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DIERIKON: Hochwasserschutz: Jetzt gehts vorwärts

Die heftigen Regenfälle an Pfingsten waren ein «Warnsignal». Damit sich das Unglück von 2015 nicht wiederholt, prüft der Kanton nun Sofortmassnahmen.
Hugo Bischof
Das Unwetter vom 7. Juni 2015 forderte in Dierikon zwei Todesopfer. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Unwetter vom 7. Juni 2015 forderte in Dierikon zwei Todesopfer. (Bild Corinne Glanzmann)

Hugo Bischof

Der Götzentalbach in Dierikon ist in den letzten Jahren öfters über die Ufer getreten. Am schlimmsten traf es die Gemeinde am 7. Juni 2015, als ein schweres Unwetter mit Überschwemmungen zwei Todesopfer forderte. Ein Hochwasserschutzprojekt des Kantons Luzern liegt zwar vor; dessen Realisierung ist aber erst für 2017 geplant.

Nun könnte es doch rascher vorwärtsgehen. Eine Aussage im Mitteilungsblatt der Gemeinde, dem «Dieriker Info», lässt aufhorchen: «Der Kanton wird aufgrund der starken Regenfälle an Pfingsten prüfen, ob beim Hochwasserschutzprojekt Götzentalbach einige Sanierungsarbeiten bereits vorgängig als weitere Sofortmassnahmen durchgeführt werden können.»

Rechen werden aufgestellt

«Die Regenfälle an Pfingsten waren ein Warnsignal», sagt dazu der Dieriker Gemeindepräsident Max Hess: «Sie haben uns nochmals sensibilisiert für die bestehenden Gefahren.» Zu Schäden sei es an Pfingsten im letztmals besonders stark betroffenen Dörfli glücklicherweise nicht gekommen. «Dennoch haben wir vorsichtigerweise einen Bagger eingesetzt, um Geschwemme und Geschiebe wegzuräumen.» Kleinere Überschwemmungen gab es im Götzental.

«Nun diskutieren wir mit den zuständigen Stellen des Kantons darüber, einige Massnahmen aus dem Hochwasserschutzprojekt vorzuziehen», sagt Gemeindepräsident Hess. Konkret geht es um das Aufstellen von sogenannten Rechen, und zwar sowohl im oberen Teil des Götzentalbachs (Oberdierikon) als auch im Bereich hinter der Mühle. Die Rechen dienen dazu, angeschwemmtes Material aufzufangen, bevor Rohre verstopft werden. Zusätzlich sollen sie verhindern, dass Geschiebe ins Dorf hinuntergeschwemmt wird und dort Unheil anrichtet.

Mehrkosten unvermeidlich

«Die Rechen sind Teil des Gesamtprojekts», sagt Max Hess. Ein Vorziehen einer solchen einzelnen Massnahme werde zwar zu Mehrkosten führen, «diese sind aber hoffentlich in einem vernünftigen, vertretbaren Rahmen». Hess wünscht sich, dass «die Rechen so rasch wie möglich aufgestellt werden».

Das gesamte Hochwasserprojekt wird danach wie geplant 2017 realisiert. Die Bauarbeiten werden rund ein Jahr dauern.

Ziel ist unter anderem eine deutliche Erweiterung des Bachbetts. «Es wird wesentlich tiefer und breiter werden als heute», sagt Hess. Zusätzlich wird der eingedolte Bereich des Götzentalbachs zwischen der Bäckerei Brunner bis zum Dörfli auf rund 200 Metern Länge offengelegt. «Zudem wird der Bachlauf hier neu verlegt, um die Kapelle herum», so Hess. Die Pläne dafür sollen im Herbst 2016 öffentlich aufgelegt werden. «Der Kanton sucht aber schon zuvor das Gespräch mit den betroffenen Grundeigentümern.» Diese müssen für die Massnahmen einen Teil ihres Landes abtreten. Für die Sanierung des Götzentalbachs rechnete der Kanton bisher mit Kosten von 2,5 Millionen Franken. Max Hess schätzt, dass die Kosten wohl leicht höher ausfallen werden. Vom Kanton konnte gestern niemand zum Projekt Auskunft geben.

Spechtenbach wird ebenfalls saniert

Gemäss «Dieriker Info» wird der Kanton auch das Projekt der Sanierung des benachbarten Spechtenbachs, dessen Kosten-Nutzen-Verhältnis er zunächst als ungünstig beurteilt hatte, «wieder aufnehmen». Eine Begehung vor Ort mit Anwohnern und Vertretern des Kantons habe stattgefunden, sagt Max Hess.

Definitiv bewilligt ist auch das Sanierungsprojekt der Brücke in Oberdierikon. Sie muss neu gebaut und aus Kostengründen nach hinten versetzt werden. Gemäss Max Hess starten die Bauarbeiten in den nächsten Wochen. Sie werden voraussichtlich zwei Monate dauern.

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