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DIERIKON: Der Alltag ist noch nicht zurück

Das Unwetter vom 7. Juni hat viel Zerstörung und Leid im Dörfli angerichtet. Die Anwohner sind noch immer mit Aufräumen beschäftigt.
Die Aufräumarbeiten sind noch immer im Gang: Melinda Omlin reinigt ein Gewächshaus vom Schlamm. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Aufräumarbeiten sind noch immer im Gang: Melinda Omlin reinigt ein Gewächshaus vom Schlamm. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Dierikon: Mehr Bilder von den Aufräumarbeiten auf www.luzernerzeitung.ch/bilder

Roger Rüegger

Knapp zwei Wochen ist es her, seit der Götzentalbach über die Ufer trat und in nie da gewesenem Ausmass im Gebiet Dörfli in Dierikon Schaden anrichtete. Als reissender Fluss bahnte er sich den Weg durch Gärten und über Felder. Er drang in Wohnhäuser, Keller, Garagen, Backstuben und Gewächshäuser ein und hinterliess Verwüstung und Zerstörung. Die Strasse im Dörfli wurde an mehreren Stellen unterspült. Auf tragische Weise sind eine Frau und ihr Kind ums Leben gekommen. Die beiden sind im Untergeschoss ihres Wohnhauses ertrunken.

Sandsäcke erinnern an das Leid

An all das Leid erinnern heute noch einige Sandsäcke, Container mit Bauschutt, verschlammtem Isolationsmaterial und Hausinventar. Ausserdem ein abgeknickter Gartenzaun und etliche Bewohner, die ihre Zufahrten und Gärten wieder auf Vordermann bringen.

Gestern gegen 10 Uhr: Aus zahlreichen Gebäuden tragen Handwerker und Anwohner Material oder richten die Umgebung wieder her. Mathias Hediger etwa lässt den Vorplatz seines alten Bauernhauses mit Schotter bedecken. «Bevor wir den Schotter verteilen konnten, galt es, Schlick und sonstigen Unrat abzutragen, der vom Wasser mitgeführt wurde», sagt er. Knöcheltief sei der Schlamm gewesen. Obwohl er neben dem Umschwung auch das Erdgeschoss seines Hauses renovieren muss, hält sich sein Ärger in Grenzen. «Ich kehrte am Dienstag aus den Ferien zurück und wusste, was mich erwartet», sagt er.

Strasse im Eiltempo saniert

Andere Anwohner sind emotionaler. Einer seiner Nachbarn ist aufgebracht. Er will, dass die Behörden etwas unternehmen. Seit Jahren müssen die Quartierbewohner mit dem Hochwasser leben, welches sie bereits mehrere Male überraschte. Doch es hat sich seit dem Unwetter durchaus eine Menge getan. Die zerstörte Strasse im Dörfli ist im Eiltempo wieder hergerichtet worden. Gestern war eine Equipe auf dem Platz, welche auf einer Länge von 80 Metern neu asphaltierte. «Wir erledigen die Arbeit hier in einem Tag. In diesem Fall war es wichtig, dass es schnell vorwärtsgeht», sagt Strassenbauer Emanuel Pinheiro. Auch die Götzentalstrasse muss in Stand gestellt werden. Dazu ist die Strasse ab Montag bis nächsten Freitag gesperrt.

Bäckerei immer noch geschlossen

Gemeindepräsident Hans Burri führt uns zum Götzentalbach oberhalb der Bäckerei Brunner, die durch das Unwetter arg getroffen wurde. Der Bachverlauf wurde hier einen Tag nach dem Unwetter mit grossen Gesteinsbrocken wieder befestigt. Dafür musste eine Zufahrt errichtet werden, damit die schweren Maschinen Zugang hatten. Auch in diesem Gebiet sind Leute mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Bäckerei wird noch einige Zeit still stehen, da das Erdgeschoss überflutet worden ist.

Die Gärtnerei Widler musste den Betrieb ebenfalls etwas herunterfahren. «Wir hatten in den Gewächshäusern viel Wasser. Den Schlamm, der mitgeführt wurde, mussten Mitarbeiter in vielen Stunden wegräumen», sagt Firmeninhaber Adrian Widler. Einen Tag nach dem Unwetter habe nur eine Equipe dem Tagesgeschäft nachgehen können. Die restlichen seien mit Aufräumen beschäftigt gewesen. Auch gestern waren noch Spuren des Hochwassers zu sehen. Melinda Omlin schippte letzte Schlammreste aus einem Gewächshaus ins Freie. Im Dörfli herrscht also beinahe wieder Alltag. Beinahe. «Die Tragödie mit den verunglückten Menschen wird uns immer beschäftigen. Damit müssen wir alle leben», sagt Hans Burri.

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