotathal, Rickenbach, Seewen, Eschenbach, Ebikon oder in die Stadt Luzern.

Ob sich die harte Arbeit mit dem Schraubenzieher auszahlte? Kaum. Seine Aktivitäten brachten dem Mann laut Anklage ganze 1143 Franken ein. Dafür kommen ihn seine Diebstähle nun teuer zu stehen. Denn in seinem kürzlich veröffentlichten Urteil hält das Luzerner Kriminalgericht fest: Der Mann muss Schadensersatzforderungen mehrerer Privatkläger von 31 336 Franken bezahlen. Weitere Forderungen anderer Privatkläger wurden auf den Zivilweg verwiesen. Jene Kläger wollten zusammen nochmals über 9600 Franken vom Verurteilten zurück. In erster Linie jedoch verurteilte das Gericht den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 7 Monaten. Die Strafe wird aber zu Gunsten einer stationären Therapie ausgesetzt. Gemäss einem forensisch-psychiatrischen Gutachten leide der Beschuldigte an einer passiv/aggressiven Persönlichkeitsstörung.

Fast 60 Diebstähle in drei Jahren

Die Staatsanwaltschaft fand in der Anklage deutliche Worte: «Beim Beschuldigten handelt es sich um einen sogenannten Intensiv- und Wiederholungstäter.» Sein Strafregister spricht Bände: Von 2011 bis 2014 wurde er alleine wegen 59 Einbruch- oder Einschleichdiebstählen verurteilt. Hinzu kamen mehrere Verteilungen wegen Sachbeschädigung, Verkehrs- und Drogendelikten. Der letzte Schuldspruch stammt aus dem Jahr 2014, als er zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt worden war. Jedoch wurde er im Februar 2016 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. Dies bei einer Reststrafe von 269 Tagen.

Bei seiner Diebestour im August 2015 war der Beschuldigte mit dem Auto unterwegs. Pikant: Der Mann hätte gar nicht fahren dürfen, da er seinen Führerschein 2013 abgeben musste. Das Auto hatte er sich jeweils von seiner Mutter ausgeliehen, ohne dass diese etwas davon mitbekommen hat. Die meisten Delikte, die ihm zur Last gelegt wurden, gab der Beschuldigte unumwunden zu. Lediglich den Vorwurf, zwei Parkticketautomaten bei der Stoosbahn beschädigt zu haben, wies er von sich. Er habe lediglich versucht, einen, nicht aber beide Automaten aufzubrechen. Dass der Luzerner die Delikte zugab, wirkte sich für die Richter strafmindernd aus.

Lehre abgebrochen, Jobs nie lange behalten

Dem Verurteilten gelang es nie richtig, im Leben Fuss zu fassen. Er war gezwungen, seine Lehre in einer Spedition abzubrechen, da er den Führerausweis abgeben musste. Jobs auf der Baustelle oder im Detailhandel übte er nie lange aus. Und auch der Onlineshop, den er selber aufbauen wollte, brachte er nicht richtig zum Laufen.

Die Richter kamen aufgrund seiner psychischen Störung zum Schluss, dass eine stationäre Massnahme notwendig sei, um ihn vor weiteren Verbrechen abzuhalten. So müsse eine «grundlegende Umkehr in seinem Denken und Handeln» stattfinden. Oder wie es im Urteil heisst: «Mit Blick auf die Vergangenheit ist ernsthaft zu befürchten, dass der Beschuldigte ohne engmaschige Betreuung schnell wieder auf die schiefe Bahn gerät.» Mit dem Entscheid, eine stationäre Therapie zu verhängen, folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Zudem forderte diese eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten sowie eine Busse von 800 Franken. Die Verteidigung dagegen wollte eine ambulante Massnahme bei einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten erwirken.

Obwohl der 30-Jährige die Taten zugegeben hat, ist die Akte noch nicht geschlossen: Gegen das Urteil wurde Berufung angemeldet. Ins Gefängnis muss der Beschuldigte aber dennoch – allerdings im Kanton Schwyz. Wegen Diebstahls, Fahren ohne Führerschein und Drogenbesitzes belegte ihn die Schwyzer Justiz mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten sowie einer Busse von 500 Franken.

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