Dieser Club mit Luzerner Ableger steht seit 100 Jahren im Dienst von Frauen und Kindern

«Zonta International» feiert dieses Jahr Jubiläum. Auch Luzernerinnen trugen massgeblich zur Weiterentwicklung des Frauen-Clubs bei.

Sandra Monika Ziegler
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Manuela Gobetti-Lutz in ihrem Modeatelier.

Manuela Gobetti-Lutz in ihrem Modeatelier.

(Bild: Philipp Schmidli, Weggis, 31. Oktober 2019)

Netzwerken, Wissen und Können weitergeben von Frau zu Frau: Dafür steht der Serviceclub Zonta International. Vor 100 Jahren wurde der Club mit der Vision, die Stellung der Frau in allen Bereichen der Gesellschaft zu verbessern und zu festigen in Nordamerika gegründet. Im Jahr 1948 wurde der erste Schweizer Ableger in Bern gegründet und 1964 derjenige in Luzern. Zonta ist mit seinen Clubs in 63 Ländern vertreten und zählt heute mehr als 29'000 Mitglieder.

An der Gründungsversammlung in Luzern vom 7. Oktober 1963 trafen sich 19 Frauen und gelobten fortan vor allem Frauen und Kindern zu dienen und zu helfen. Danach stellten sie den Antrag auf Aufnahme in die internationale Zonta – Organisation, die 1964 offiziell erfolgte.

Club bezahlte Mädchen die Ausbildung zur Lehrerin

Die damaligen Frauen waren alle berufstätig und machten sich stark für die Stellung der Frau in den Sparten Recht, Politik, Wirtschaft, Erziehung und Bildung. So zahlte der Zonta Club Luzern im ersten Jahr seines Bestehens einem Mädchen die komplette Ausbildung zur Lehrerin und unterstützte tibetische Flüchtlinge. Erste Präsidentin war Ruth Pfalzer. Sie war zusammen mit ihrem Mann im Schmuckgrosshandel tätig.

Heute wird der Zonta Club Luzern von einem Co-Präsidium geführt. Die Aufgabe teilen sich Manuela Gobetti-Lutz und Birgit Klapperich. Gobetti-Lutz ist Couturière, Klapperich Medizinerin. Heute wie damals sind Frauen aus diversen Berufen mit dabei, Akademikerin muss man nicht sein. Aktuell hat der Club knapp 30 Zontians, wie die Frauen genannt werden. Die Zahl variiere aus diversen Gründen, wie etwa durch Wegzug, berufliche Veränderung oder auch altershalber, sagt Manuela Gobetti und fügt an:

«Damit die persönliche Verbundenheit erhalten bleibt und auch gepflegt werden kann, achten wir bewusst auf ein gesundes Wachstum des Clubs.»

Wer dem Zonta Club beitreten will, kann dies auf Empfehlung tun oder meldet sich direkt bei den Präsidentinnen. Gobetti selber wurde durch eine Kundin auf den Serviceclub aufmerksam: «Vor sieben Jahren bin ich dann beigetreten.»

Speziell sei für Luzern, dass es gleich zwei Clubs gibt: Neben dem Club Luzern Stadt, der zuerst gegründet wurde und dem Gobetti vorsteht, gibt es auch noch den Zonta Club Luzern Landschaft mit Sitz in Willisau und Sursee. Der Stadt-Club trifft sich monatlich im Stammlokal, aktuell im Casino Luzern. An den Treffen wird meist ein Referat gehalten oder Kultur geboten. Im Zentrum steht das Miteinander, das Netzwerken. «Wir stellen unser Wissen und Können in den Dienst der Frauen», erklärt Gobetti-Lutz. Als Mutter von drei Töchtern gelte es Ideale vorzuleben. Dies macht sie nicht nur als Berufsfrau, sondern auch sprachlich: «Ich rede mit meinen Töchtern rätoromanisch, weil ich überzeugt bin, dass diese Sprache erhalten bleiben muss.»

Zonta setzt sich weltweit für benachteiligte Frauen ein und unterstützt Projekte. Veranstaltet werden dazu Benefizkonzerte und Sammelaktionen. Höhepunkt des Jubiläumsjahres war die gemeinsame Feier aller 23 Schweizer Clubs im KKL Luzern im letzten Oktober. Die Jubiläumsfeier spiegelte das Engagement für die Gleichstellung der Frauen: Den Auftakt machte eine Podiumsdiskussion zur Digitalisierung, unter anderem mit alt Bundesrätin Doris Leuthard zum Thema Chancen und Risiken der Arbeitswelt 4.0. Aktiv ist der Zonta Club Luzern auch mit der nationalen Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen», die diese Woche startete.

Prix Zonta: Geld für zwei Forscherinnen

Alle zwei Jahre vergeben die Schweizer Zonta-Clubs den mit 30'000 Franken dotierten Prix Zonta an Frauen, die in wissenschaftlichen und technischen Bereichen herausragende Leistungen erbringen. Aus Anlass des Jubiläums wurde dieses Jahr der Preis zweimal ausbezahlt. Ausgezeichnet wurden mit je 30'000 Franken die Professorinnen Andrea Ablasser (ETH Lausanne) und Simone Schürle (ETH Zürich). Die Medizinerin Andrea Ablasser erforscht mit ihrem Team, wie genau Mikroben von den Immunzellen erkannt werden. Dies mit dem Ziel, neue Therapien im Bereich der Immunologie zu entwickeln. Simone Schürle entwickelt in einem ETH-Labor winzige Systeme im Mikro- und Nanometermassstab für medizinische Anwendungen im menschlichen Körper. Zudem arbeitet sie mit ihrem Team an einer robotischen Plattform, um die Entstehung von Metastasen untersuchen zu können. (sam)

Hinweis: Weitere Infos auf luzern.zonta.ch

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