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Emmen: Dieser Fisch- und Badeweiher ist für 850'000 Franken zu haben

Ein fast 15'000 Quadratmeter grosses Gewässer plus Wiese, Bootssteg, Fischerhaus und zig Bäume: Das alles verkauft ein Privateigentümer im Emmer Unter-Schiltwald. Auch Pro Natura ist interessiert – allerdings nicht zu diesem Preis.
Roman Hodel
Blick auf den Täschlerhüsliweiher in Emmen. (Bilder: PD)

Blick auf den Täschlerhüsliweiher in Emmen. (Bilder: PD)

Wer in Emmen ein Haus oder eine Wohnung erwerben will, der stösst im Internet momentan auf ein nicht alltägliches Angebot: Zum Verkauf steht der fast 15'000 Quadratmeter grosse Täschlerhüsliweiher im Gebiet Unter-Schiltwald.

Das insgesamt 18'748 Quadratmeter grosse Grundstück liegt an einer Veloroute ungefähr auf halbem Weg zwischen dem Emmer Weiler Waltwil und der Autobahnbrücke über die Reuss bei Buchrain. Neben dem Fisch- und Badeweiher mit Bootssteg umfasst das eingezäunte Areal gemäss dem Inserat ein kleines Fischerhaus, einen Schuppen, eine Wiese und zig Bäume.

«Es gibt bereits mehrere Interessenten», sagt Immobilienmakler André E. Stirnimann. Darunter seien Privatpersonen, Nachbarn und auch Pro Natura. Aktuell gehört das Grundstück Winfried König. Der Ebikoner ist Miteigentümer der Fischhuus Mühletal AG – einem Betrieb, der in Willisau Fische züchtet und verarbeitet. Laut Stirnimann habe der Täschlerhüsliweiher aber nie der Fischproduktion gedient, sondern dem Freizeitvergnügen. Der Verkauf geschehe altershalber.

Das Grundstück ist nicht vom geplanten Hochwasserschutzprojekt Reuss tangiert und befindet sich in der Landwirtschaftszone, das Gewässer selber zählt gar zur Naturschutzzone. Will heissen: Der Weiher muss bleiben. Der Eigentümer hat beim Kanton jedoch den Antrag gestellt, das Areal aus dem bäuerlichen Bodenrecht zu entlassen. «Nur so kann das Grundstück auch an nicht-bäuerliche Interessenten verkauft werden», sagt Stirnimann. Zudem laufen Abklärungen bei den kantonalen Ämtern bezüglich möglicher, zonenkonformer Nutzungen. Diese dürften allerdings beschränkt sein. So gesehen ist der Verkaufspreis von 850'000 Franken – also ein Quadratmeterpreis von 45.30 Franken – nicht gerade ein Schnäppchen. Stirnimann sagt:

«Grundstücke an einem See oder Gewässer zur Alleinnutzung in der Zentralschweiz sind gesucht und haben halt ihren Preis.»

Für Pro Natura ist dies jedenfalls «um Dimensionen zu hoch», wie Samuel Ehrenbold, stellvertretender Geschäftsführer der Sektion Luzern, sagt. Wie hoch ihr Budget ist, will er mit Verweis auf einen «internen Schlüssel zu solchen Bewertungen» nicht verraten. Dass der Weiher zum Verkauf steht, hat Pro Natura erst kürzlich erfahren – quasi als Tipp. «Weil es ein spannendes Areal mit Potenzial ist, haben wir unser Interesse angemeldet», so Ehrenbold. Einerseits sei der Weiher bereits als Naturschutzzone ausgeschieden und verfüge über einen «schönen Gehölzgürtel», andererseits liege es unweit artenreicher Auenwälder. Konkrete Pläne gibt es laut Ehrenbold noch nicht. Nur soviel: «Als Eigentümer würden wir einen vielfältigeren Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten schaffen wollen.» Pro Natura versuche überhaupt, wenn immer möglich Land zu kaufen. «Es ist ein probates Mittel für die Umsetzung von Naturschutzmassnahmen», sagt Ehrenbold. Das Ziel, zwei bis drei Flächen pro Jahr zu erwerben, sei jedoch eine grosse Herausforderung.

Im Gebiet im Schiltwald wurde bis im Jahr 1955 Kies abgebaut. Danach drückte bald das Grundwasser nach oben und in den 1960er Jahren entstand der Täschlerhüsliweiher – nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Weiher, der zu einem privaten Reitstall gehört.

Das Gewässer hat keinen natürlichen Zu- und Abfluss, es wird also ausschliesslich übers Grundwasser gespiesen. Die im Weiher lebenden Fische wurden allesamt ausgesetzt. Wie hoch deren Bestand ist, kann Stirnimann nicht sagen. Klar sei nur, dass rund vier Fünftel der Fische von Kormoranen gefressen werden. Kein Wunder: Dies sind ausgezeichnete Taucher, welche die maximal zehn Meter Tiefe des Weihers locker schaffen. Nur einer muss sich keine Sorgen machen, auf dem Speiseplan der gefrässigen Vögel zu landen: Ein Wels, der im Weiher schwimmt. Stirnimann sagt mit einem Schmunzeln:

«Er ist mit über einem Meter Länge schlicht zu gross.»

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