DIERIKON: Luzern macht vorwärts mit Schutzprojekt nach tödlichem Unwetter

Der Kanton Luzern will ein schon länger geplantes Hochwasserschutzprojekt am Götzentalbach in Dierikon nun realisieren. Ab Montag liegen die Unterlagen öffentlich auf. Der Bach war im Sommer 2015 über die Ufer getreten. Zwei Frauen kamen in einem Haus in eindringenden Wassermassen um.

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Der Götzentalbach hinterliess in Dierikon eine Spur der Verwüstung. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Dierikon, 10.06.15))

Der Götzentalbach hinterliess in Dierikon eine Spur der Verwüstung. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Dierikon, 10.06.15))

Wie aus dem Luzerner Kantonsblatt vom Freitag hervorgeht, wird das Projekt mit Baulinienplan und Rodungsgesuch ab Montag in der Gemeinde öffentlich aufgelegt. Einsprachen sind bis am 21. Februar möglich.

Wie eine Sprecherin des Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement auf Anfrage sagte, sieht das rund 5,5 Millionen Franken teure Projekt vor, die Abflusskapazität des Baches von Oberdierikon bis zur Mündung in die Ron zu erhöhen. Teils ist auch eine neue Linienführung vorgesehen.

Nach der Auflage entscheidet der Regierungsrat über das Projekt. Aufgrund der Kosten ist für eine Realisierung auch die Zustimmung des Kantonsparlaments nötig. Die Baumeisteraufträge werden frühestens im Herbst 2017 vergeben.

Der Götzentalbach war im Juni 2015 bei einem Unwetter aus seinem Bett getreten und hatte Teile von Dierikon überschwemmt. Eine Mutter und ihre Tochter wurden im Untergeschoss eines Hauses von eindringenden Wassermassen überrascht und ertranken.

Der Kanton Luzern hatte vor dem tödlichen Unwetter ein Schutzprojekt in dem Gebiet aus finanziellen Gründen um ein Jahr sistiert. 2016 wurden bauliche Massnahmen vorgezogen, um das Risiko von Katastrophen zu reduzieren. Unter anderem wurden ein Geschiebesammler errichtet und das Gerinne teils verbreitert. (sda)