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Diese Primarschüler lernen das ABC nun in einer herrschaftlichen Villa

Primarschüler in Kastanienbaum, Kriens und Meggen hatten am Montag in doppelter Hinsicht einen grossen Tag: Sie durften nicht nur in eine neue Klasse, sondern gleich in ein nigelnagelneues Schulhaus einziehen - darunter eine ziemlich edle Variante.
Natalie Ehrenzweig, Roman Hodel und Christian Tschümperlin

Kriens: Ein Song für’s erneuerte «Brunnmatt»-Schulhaus

Schulhaus «Brunnmatt»: Blick ins Klassenzimmer von Lehrerin Nicole Matt. (Bilder: Roger Grütter (Kriens, 20. August 2018))
Ordnung muss sein.
Wer durstig ist, muss nicht darben.
Treppensteigen ist gesund - nicht wahr.
Besammlung vor dem Schulhaus am ersten Betriebstag.
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Ganz schön hoch sind die Klassenzimmer zuoberst im Krienser «Brunnmatt»-Schulhaus

Grösser, schöner, moderner. So präsentiert sich das Krienser «Brunnmatt»-Schulhaus nach einem Jahr Bauzeit. Der Unterricht hat während dieser Zeit in einem Provisorium auf der Krauerwiese stattgefunden. «Mir gefällt, dass wir neue Zimmer haben und wieder einen schönen Pausenplatz», sagt Viertklässler Felipe beim Besuch unserer Reporterin am ersten Schultag nach den Sommerferien. «Die Turnhalle wird allerdings erst nach den Herbstferien bereit sein», sagt Bildungsvorsteherin Judith Luthiger (SP). Knapp zehn Millionen Franken hat die Sanierung und Erweiterung gekostet. Dafür gibt es jetzt einen zusätzlichen Stock, einen neuen Hort, mehr Kindergärten und es ist rollstuhlgängig.

«Gruppenzimmer sind heute mit der integrativen Förderung ein Muss», sagt Schulleiterin Brigitte Werder. Sie freue sich darauf, den Schwung, für den das neue Schulhaus sorge, in den Schulalltag mitzunehmen. Dennoch: Die Zeit im Provisorium sei für alle Beteiligten eine positive Erfahrung gewesen. «Wir hatten genug Platz», so Brigitte Werder. «Eine Herausforderung war der längere Schulweg.» Die Begleitung der jüngeren Kinder durch die Eltern und Lehrpersonen habe jedoch gut geklappt. Trotz Umzugsstress schätzte auch Viertklass-Lehrerin Nicole Matt die Zeit im Provisorium: «Wegen des Platzes und der modernen Einrichtung.» Dort musste sich Medina, Schülerin von Nicole Matt, erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen: «Es war merkwürdig, dass wir überall verteilt waren.» Zurück nun im «Brunnmatt»-Schulhaus gefalle es ihr sehr gut, «vor allem die grösseren Zimmer.»

Auch Viertklässlerin Angelina hatte einen weiteren Weg zum Provisorium. Das sei vor allem im Winter mühsam gewesen. «Ausserdem war der Pausenplatz kleiner. Hier im ‹Brunnmatt›-Schulhaus ist er grösser und schöner und wir sind wieder alle zusammen», sagt sie. Ihr Klassengspänli Elion fand es im Provisorium sehr schön und sauber: «Ausserdem gab es einen guten Rasen zum Fussball spielen.» Das neue Schulhaus gefalle ihm sehr gut: «Hier gibt es auch einen grösseren Pausenplatz, wir sind wieder alle zusammen und haben Goals.»

Die Aufbruchstimmung bei der Schulleitung, den Lehrpersonen und den Schülerinnen und Schülern ist am ersten Schultag nicht nur zu spüren, sondern auch zu hören: Gemeinsam singen sie den «Brunnmatt»-Song aus voller Kehle – inklusive den dazu gehörenden Bewegungen. Aufbruchstimmung kennt auch die Gemeinde Kriens selber: «Seit 2012 konnte ich jedes Jahr ein Schulhaus oder einen Hort eröffnen», sagt Gemeinderätin Judith Luthiger. Ziel der Gemeinde sei es, in jedem Schulhaus auch einen Hort zu haben – so wie nun hier im Brunnmatt-Schulhaus.

