Diktat verweigert

Kommentar von Evelyne Fischer, Redaktorin Kanton

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Luzerner Gemeinden haben der Regierung einmal mehr einen Denkzettel verpasst: Vehement wehrten sie sich gegen die geplante Reduktion der Sekundarschulkreise. Mit der Folge, dass das Gremium nun davon absieht. Jedenfalls fürs Schuljahr 2017/18.

Blickt man auf die nackten Zahlen, erstaunt der Widerstand. Gemäss der Regierung hätte sich die Massnahme gar positiv auf die Gemeindekassen ausgewirkt: Es winkten Einsparungen von mehreren hunderttausend Franken. Mit dem Kostenargument versuchte die Regierung diese Woche auch, den Kantonsräten eine Konzentration der kommunalen Betreibungsämter schmackhaft zu machen. Doch auch davon wollten jene nichts wissen.

Der Grund dafür liegt auf der Hand:  In beiden Angelegenheiten diktierte die Regierung den Gemeinden, wie sie sich zu organisieren haben. Klar, erntet dieser Eingriff ins kommunale Hoheitsgebiet schlechte Noten. Mit Blick auf die Sek-Standorte sollte daher eine Einsicht Schule machen: Eine Idee wird nicht besser, wenn sie ein Jahr lang in der Schublade ruht. Und ein Einschnitt schmerzt nicht weniger, wenn die Operation hinausgezögert wird.