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DIGITALISIERUNG: Messe Suisse Tier: Die «smarte» Zukunft der Landwirtschaft

Das Smartphone steuert die Futtermenge, die Brunst der Kuh wird per Mail gemeldet. Der moderne Bauernbetrieb ist zunehmend vernetzt, wie die Fachmesse Suisse Tier in der Messe Luzern zeigt.
Bauer Markus Knüsel zeigt an der Suisse Tier, wie er seine Herde per Handy überwacht. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 24. November 2017))

Bauer Markus Knüsel zeigt an der Suisse Tier, wie er seine Herde per Handy überwacht. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 24. November 2017))

Sie tragen Namen wie Flämmli, Falter oder Blüemli und sind die eigentlichen Stars der «Suisse Tier», der nationalen Fachmesse für Nutztierhaltung, die am Freitag in der Messe Luzern begonnen hat. Doch im Zentrum steht die 28-köpfige Braunviehherde von Ernst und Markus Knüsel aus Küssnacht nicht wegen der blumigen Namen. Sondern wegen der Nummern, die sie tragen, und der Menge Daten, die damit verbunden sind und von einem Halsband gesammelt werden.

Markus Knüsel steht inmitten seiner Herde, das Smartphone in der Hand und ruft Informationen ab: etwa die Fresszeiten, die Wiederkauzeiten oder die Milchmenge. Diese Daten sind auch für den Messebesucher auf einem Bildschirm einsehbar. Die Inszenierung veranschaulicht die Digitalisierung in der Landwirtschaft, auch als «Smart Farming» bezeichnet.

Krankheiten werden früher erkannt

Sind nun Flämmli, Falter und Blüemli zur Nummer geworden, werden die Tiere zu Datenlieferanten reduziert? «Nein, keinesfalls», sagt Markus Knüsel. Er selber ist aber sehr «offen für Neues», sieht «viel Gutes» in der Digitalisierung. Die Tiere seien nun 24 Stunden überwacht, allfällige Krankheiten könnten früher festgestellt werden, was den Antibiotikaverbrauch reduziere. Und: Per Mail wird dem Bauern aufs Smartphone die Brunst eines Tieres mitgeteilt.

Aber den «gesunden Menschenverstand», das «wachsame Auge des Bauern» sei auch beim «Smart Farming» unabdingbar. Ein Beispiel: So seien ihm gerade per Mail Brunstsymptome von «Kuh Nummer 2» gemeldet worden. «Dabei trägt das Tier schon seit fünf Monaten.» Wie das? Vielleicht habe die fremde Umgebung diese Symptome ausgelöst – der Computer könne sich auch irren. «Der Bauer muss nach wie vor mitdenken. Und seine Tiere gernhaben», fügt Knüsel an und krault eine Kuh liebevoll am Kopf. Seine Tiere werden ihr Halsband nach der Ausstellung übrigens wieder los. «Unser Betrieb ist zu klein, sodass sich nicht jegliche Digitalisierung rechnet.» Auch aus wirtschaftlichen Gründen geht Markus Knüsel weiterhin teilzeitig dem erlernten Beruf als Zimmermann nach. Der Vater und er seien aber sehr froh über die moderne Agrartechnik, die sie spürbar im Stall und auf dem Feld entlaste.

Mehr Freizeit dank digitaler Hilfsmittel?

Anlässlich der Eröffnung der Messe fand am Freitag auch eine Podiumsdiskussion zum Thema «Smart Farming – vom kompetenten Landwirt zum ferngesteuerten Knecht?» statt. Mit Christian Galliker und Silvan Bucher diskutierten zwei Luzerner Junglandwirte mit, die in ihren Betrieben auf Digitalisierung setzen.

Das Potenzial von Smart Farming sei gross, meinten die beiden. Es ermögliche gesündere Tiere, weniger Pestizideinsatz dank Jätrobotern oder eine höhere Kosteneffizienz. Was sich die jungen Landwirte von der Technik auch erhoffen: «Mehr Lebensqualität.» Will heissen, mehr Freizeit, auch vielleicht mehr Ferien. Und wie sehen sie sich als Landwirte in zehn Jahren? «Ich werde auch dann noch übers Weizenfeld schreiten und selber schauen, wie es wächst», so Christian Galliker.

Hannes Bucher

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

An der «Suisse Tier» in der Messe Luzern sind über 200 Aussteller vertreten. Sie dauert noch bis Sonntagabend, 17 Uhr.

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