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Dieser Waggon soll dank eines Hochdorfer Vereins bald in altem Glanz erstrahlen

Der Verein Historische Seethalbahn will zwei alte Zugwagen revidieren, damit schon in zwei Jahren ein «einzigartiger historischer Zug» durchs Seetal rollt. Während dafür aus dem Aargau Geld fliesst, knausert Luzern.
Raphael Zemp
Der Verein Historische Seetalbahn will zwei historische Bahnwagen restaurieren. Im Bild der Vereinspräsident Marcel Anderhub. (Bild: Manuela Jans-Koch, Hochdorf, 10. Februar 2019)

Der Verein Historische Seetalbahn will zwei historische Bahnwagen restaurieren. Im Bild der Vereinspräsident Marcel Anderhub. (Bild: Manuela Jans-Koch, Hochdorf, 10. Februar 2019)

Sie dürfen bald einen runden Geburtstag feiern? Sie wollen Ihre Arbeitsgspänli mit einer ausgefallenen Aktion überraschen? Oder Sie sind ganz einfach in alte Technik vernarrt, ein angefressener Eisenbahnenthusiast? Dann dürfte Sie das neuste Projekt des Vereins Historische Seethalbahn aufhorchen lassen: Zugfahren wie in den 1950er-Jahren, das soll im Seetal schon in zwei Jahren möglich sein – und zwar nicht nur auf der 1882 eröffneten Originallinie zwischen Emmenbrücke und Lenzburg, sondern auch an mit originalem Rollmaterial. Zu diesem Zweck rüstet der Verein Historische Seethalbahn derzeit zwei Personenwaggons auf, damit sie den neusten Sicherheitsstandards genügen.

Originalzug und -Strecke: «Nahezu einzigartig»

Laut Vereinspräsident Marcel Anderhub sollen die zwei Wagen vom Typ Seetal künftig das Seetal-Krokodil – eine historische Elektrolok – «zu einem stimmigen Zug ergänzen». «Dass ein gesamter historischer Zug erhalten bleibt und erst noch auf der Originalstrecke zum Einsatz kommt, das ist in der Schweiz nahezu einzigartig», frohlockt Anderhub.

Ein Wagen wurde erst kürzlich erworben und muss komplett instand gestellt werden: Nicht nur das Fahrgestell wird wieder flott gemacht, sondern auch das ganze Interieur wird erst ausgebaut, dann wieder eingebaut – und zwar genau so, wie es vor über sechzig Jahren ausgesehen hat. Den zweiten Seetaler-Wagen besitzt der Verein schon seit einiger Zeit. Er wurde bereits umgebaut – aber nicht in den Originalzustand versetzt. Er dient heute als Cateringwagen und soll nur geringfügig überholt werden.

Das alles hat seinen Preis: Alleine die Arbeiten an den Fahrgestellen dürften laut Anderhub gegen 100’000 Franken verschlingen. «Das Bundesamt für Verkehr stellt an uns die gleichen Ansprüche wie an die SBB», erklärt Anderhub. Trotz 2000 Stunden Frondienst veranschlagt der Verein die Gesamtkosten auf 210’000 Franken.

Marcel Anderhub in einem der Waggon, welche restauriert werden. (Bild: Manuela Jans-Koch, Hochdorf, 10. Februar 2019)

Marcel Anderhub in einem der Waggon, welche restauriert werden. (Bild: Manuela Jans-Koch, Hochdorf, 10. Februar 2019)

Zwei Absagen vom Kanton Luzern

Rund die Hälfte davon ist gesichert. Dabei haben nicht nur Private und Stiftungen Geld gesprochen. Auch der Kanton Aargau beteiligt sich mit 50’000 Franken aus dem Lotteriefonds. Aus Luzern indes habe man bereits zweimal eine negative Antwort bekommen – obschon der Verein seinen Sitz in der Remise beim Bahnhof Hochdorf hat. «Schade», findet Anderhub und verspricht aber: «Wir versuchen es ein weiteres Mal.» Es fehlen immerhin noch rund 100’000 Franken.

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