Meggen: «Stylisches» Haus mit polarisierender Wandfarbe

Auf dem Pausenplatz des neuen Schulhauses Hofmatt 4: Schulleiterin Agatha Marti im Gespräch mit den Schülerinnen (von links) Nina, Julia, Sarah, Antoinette, Yaren und Morena. (Bilder: hor (Meggen, 20. August 2018))
Im Innern des fünfstöckigen Hauses sind erdige Töne Trumpf.
Blick in die Bibliothek.
Toll, ein Lift. Aber: Nur für die Lehrerinnen und Lehrer.
Schulleiterin Agatha Marti zu Besuch in der fünften Klasse von Lehrer Lukas Zberg. Man beachte die «rossschneckenbraune» Wand im Hintergrund.
Das «Hofmatt 4» ergänzt das Schulzentrum Hofmatt, rechts das «Hofmatt 2» - es wird nun saniert.
Die Fassade des fünfstöckigen Gebäudes besteht aus 428 Jurakies-Betonelementen. Typisch ist die Lamellenstruktur. Hinzu kommen 116 Fenster mit bronzefarbenen Rahmen.
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Die Schulleiterin findet ihr neues Megger Schulhaus «stylisch»

«Oh mein Gott, mier hend en eigete Grupperuum!» Manche Fünft- und Sechstklässler sind ganz aus dem Häuschen beim Anblick ihres Klassenzimmers im neuen Schulhaus «Hofmatt 4». Gruppenräume gab es bislang nur zum Teilen. Und dann erst diese «coole» Wandtafel: Statt Kreide oder Filzstift braucht man auf dem übergrossen Touch-Screen bloss noch die Finger. Kein Wunder sagt Fünftklässler Fabio: «Im neuen Schulhaus gefällt mir vor allem die Technologie.» Sein Banknachbar Santos gibt dem «Hofmatt 4» gar «9 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10».

Lehrerinnen und Lehrer loben derweil die grosszügigen Räume, den Geschirrspüler im Lehrerzimmer («eine Neuheit für uns»), einzig das Raumklima müsse sich – weil etwas warm – wohl noch einpendeln. «Ich will sowieso nicht zu heimisch werden, sonst fällt der Abschied schwer», sagt jemand – aus gutem Grund. Denn die Fünft- und Sechstklässler sind nur für ein Jahr im «Hofmatt 4» untergebracht. Danach kehren sie zurück ins «Hofmatt 2», das in der Zwischenzeit saniert wird. Von 2019 bis 2020 dient das neue Schulhaus dann den Erst- und Zweitklässlern als Bleibe, währenddessen ihr «Hofmatt 1» flott gemacht wird. Die definitiven Nutzer kommen erst 2020. Es sind die Dritt- und Viertklässler, die aktuell im «Hofmatt 3» und «Zentral 1» unterrichtet werden. Schulleiterin Agatha Marti sagt es so: «Ja, die Bauerei begleitet uns noch eine Weile.» Gerade die letzten Wochen seien hektisch gewesen: «Einiges wurde erst in letzter Minute geliefert, da und dort fehlen noch Türschlösser und die definitive Zimmerbeschriftung – aber nun sind wir gut gestartet.»

«Die Aussicht von den oberen Zimmern auf den See und die Berge ist Weltklasse.»

Für die Erweiterung und Sanierung des gesamten Schulzentrums Hofmatt hatten die Megger 2015 einen Sonderkredit von fast 29 Millionen Franken gesprochen. Zu der nun abgeschlossenen ersten Etappe gehört der Umbau des Hauses Luzernerstrasse 14 für die familienergänzenden Tagesstrukturen und eben der Neubau «Hofmatt 4» – dieser umfasst auf fünf Etagen acht Klassenzimmer plus Gruppenräume, Singsaal, Bibliothek und Platz für die Schulleitung. «Die Aussicht von den oberen Zimmern auf den See und die Berge ist Weltklasse», sagt Marti und schwärmt auch sonst vom «stylischen» Schulhaus. Etwa von der Betonfassade mit ihrer Lamellenstruktur oder von den «rossschneckenbraunen» Wänden und Schrankfronten. Eine Farbe, die laut Marti polarisiert. Apropos Wände: Noch sehen diese etwas kahl aus. Was auch daran liegt, dass noch nicht ganz klar ist, wo überall Zeichnungen und Plakate aufgehängt werden dürfen – das müssen die zuständigen Personen, wie es Marti sagt, noch definieren: «Wir sind aber zuversichtlich, dass mit der Zeit dieses Schulhaus farbig und lebendig aussehen wird.»

