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Diese App liefert Luzerner Insider-Wissen für Vorstädter und Touristen

Luzern steckt voller spannender, kleiner, mitunter wenig bekannten Läden. Eine neue, vom Quartierverein Hirschmatt-Neustadt lancierte App führt ab sofort zu ihnen hin. Die City-Vereinigung findet’s gut – und äussert trotzdem Kritik.
Roman Hodel
Stefan Hauser und Simona Mazurekova von der Vinothek Hauser machen mit bei der neuen Shopping-App. (Bild: Manuela Jans-Koch / Luzern, 21. Juni 2018)

Stefan Hauser und Simona Mazurekova von der Vinothek Hauser machen mit bei der neuen Shopping-App. (Bild: Manuela Jans-Koch / Luzern, 21. Juni 2018)

Wo in der Stadt gibt es Hüte made in Lucerne? Oder einen cremigen Weichkäse aus der Normandie? Wer in Luzern wohnt, weiss das vielleicht – aber Nicht-Städter oder erst Touristen? Wohl eher nicht. Das soll sich ab sofort ändern – dank der neuen Smartphone-App Findeling. 62 laut Eigenwerbung «kleine und feine» Läden sind zum Start mit dabei.

«Wir bieten damit sozusagen Insider-Wissen für alle an - wobei sogar ich auf Geschäfte gestossen bin, die mir bislang unbekannt waren», sagte Markus Schulthess, Co-Präsident des Quartiervereins Hirschmatt-Neustadt am Donnerstag vor den Medien. Dieser hat die App initiiert – und nicht etwa die Geschäfte selber. Schulthess findet das nicht ungewöhnlich: «Diese Läden sind Teil des besonderen Neustadt-Grooves, für den sich unser Verein einsetzt.» Trotzdem sind auch Läden aus der Altstadt, Kleinstadt und dem Bruchquartier mit dabei. «Dort gib es ebenfalls spannende Angebote», so Schulthess.

Auf der App ist jeder Laden mit einem Profil präsent. Dieses besteht aus Fotos, der Beschreibung des Angebots und den Öffnungszeiten. Weiter kann man nach Marken oder Gütesiegeln wie etwa «nachhaltig» suchen. Und es gibt spezielle Shopping-Touren beispielsweise für Frauen, Männer oder Handgemachtes. Dabei führt die App den User mittels Karte durchs Quartier und schlägt bestimmte Läden vor. Man kann aber nicht online einkaufen.

Luzern ist als erste Schweizer Stadt dabei

Selbstverständlich soll die App den Läden in erster Linie mehr Kundinnen und Kunden bescheren. Etwas, das im Online-Zeitalter zunehmend schwieriger wird. «Zwar haben viele kleine Läden eigene Online-Auftritte, doch man findet diese via Google kaum», sagte Schulthess, «die Findeling-App hingegen ist bei Google gut positioniert.»

Entwickelt wurde die App in Deutschland. Sie ist dort in Grossstädten wie Hamburg oder Berlin bereits erfolgreich im Einsatz – mit 35000 Downloads. Wer sie nutzt, wählt vorgängig den Ort aus. Luzern gehört als erste Schweizer Stadt nun auch dazu. Die Gesamtkosten der Lancierung hier betragen rund 38’000 Franken - die Hälfte davon übernimmt der ALI Fonds der Stadt Luzern. Die Luzerner Läden zahlen für ihren Auftritt einmalig je 300 Franken. «Ein Betrag, den sich kleine Läden mit kleinem Marketing-Budget noch leisten können», sagte Schulthess.

Da pflichtete ihm Stefan Hauser, Mitinhaber der Vinothek Hauser an der Waldstätterstrasse, bei: «Die App ist für uns eine einmalige Chance, zu einem konkurrenzlos guten Preis neue Kunden anzusprechen.» Ähnlich äusserte sich Toni Hüsser, Inhaber des gleichnamigen Optikgeschäftes schräg gegenüber: «Das ist für uns finanziell zu stemmen.» Als kleiner Betrieb in einer Seitenstrasse sei es für sie schwieriger, neue Kunden zu gewinnen. «Wir hoffen, dass dank der App gerade Leute aus der Agglomeration eher mal zu uns in die Neustadt einkaufen kommen – und nicht nur in die Altstadt, wo die Ladenketten präsent sind.»

Online-Crash-Kurs für Ladenbesitzer

Apropos Ladenketten: Diese dürfen auf der App schon gar kein Profil eröffnen. Laut Schulthess vom Quartierverein sind nur kleine, individuelle Fachgeschäfte zugelassen. Dies sei von Findeling so bestimmt. Und: Der Laden muss sich in der Luzerner Innenstadt befinden. Weitere Ladenbesitzer können sich für ein Profil weiterhin beim Quartierverein melden.

Gefragt sind nun aber die Ladenbesitzer selber. Sie müssen ihr Profil in Schwung halten; also Fotos und Angebote posten, damit auf der App auch etwas läuft. Schulthess: «Wir organisieren extra zwei Schulungsabende, denn nicht alle sind digital gleich fit unterwegs.»

«Wir hätten gemeinsam etwas machen können»

Bei der City-Vereinigung Luzern hält man die App zwar «für eine gute Sache», wie Präsident Josef Williner sagt: «Es ist immer positiv, wenn das Stadtluzerner Gewerbe Support erhält.» Allerdings seien sie etwas enttäuscht darüber, dass der Quartierverein die City-Vereinigung nicht miteinbezogen hat. «Wir wurden bloss informiert, dabei hätten wir gemeinsam etwas machen können», sagt er. Schulthess sagt dazu: «Was nicht ist, kann noch werden.» Sie hätten «in der Hitze des Gefechts» nicht daran gedacht, die City-Vereinigung früher ins Boot zu holen. «Bereits nächste Woche findet aber ein Treffen statt.»

Hinweis: Mehr Informationen zur App finden Sie unter www.findeling.de/luzern

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