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Diese Zirkus-Künstler zeigen Perfektion auf Biegen und Brechen

Der Zirkus Chnopf macht mit seiner 29. Produktion «Optimum» auf dem Seetalplatz in Emmenbrücke Halt. Dabei wagt sich das Ensemble an eine Gesellschaftskritik, ohne aber dabei den Humor zu verlieren.
Larissa Haas
Fitness auf der Bühne: Der Zirkus Chnopf gastiert noch bis am Sonntag auf dem Seetalplatz. (Bilder: Jakob Ineichen, Emmenbrücke 20. Juni 2019)

Fitness auf der Bühne: Der Zirkus Chnopf gastiert noch bis am Sonntag auf dem Seetalplatz. (Bilder: Jakob Ineichen, Emmenbrücke 20. Juni 2019)

Wie vielfältig zeitgenössische Zirkuskunst sein kann, beweist die diesjährige Zirkus-Chnopf-Produktion, die derzeit in Emmenbrücke auf der Seetalplatz-Zwischennutzung N49 gastiert. So präsentiert sich das junge Ensemble, dessen Altersdurchschnitt gerade einmal bei knapp 23 Jahren liegt, statt in einem Zelt, unter freiem Himmel. Und die Manege besteht nicht aus Sägemehl, sondern aus kreativ zusammengewürfelten Containern und Tonnen, die mit viel Geschick nach eigenen Bedürfnissen zurechtgebogen werden.

Knallgelbe Kombis und Leopardensocken

Mit Elementen aus Schauspiel, Musical, Tanz und Artistik, gespickt mit viel Komik, erzählen die jungen Künstlerinnen und Künstlern die Geschichte eines französischen Technikers im knallgelben Kombi und Leopardensocken, der in seinem «Salon fürs optimale Ich» alle um sich herum lehrt: «Immer schneller, höher und weiter!»

Wie holt man also das Optimum aus sich heraus? Nicht etwa mit Diäten oder Gewichtheben wie es der Durchschnittsschweizer vielleicht denkt, sondern etwa mit Gymnastik und Geräteturnen. Die Artistinnen und Artisten vermessen ihre Körperglieder, loten die perfekten Proportionen aus, verbiegen sich, trainieren Bizeps und Trizeps. Gymnastik und Ballett werden zum Schlüssel zur Perfektion heraufbeschworen und wenn nicht mit dem Einrad, dann gilt es das «ideale Ich» mit dem Trapez, Vertikaltuch, bunten Fitnessbällen oder einer Kletterwand zu finden. Die gesamte 70-minütige Produktion wird ausserdem von einem Live-Musiker begleitet, manchmal greifen die Artisten auch selbst zu den Instrumenten oder hantieren an den Reglern des DJ-Pults.

Der Zirkus Chnopf wurde ursprünglich 1990 als Schulprojekt gegründet, das als Spontanaktion dann auf Tournee ging. Und seither hat sich der gemeinnützig anerkannte Verein der Nachwuchsförderung verschrieben: So besteht etwa das diesjährige Ensemble zur Hälfte aus Nachwuchstalenten, die bei einem Casting für die Produktion ausgewählt wurden. Viele davon stehen zum ersten Mal auf einer Bühne. Gemeinsam mit weiteren fünf professionellen Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Schauspiel, Tanz und Artistik verkörpern sie extravagante Charaktere, die auf der Suche sind nach ihrem persönlichen Optimum. Ein Blick auf den abstrusen Selbstoptimierungswahn unserer heutigen Zeit – allerdings mit dem nötigen Augenzwinkern.

Weitere Vorstellungen: Samstag 19:30, Sonntag 16:30, Eintritt frei (Hutsammlung), N49 Seetalplatz, für Kinder ab 5 Jahren.

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