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Digitalisierung: Erste Schulen im Kanton Luzern informieren Eltern via App

In Rain und Hildisrieden kommunizieren Lehrer und Eltern via App. Nicht alle Schulen sind von den neuen Möglichkeiten begeistert.
Chiara Stäheli
Die Kommunikation zwischen Schule und Eltern verändert sich - auch im KAnton Luzern. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Die Kommunikation zwischen Schule und Eltern verändert sich - auch im KAnton Luzern. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

«Bitte geben Sie Ihrem Kind morgen das Badezeug in die Schule mit.» Solche oder ähnliche Nachrichten erhalten Eltern von Hildisrieder und Rainer Schulkindern seit Anfang Jahr per Push-Nachricht aufs Smartphone. Mit der in der Schweiz entwickelten App «Push-Push» übermitteln die Lehrpersonen in Rain und Hildisrieden den Eltern wichtige Informationen. Auch nutzen sie diesen Kanal, um einfache Umfragen durchzuführen oder Einladungen sowie andere Dokumente zu versenden. Für die Eltern besteht zudem die Möglichkeit, Klassenlisten, Kalendereinträge und Stundenpläne einzusehen.

Damit setzt der Schulleiter der beiden Gemeinden, Benno Schnarwiler, als eine der ersten Luzerner Schulen auf diese Art der Informationsübermittlung. Er habe das Gefühl, dass solche Apps «stark am Aufkommen» seien. «Wir haben als Schule erkannt, dass es wichtig ist, die Eltern gezielt und rasch auf einem möglichst einfachen Weg zu erreichen.»

Krisensituation hat Einführung vorangetrieben

Der Entscheid, die App an den Schulen Rain und Hildisrieden einzusetzen, fusst gemäss Schnarwiler auf einem Vorfall vom August des vergangenen Jahres. Damals geriet eine Rainer Schulklasse auf einer Wanderung in Not, weil sie von einem rasch ansteigenden Bach überrascht wurde. Die Schule stand vor der Herausforderung, den Eltern die Situation schnell zu erklären: «Es war schwierig, alle Eltern über die bestehenden Kanäle frühzeitig zu informieren, damit keine Halbwahrheiten oder Gerüchte verbreitet werden konnten», erklärt Schnarwiler. Der Wunsch nach einer geeigneten Kommunikationslösung wurde in der Folge grösser.

Daraufhin hat der Schulkreis Rain und Hildisrieden im Herbst 2018 «Push-Push» in einer Probephase getestet. Seit Januar dieses Jahres wird das App flächendeckend auf allen Stufen eingesetzt. Die ersten Erfahrungen seien grossmehrheitlich positiv, wie Schnarwiler sagt:

«Das App stösst sowohl bei den Eltern als auch bei den Lehrpersonen auf Zustimmung – auch wenn sich alle noch etwas an die neue Art der Informationsübermittlung gewöhnen müssen.»

Auch die Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern befasst sich mit neuen Formen zur Kommunikation zwischen Schulen und Eltern. Dienststellenleiter Charles Vincent sagt: «Wir sind ebenfalls daran, diese Thematik aufzuarbeiten, da wir bemerkt haben, dass seitens der Schulen ein Bedürfnis vorhanden ist. Wir werden uns nach der Prüfung der Angebote überlegen, ob und wie wir Empfehlungen an die Schulen machen werden.» Grundsätzlich sei es in der Hoheit der Schulen, ein App einzuführen – die Kosten werden von den Gemeinden getragen.

In Eschenbach ist das App bereits wieder Geschichte

Doch «Push-Push» stösst nicht überall auf Gegenliebe: Die Schule Eschenbach hat das App im Schuljahr 2018/19 als Pilotversuch getestet. Eingesetzt wurde es zur Kommunikation zwischen Schulleitung und Lehrpersonen, wie Schulleiter René Brun auf Anfrage sagt: «Das App sollte vor allem in Situationen des Krisenmanagements eingesetzt werden, wenn alle Lehrpersonen möglichst rasch über etwas informiert werden sollten.» Dafür habe sich «Push-Push» aber nicht geeignet, sagt Brun weiter:

«Die Erfahrungen waren – vor allem im technischen Bereich – zu wenig gut, als dass wir damit weiterarbeiten würden.»

Er stellt auch in Frage, ob ein zusätzlicher Kanal der richtige Weg sei, um alle Eltern erreichen zu können. Oder ob nicht besser die bestehenden Kanäle wie Mail, Telefon, Brief ausgebaut und gezielter genutzt werden sollten.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Carla Blumenthal gemacht. Sie leitet die Schule Knutwil–St. Erhard und liess dort im vergangenen Schuljahr die beiden Apps «Push-Push» und «Klapp» in jeweils einer Klasse testen. Nach dieser Probephase habe sich die Schule dagegen entschieden, ein App einzuführen, so Blumenthal: «Der Zusatznutzen im Vergleich zu anderen Kommunikationsformen wurde zu wenig sichtbar.»

Benno Schnarwiler hingegen ist überzeugt, mit «Push-Push» eine gute Lösung gefunden zu haben: «Entscheidend ist, dass alle Eltern wichtige Informationen erhalten und wir die Bestätigung haben, dass sie diese auch gelesen haben.» Genau dies sei mit der Lesebestätigungsfunktion des Apps gewährleistet. Es sei zudem kein Problem, wenn eine Familie nicht im Besitz eines Smartphones sei: «Haushalte ohne Smartphone können über das App auch via Mail erreicht werden», erklärt Schnarwiler. Ein weiterer positiver Punkt sieht er in den Einsparungen an Kopien.

Weitere Anbieter buhlen um die Schulen

Nebst dem Angebot «Push-Push» gibt es weitere Apps, die ähnlich aufgebaut sind. So etwa das in Knutwil für die Probephase eingesetzte «Klapp», das gemäss Anbieter «Briefe, Whatsapp, Rundtelefon und Mail ersetzen» soll. Auch das School-App von Avdis verspricht eine nutzerfreundliche Anwendung, um schulische Informationen zu verwalten.

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