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Diese Luzerner sind für zehntausende Mahlzeiten verantwortlich

Im Kantonslager der Pfadi Luzern in Escholzmatt ist die ganze Familie Hofstetter engagiert. Das kommt nicht von ungefähr: Vater Walter reiste früher als höchster Schweizer Pfädeler um die Welt – inklusive der drei Kinder.
Niels Jost
Die Familie Hofstetter in der Food-Verteilzentrale des Kantonslagers der Pfadi Luzern. Von links: Nadia, Simon, Walter und Yvonne. Noch nicht im Lager angekommen ist Tochter Kathrin. (Bild: Eveline Beerkircher (Escholzmatt, 19. Juli 2018))

Die Familie Hofstetter in der Food-Verteilzentrale des Kantonslagers der Pfadi Luzern. Von links: Nadia, Simon, Walter und Yvonne. Noch nicht im Lager angekommen ist Tochter Kathrin. (Bild: Eveline Beerkircher (Escholzmatt, 19. Juli 2018))

Die Dimensionen sind nahezu astronomisch: 4,3 Tonnen Brot, 1,64 Tonnen Äpfel, 1,44 Tonnen Bananen und rund 400 Kilogramm Käse. All das verputzen die rund 2200 Kinder und Jugendliche im zweiwöchigen Kantonslager «LUpiter18» der Pfadi Luzern in Escholzmatt. Hinzu kommt täglich ein Lastwagen voller frischer Lebensmittel wie Kartoffeln, Rüebli oder Zwiebeln, welche an die 35 Pfadi-Abteilungen verteilt werden. Eine logistische Meisterleistung.

Dass die Pfädeler nicht hungern müssen, dafür sorgt unter anderem die fünfköpfige Familie Hofstetter aus Luzern. Vater Walter alias Hööggli (61) bestellt die Lebensmittel bei der Migros und berechnet, welche Pfadi-Abteilung wie viel erhält. Mutter Yvonne alias Strick (58) hilft in der Küche aus und wäscht auch mal die Wäsche. Sohn Simon alias Fox (23) ist verantwortlich für den Kiosk und den Besuchstag morgen Samstag, an dem Tochter Kathrin alias Cera (28) einen «LUpiter18»-Eistee zubereiten wird. Und da wäre noch Nadia alias Marea. Die 27-Jährige ist während des KaLa quasi die Chefin ihrer Familienmitglieder. Als Hauptverantwortliche für den Bereich Food koordiniert sie sowohl das Essen für die 2200 Pfädeler als auch jenes für die 300 Helfer sowie den Kiosk.

Lager in Mexiko und Taiwan mitorganisiert

Dass alle Hofstetters am Kantonslager mitanpacken, ist nicht selbstverständlich – und doch nicht ganz überraschend. Wohl kaum eine andere Familie ist so mit dem Pfadi-Virus infiziert, wie sie. «Wir haben unsere Kinder schon in Lager mitgenommen, als sie kaum laufen konnten», erzählt Yvonne Hofstetter. Und das nicht nur in der Schweiz, sondern etwa auch in Mexiko oder Taiwan. Denn Vater Walter war von 1991 bis 1997 als Präsident der Pfadibewegung Schweiz und von 1999 bis 2005 sogar im Komitee der World Organization of the Scout Movement. In diesem Amt organisierte Walter Hofstetter die internationalen Lager mit, die sogenannten Moots.

«Ich weiss langsam, wie ein Lager funktioniert», sagt er schmunzelnd. Das helfe ihm für seine aktuelle Aufgabe. Yvonne nickt: «Wir müssen hier wirklich krampfen. Aber die Arbeit ist schön, jeder ist hilfsbereit und packt gerne an.» Da falle einem auch das Aufstehen um 6.15 Uhr und stundenlanges Rüsten nicht schwer. Und schliesslich erhalte man viel zurück. «Von einem Pfadilager kann man nur profitieren, sei es als Kind, Leiter oder Helfer», sagt Simon.

Vater Walter freuen diese Worte. Als ehemalig höchster Pfädeler der Schweiz weiss er um den hintergründigen Erziehungscharakter der Bewegung. «Die Pfadi ist eine informelle Ausbildung. ‹Learning by Doing› ist hier die Devise – das funktioniert seit Generationen», sagt der Frühpensionierte.

«Hatte ich keine Ahnung, was ich eigentlich mache»

Ein Leitsatz, dem die Teilnehmer auch im Kantonslager gerecht werden. «Zu Beginn hatte ich keine Ahnung, was ich eigentlich mache», sagt Nadia lachend. «Doch gemeinsam haben wir schnell Lösungen gefunden. Mittlerweile ist jeder ein kleiner Experte auf seinem Gebiet. Eine solche Chance erhält man sonst nirgendwo», so Nadia, die erst letzte Woche ihre Masterarbeit im ETH-Studiengang Raumentwicklung und Infrastruktursysteme abgegeben hat.

Die Familie ist sich einig: Durch solche Freiwilligenarbeit und die dadurch geknüpften Freundschaften wird der Pfadi-Virus weitergegeben. Einmalige Erlebnisse wie das Kantonslager helfen dabei. «Das KaLa stärkt den Zusammenhang im Kanton und zwischen den Abteilungen», ist sich Yvonne sicher. «Es ist das Lager der Superlative.» Dieser Eindruck wird unserer Zeitung vor Ort bestätigt. Meterhohe Bauten – sogar mit Wendeltreppen! – ragen in die Höhe, die lagereigene Zeitung informiert in professioneller Manier rund um das Kantonslager, und sogar Schaulustige fahren extra auf den Hügel neben dem Lagerplatz, um sich ein Bild von den Dimensionen zu machen. Zu verdanken ist das Gelingen des ersten Kantonslagers der Pfadi Luzern nicht zuletzt Krampfern wie den Hofstetters.

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