Kastanienbaum: Unterricht in einer exklusiven Umgebung

Die Villa Krämerstein ist für ein Jahr das Schulhaus der Kastanienbaumer Primarschüler. (Bild: Roger Grütter (Horw, 20. August 2018))

Die Villa Krämerstein ist für ein Jahr das Schulhaus der Kastanienbaumer Primarschüler. (Bild: Roger Grütter (Horw, 20. August 2018))

Einladend steht die Villa Krämerstein in Kastanienbaum am Ufer des Vierwaldstättersees. Eingebettet in einen Park, wo Rosen, geschnittene Büsche und mehr als ein Brunnen die Sinne betören, hat sie einen Nimbus erlangt, der weit über die Kantonsgrenzen hinausreicht. Kaum jemand würde erwarten, dass in dem repräsentativen Anwesen mit Seeanstoss seit Montag Kindergärtler spielen und Primarschüler die Schulbank drücken. Doch bereits hinter dem Eingangstor zu der mit Linden gesäumten Einfahrtsstrasse wird man von einer übermütigen Horde kreischender Kinder begrüsst. Es handelt sich um eine von fünf Klassen des Schulhauses Kastanienbaum – darunter zwei Kindergärten, zwei erste und eine zweite Primarklasse – die zum ersten Schultag gekommen sind. Sie werden während der einjährigen Renovation ihres Schulhauses in dem luxuriösen Gebäude, das der Gemeinde gehört, beherbergt sein.

Im ersten Stock malen die Schülerinnen und Schüler von Jacqueline Berger Märchenfiguren aus. Unter den Zweitklässlern herrscht Einigkeit darüber, dass es in der Villa viel schöner ist als im alten Schulhaus. Loana vergleicht das Innere des Gebäudes mit einem Labyrinth. «Hier können wir Verstecken spielen», sagt sie. Ben gefällt der tolle Pausenplatz. Und Ricardo erzählt, er habe das Gelände bereits erkundigt und dabei am Wasser prächtige Steine entdeckt. «Nur baden gehen dürfen wir nicht alleine», fügt er an. Doch dann meldet Stella erste Zweifel an: «Eigentlich gefallen mir beide Schulhäuser gleich gut», sagt sie. Auf die Frage «Wieso» entgegnet ihre Kollegin Lilia Carla: «Jetzt haben wir einen längeren Schulweg.»

Das Unterrichtszimmer ist hell, von der Schulbank aus blickt man direkt auf den glitzernden Vierwaldstättersee. Das Gebäude wirkt vielleicht wie aus der Zeit gefallen, doch der Unterricht sei topaktuell, wie Schulleiter Markus Tanner am Telefon versichert. Die Villa habe einige kleinere Räume, die sich für Gruppenarbeiten gut eigneten. Sein Büro befindet sich derzeit an drei Standorten. Denn die dritte bis sechste Klasse mussten in ein Provisorium auf der Allmend zügeln. «Das war eine organisatorische Herausforderung», sagt er. Für den Besuch der Schulbibliothek in den Provisorien werden die Erst- und Zweitklässler künftig den Bus nehmen.

Vor der Zwischennutzung durch das Schulhaus Kastanienbaum war die Villa bereits in den Händen einer Schule, der International School of Zug and Luzern. In einem Jahr soll sie dann selbst einer Renovation unterzogen und danach einem neuen Mieter übergeben werden. Tanner befindet die Bausubstanz des Gebäudes für gut. «Die Mauern sind dick», sagt er. Im Sommer schwitze man nicht und im Winter werde man nicht frieren. Und wenn die Schüler im Sommer 2019 in ihr altes Schulhaus zurückkehren? «Dann werden sie es kaum wiedererkennen», ist Tanner überzeugt.

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