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DIERIKON: An diesem Bach lauert Gefahr

Der Götzentalbach hat letzten Sommer tragische Berühmtheit erlangt. Dorf­bewohner fürchten sich aber noch vor einem zweiten Gewässer.
Meist ist er nur ein Rinnsal, doch bei Unwettern schwillt der Spechtenbach gefährlich an. Anwohnerin Doris Klauser mit Bauer Peter Ott. (Bild Eveline Beerkircher)

Meist ist er nur ein Rinnsal, doch bei Unwettern schwillt der Spechtenbach gefährlich an. Anwohnerin Doris Klauser mit Bauer Peter Ott. (Bild Eveline Beerkircher)

Sandra Monika Ziegler

Als der Götzentalbach vergangenen Juni bei einem Unwetter über die Ufer trat, kamen im Keller eines Hauses eine Mutter und ihr Kind ums Leben. Dieses tragische Ereignis hat bis heute Spuren und Angst bei der Dieriker Bevölkerung hinterlassen. Für den Götzentalbach sind deshalb Schutzmassnahmen geplant, die solche Ereignisse künftig verhindern sollen. Doch in Dierikon gibt es noch einen anderen potenziell gefährlichen Bach – den Spechtenbach. Wobei die Meinungen über die Gefährlichkeit weit auseinandergehen. Für Doris Klauser ist es jedenfalls höchste Zeit zum Reagieren. Sie ist Miteigentümerin eines Mietshauses direkt am Spechtenbach. Beim Unwetter im vergangenen Juni verursachte nämlich auch der Spechtenbach grössere Schäden – genauso wie bei einem weiteren Hochwasser vier Jahre zuvor. Zwar gibt es ein Sanierungsprojekt für den Spechtenbach, doch dieses ist zurzeit sistiert – wegen «ungünstigem Kosten-Nutzen-Verhältnis», so die Begründung des Kantons. Für betroffene Eigentümer gäbe es zwar die Möglichkeit, bei der Gebäudeversicherung Luzern einen Unterstützungsbeitrag für Objektschutzmassnahmen zu beantragen, doch das würde lediglich 40 Prozent der Kosten decken.

«Die Zeit drängt»

Schützenhilfe erhalten die Anwohner von Peter Ott aus Schwarzenberg. Er hegt dort seit 30 Jahren den Giessbach in Eigenregie und hält das Bachbett mit Bagger und Schaufel von Geröll und Geschiebe frei. Das passt den Behörden nicht. Sie haben ihn für sein Tun bereits mehrmals gebüsst und auch schon fünfmal hinter Gitter gebracht. Das sorgte für nationale Schlagzeilen, liess aber Bergbauer Ott ziemlich kalt. Ein Erfolg blieb ihm trotzdem: 2003 hat das Bundesgericht zu seinen Gunsten entschieden. Nun steht er mit Doris Klauser an der Böschung des Spechtenbachs. Ott sieht sich den Lauf an und sagt: «Die Zeit drängt. Wird es wärmer, kommt das ganze Schneewasser.» Für Ott ist klar: «Das Problem beim Spechtenbach ist der Oberlauf am offenen Bach.» Hier wurden bereits vor Jahrzehnten Uferverbauungen und Sohlensicherungen angebracht. Diese müssten jetzt erneuert und ein Rechensystem eingebaut werden. Denn die Ufer sind weitgehend unterspült. Deshalb seien die Seitenhänge destabilisiert und rutschen nach, so Bauer Ott. Doch das sei nicht alles. Im Bachlauf liegen loses Geschiebe, Holz und Unrat, das entfernt werden muss, und die Ränder müssten ebenfalls gemäht werden.

«Was ganz dringend fehlt, ist ein Wuhrweg, damit für die Unterhaltsarbeiten am Bach ein direkter Zugang genutzt werden kann», erklärt Ott. Nötigenfalls rückt Ott von Schwarzenberg mit seinem Bagger an, wie er sagt. Ein paar Meter weiter oben zeigen Ott und Klauser auf ein Rohr, dieses sei seit dem Unwetter vom letzten Juni verstopft. Klauser: «Wir haben versucht, das Rohr zu entstopfen, doch das Geröll und die Steine, die etwa drei Meter im Innern des Rohres sind, konnten wir nicht lösen. Jetzt sucht sich das Wasser den Weg oben drüber.» Ihre Erkenntnisse trugen sie auch schon auf der Gemeinde vor. Dort erhielt Klauser Einsicht in drei Pläne zu einer geplanten Bachsanierung. Zwei davon zeigen Lösungen, die direkt über Klausers Land führen. «Ein Vorschlag ist, den Bach darüber laufen zu lassen und ein anderer, ein Rohr durchs Land zu verlegen.» Beides würde eine Wertverminderung des Landes bedeuten. Denn dort, wo das Bachrohr verläuft, darf man nicht drauf bauen, so Klauser. Sie ist auch enttäuscht, dass bei den Plänen der Oberlauf ausser Acht gelassen wurde.

Gemeinde drängt auf Sanierung

Dierikon ist an einer Bachsanierung sehr interessiert, wie Gemeindepräsident Max Hess auf Anfrage bestätigt. Dies auch, um den Sportplatz neben dem Bach besser zu schützen. Hess: «Wir werden deshalb mit dem Kanton weiter verhandeln. Unser Ziel ist es, für alle eine gute Lösung zu finden.» Heute findet eine Begehung mit Vertretern von Kanton und Gemeinde statt. Für Dierikon ist laut Hess jedoch heute schon klar: «Der Spechtenbach muss sowohl im Ober-, wie auch im Unterlauf saniert werden.» Das würde Klauser begrüssen: «Denn die Ursache für die Überschwemmungen ist der Oberlauf.»

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