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DIERIKON: Dorfkapelle wird verkauft – und soll zum Gastrobetrieb werden

Nach langen Jahren der Suche und der Verhandlungen hat die Gemeinde endlich eine Käuferin für die Dorfkapelle gefunden. Die Ebikonerin muss nun eine beträchtliche Summe für die Sanierung aufwenden.
Gabriela Jordan
Die Kapelle im «Dörfli» steht seit Jahren leer und soll nun bald saniert werden. (Bild: Pius Amrein (Dierikon, 8. August 2016))

Die Kapelle im «Dörfli» steht seit Jahren leer und soll nun bald saniert werden. (Bild: Pius Amrein (Dierikon, 8. August 2016))

Eine Wohnung, ein Restaurant oder gar ein Kraftwerk? Die Ideen, wie die seit Jahren leer stehende und allmählich verlotternde Kapelle in Dierikon wieder genutzt werden könnte, waren sehr vielfältig. Mehr als vier Jahre lang hat der Gemeinderat die diversen Möglichkeiten zusammen mit der Denkmalpflege geprüft und zahlreiche Gespräche mit interessierten Käufern geführt. Jetzt ist es endlich so weit, und der Gemeinderat kann die Käuferin bekanntgeben – ein Moment, den er wohl schon lange herbeigesehnt hat.

Wer also ist die neue Herrin der Dorfkapelle, und was will sie damit tun? Ihr Name ist Ursula Trucco, sie wohnt in Ebikon und arbeitet als Gymnasiallehrerin für Sport und Psychologie – und hat die Kapelle für einen Symbolpreis von 10000 Franken gekauft. Laut der Gemeinde Dierikon plant sie, ein «gastronomienahes Angebot» in der Kapelle zu errichten. «Ursula Trucco ist eine engagierte und enthusiastische Frau, die sich mit dem Kauf der Kapelle einen Traum verwirklicht», sagt Gemeindepräsident Max Hess (CVP) auf Anfrage. «Aus unserer Sicht haben wir mit ihr deshalb die beste Lösung gefunden.» Ursula Trucco war für eine Auskunft nicht erreichbar.

Gemeinderat hat aus letztem Verkauf gelernt

Der Gemeinderat freut sich sehr, dass die zukünftige Nutzung mit dem «Beizli» auch der Dieriker Bevölkerung zugutekommen wird und dass «bald ein weiteres besonderes Schmuckstück das Dörfli prägen wird», heisst es in der Mitteilung. Bis in der Kapelle Kaffee getrunken werden kann, wird es aber noch eine Weile dauern. Zuerst muss die neue Besitzerin das alte Bauwerk auf Vordermann bringen. Der Verkauf ist nämlich mit der Auflage verbunden, dass für die teure Sanierung aufgekommen werden muss. Der letzte Käufer hat dies nicht erfüllt, weshalb die Kapelle 2013 an die Gemeinde zurückgegangen ist (wir berichteten). «Es war uns deshalb sehr wichtig, dass die neue Besitzerin ein finanzielles Polster hat und in der Lage ist, die kostenintensive Sanierung zu stemmen», so Max Hess. Auch im aktuellen Kaufvertrag behält sich die Gemeinde wieder ein Rückkaufsrecht vor.

Für die dringende Sanierung der 1862 errichteten Kapelle wird gemäss der Gemeinde mit Kosten von 700000 Franken gerechnet. Darin enthalten ist zum Beispiel die Renovation der feuchten Wände und des instabilen Daches. Die Holzverbauung, die stark mit Hausschwamm befallen war, wurde von der Gemeinde inzwischen bereits entfernt. Nicht in den 700000 Franken enthalten sind die Umgebungsgestaltung und der Innenausbau, beispielsweise hat es im Gebäude noch keine Toiletten. Auf die neue Besitzerin kommen unter dem Strich somit noch höhere Kosten hinzu.

Sowohl die Gemeinde als auch Ursula Trucco wollen, dass es mit der Sanierung nun vorwärtsgeht. Max Hess geht davon aus, dass das Baugesuch in Kürze aufliegen wird und ungefähr im Sommer mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. «Ich hoffe, dass die Eröffnung irgendwann 2019 stattfinden kann.»

Weil die Kapelle als erhaltenswert gilt, hat bei der Sanierung auch die Denkmalpflege ein Wörtchen mitzureden. Bei den ersten Abklärungen wurde sie daher bereits miteinbezogen. Realisiert wird das Projekt vom Architektenteam Karin und Martin Simmen aus Luzern, welches auf die Renovation historischer Gebäude spezialisiert ist.

Laute und religiöse Anlässe sind verboten

Nebst dem nun geplanten «Beizli» schien dem Gemeinderat einst auch die Idee von Wohnungen in der Kapelle zugesprochen zu haben. So wären in der rund 130 Quadratmeter grossen Kapelle bis zu drei Etagen möglich gewesen. Schliesslich habe sich die Gemeinde jedoch für den Gastrobetrieb entschieden, weil davon die ganze Bevölkerung profitieren könne.

Da die Kapelle mitten im Dorf steht, ist eine lärmintensive Nutzung verboten, nicht toleriert werden laut dem Grundbuch zudem religiöse Anlässe. «Damals wollten wir vermeiden, dass etwa eine Sekte die Kapelle kauft. Denn solche Interessenten gab es relativ viele», so Hess. Die Kapelle ist bereits seit 1978 entweiht, weil die Gemeinde und die Kirchgemeinde Dierikon keinen Verwendungszweck mehr für sie haben.

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Innenansicht der Kapelle im «Dörfli». (Bild: PD)

Innenansicht der Kapelle im «Dörfli». (Bild: PD)

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