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Dieser Absolvent will alte Sprachen am Leben erhalten

Theodor Iordachescu kam vor 2,5 Jahren von Rumänien in die Schweiz. Mittlerweile hat sich der Maturand der Kanti Alpenquai gut eingelebt und versteht Schweizerdeutsch. Seine Leidenschaft ist jedoch eine andere Sprache
Martina Odermatt
Der Rumäne Theodor Iordachescu kam vor 2,5 Jahren in die Schweiz und durfte gestern seine Matura-Zeugnisse in Empfang nehmen. Der 18-Jährige hat eine Vorliebe für Sprachen. Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 20. Juni 2018)

Der Rumäne Theodor Iordachescu kam vor 2,5 Jahren in die Schweiz und durfte gestern seine Matura-Zeugnisse in Empfang nehmen. Der 18-Jährige hat eine Vorliebe für Sprachen. Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 20. Juni 2018)

Dass Theodor Iordachescu gestern sein Maturazeugnis in Empfang nehmen konnte, hat er auch seiner Mutter zu verdanken. Der 19-Jährige ist mit ihr vor 2,5 Jahren in die Schweiz gezogen, weil sie sich für ihren Sohn eine gute Ausbildung, eine gute Universität wünschte. Um sich schon an vorher Land, Leute und das Bildungsniveau zu gewöhnen, wechselte Iordachescu bereits zu Gymnasiums-Zeiten und büffelte Latein- und Französisch-Vokabeln an der Kantonsschule Alpenquai.

Iordachescu besuchte in Rumänien ein Gymnasium, wo Deutsch gelehrt wurde. Aber Deutsch und Schweizerdeutsch sind halt Zweierlei. «Als ich in der Schweiz ankam, habe ich mich gefragt, welchen Dialekt ich gelernt habe. Ich habe nichts verstanden.» Ein halbes Jahr hat er gebraucht, um sich einigermassen einzuleben. Das sei auch das Verdienst seiner Mitschüler und Lehrer, sagt er.

Altgriechisch und Latein haben es ihm angetan

Mittlerweile versteht er auch Mundart. Angesichts seiner Vorlieben für Sprachen erstaunt das wenig. Besonders alte Sprachen wie Altgriechisch oder Latein haben es ihm angetan. «Weil das heute nur noch sehr wenige Leute sprechen», erklärt er, und hängt mit einem Lachen an: «Vielleicht kann ich mich bei der Bewerbung um einen Job mal dadurch von der Masse abheben?» Theodor Iordachescu wirkt auf den ersten Blick unauffällig mit seinen langen braunen Haaren und der zurückhaltenden Art. Doch hinter dem eher scheu wirkenden jungen Mann versteckt sich viel Humor. Dabei kann er auch mal über sich selber lachen.

Etwa, wenn er über die Anfänge des Latein-Unterrichts spricht. «Als ich angefangen habe, Latein zu lernen, habe ich geweint. Es war so schwer, es gab so viele Regeln!» Doch irgendwann wurde der Frust zu Lust. Latein bereitet dem jungen Mann sogar so viel Freude, dass er ab September an der Universität Zürich Latein studieren wird. «Vielleicht kann ich einmal mit dem Papst einen Schwatz auf Latein halten», scherzt er bei der Frage, was er nach dem Studium denn gerne machen möchte.

Doch vor dem Studium stehen noch Ferien an: Es geht für ein paar Wochen zurück nach Rumänien. Ihm genügen ein paar Wochen in seinem Heimatland; dort leben möchte er nicht mehr. Auch Heimweh kennt der 18-Jährige nicht. Seine Heimat war auch in seiner Maturaarbeit ein Thema. Er untersuchte, inwieweit sich die Werke eines rumänischen Dichters in Zeiten der Monarchie, des Nationalsozialismus und des Sozialismus verändert haben. Sein Fazit: Die Gedichte veränderten sich nicht. «Rumänen sind halt stur. Wenn du ihnen etwas sagst, machen sie genau das andere», sagt Theodor Iordachescu und zuckt mit den Schultern.

Das sind die Absolventen

Janine, Sachseln OW; Auf der Maur Neville, Luzern; Baumgartner Alisha, Alpnach Dorf; Berwert Gian, Meggen; Bischof Lara, Adligenswil; Bitzi Jeannine, Emmenbrücke; Bolzern Linus, Adligenswil; Bommer Franca, Luzern; Bucher Anita, Root; Bucher Lou, Meggen; Burkard Sidney, Luzern; Burkhardt Manuel, Luzern; Caminada Saskia, Hergiswil NW; Chang Sung-Min, Kriens; Dietrich Julia, Luzern; Eggimann Laura, Sarnen OW; Gnos Basil, Stans NW; Gut Anna, Sempach; Hauenstein Sofia, Luzern; Heller Sean, Weggis; Hodel Xenia, Oberkirch LU; Hofstetter Eliane, Luzern; Holzer Anja, Sachseln; Inderbitzin Simona, St. Niklausen LU; Iordachescu Theodor, Luzern; Kälin Nick, St. Niklausen LU; Koch Laila, Hünenberg ZG; Kunz Amber, Luzern; Largiadèr Laurin, Adligenswil; Lavilla Erica, Adligenswil; Lötscher Fabienne, Menzberg; Michel Evita, Weggis; Nieminen Timon, Kriens; Nietlispach Elena, Zug; Odermatt Alexander, Adligenswil; Paulin Andri, Luzern; Peter Annick, St. Niklausen LU; Portmann Lea, Sempach; Radulovic Dijana, Steinhausen; Rölli Jacqueline, Horw; Salzmann Sina, Kriens; Schmid Leana, Hellbühl; Scholl Luc, Horw; Schürch Emanuela, Adligenswil; Seinet Céline, Luzern; Siegrist David, Adligenswil; Sivakumar Aishwarya, Ebikon; Sousa Miranda Joel, Luzern; Stöckli Vera, Ruswil; Stofer Rahel, Kriens; Strebel Anja, Udligenswil; Studer Selina, Luzern; Sucur Alexander, Dierikon; Tschuppert Nina, Luzern; Tyler Lilian, Luzern; Unternährer Michael, Merlischachen; Utz Olivia, Langnau am Albis; Welten Sharon, Horw; Wey Elias, Kriens; Wicki Frederic, Ebikon; Wiesner Aida, Luzern; Witschonke Selina, Sempach; Worthington James, Root; Wymann Benjamin, Kriens; Wyss Salome, Schüpfheim; Zberg Yquem, Ebikon; Zurbriggen Selma, Luzern; Zust Daniel, Nottwil; Zwyssig Aaron, Udligenswil.

Preise: Für die beste Leistung aller Resultate der Kantonsschule Alpenquai Luzern erhält Chang Sung-Min, Kriens und Zberg Yquem, Ebikon, 6k (5.79) den Dr.-Robert-Huber – Klinik-St.-Anna-Preis. Für die zweitbeste Leistung aller Resultate der Kantonsschule Alpenquai Luzern erhalten Scholl Luc, Horw, 6k (5.68) und Nietlispach Elena, Zug, 7s (5.61) den Preis der Sidler-Perovic-Stiftung. Ausgezeichnete Maturaarbeiten: Den Preis des LINK Instituts für Markt- und Sozialforschung für eine herausragende Maturaarbeit im Bereich Naturwissenschaft, Mathematik, Informatik und Technik erhält Bolzern Linus, Adligenswil, 7s und im Bereich Sozialwissenschaften Tschuppert Nina, Luzern, 6l.

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