DIERIKON: 18 Gruppen und ein Hellseher

Die Feuerwehr hat Kafi im Tank, und «Mike Shiva» prophezeit eine rosige Zukunft: Die Dörflifasnacht in Dierikon hat Jung und Alt auf die Strasse gelockt.

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An der Dörflifasnacht in Dierikon ging es fetzig zu und her. Die Zuschauer konnten 18 verschiedene Nummern bestaunen. Im Bild: die Monster-Guugger aus Buchrain. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

An der Dörflifasnacht in Dierikon ging es fetzig zu und her. Die Zuschauer konnten 18 verschiedene Nummern bestaunen. Im Bild: die Monster-Guugger aus Buchrain. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Die Fasnächtler hatten Dierikon gestern fest im Griff: Erst marschierten die 18 Umzugsnummern durch die Gemeinde, danach ging es an der Dörflifasnacht im Kafizelt und in der Turnhalle weiter.

Hunderte Menschen, vielfach Familien mit Kindern, säumten die Strasse entlang der Route quer durchs Dorf bis zum Rigi-Schulhaus. Den Umzug eröffneten die einheimischen Drachen der Guuggenmusig Schlitzäugler, die 2008 ihr 35-Jahre-Jubiläum feiern. Ihnen folgte Zunftmeister Max der I. und sein freilich etwas gar spärliche Gefolge der Dörfli-Zunft. Trotzdem klatschten die Zuschauer wohlwollend, während Kinder die Zünftler zünftig mit Konfetti eindeckten.

Sprechstunden im Séparée
Für Unterhaltung sorgten die spontan mitlaufenden Einzelmasken: TV-Hellseher Mike Shiva legte aus seinem mobilen Fernsehgerät den Zuschauern die Karten und deutete daraus die Zukunft. Kostenpunkt laut Preisschild am Bildschirmrand: 4.95 Franken die Sekunde. Für die Neue LZ blickte er in die Zukunft der Gemeinde Dierikon. Seine Prognose: «Eine rosige Zukunft! Es kann sein, dass Dierikon im Rontal bald eine führende Rolle übernehmen wird.» Aus der Karte mit einem Kleinkind schloss er hingegen nicht, dass ein Kinderboom bevorstehe. Wer detaillierte Auskünfte wünsche, müsse jedoch eine Einzelsprechstunde im Séparée buchen.

Ebenfalls gesichtet wurde Frau Holle, die fleissig ihr Kissen ausschüttelte, dass die Federn nur so herumwirbelten, sowie zwei Riesenameisen, die einen zum Ameisenhaufen umgestalteten Kinderwagen mitzogen.

Paparazzi und Fafadi
Zur Stärkung der Zuschauer brauste als achte Umzugsnummer der «Füürwehrkafiwage» vorbei. Die Feuerwehrmänner auf dem zur mobilen Bar umgerüsteten Fahrzeug der Feuerwehr Ebikon/Dierikon schenkten allen kostenlos Kafi aus. Nur wenig später folgten die Paparazzi der Sädelgeister Zufikon im Blitzlichtgewitter des Tambourmajors – er dirigierte seine Guuggenmusig mit einem Fotostativ inklusive dauerblitzender Kamera.

Ebenfalls aufgefallen sind die Fafadi, eine Fasnachtsgruppe aus Dierikon: Ihren Umzugswagen schmückte ein nachgebauter Patrouille-Suisse-Kampfjet, garniert mit zahlreichen bunten Ballons, aus dem Innern schmetterte Nena ihre «99 Luftballons».

«Supertoll!»
Bei den Zuschauern kam der Umzug sehr gut an. «Das war supertoll!», schwärmte Frida Kessler-Bucher. «Dass in einer kleinen Gemeinde so ein Aufwand betrieben wird, ist wunderschön», fügte Ehemann Walter Kessler an. Deswegen sei die Dörflifasnacht fast schon ein Fixpunkt in ihrer Jahresplanung.

Emanuel Thaler