Direkt aus Bern
Eine Gesamtbewertung mit Ziel in Richtung Normalität ist für Peter Schilliger zwingend

Peter Schilliger*
Peter Schilliger*
Drucken

Obwohl der Nationalrat diese Woche nur kurz über Corona sprach, prägte dieses Thema die Medien. Zurecht, denn viele Aspekte der Pandemiebewältigung interessieren die Bevölkerung. Auch wir Parlamentarier bekommen dies zu spüren – die E-Mail-Flut ist gewaltig! Die Botschaften sind jedoch unterschiedlich, die einen bewerten nur den gesundheitlichen Aspekt, die anderen die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen.

Eine Gesamtbewertung mit Ziel in Richtung Normalität ist für mich zwingend. Denn die Hochbetagten und deren Betreuungsumfeld werden als geimpft deklariert. Auch die Coronabelastung der Spitäler ist auf einen tragbaren Wert gesunken. Dies alles zeigt auf, dass die Pandemiebekämpfung auf Kurs ist. Ich unterstütze den beantragten Zusatzkredit für weitere Zukäufe von Impfstoff und Ausbau der Testmöglichkeiten. Diese Gelder sind gut investiert, denn sie lassen die Planung zur Öffnung zu.

Peter Schilliger (rechts) diskutiert mit Christian Wasserfallen.

Peter Schilliger (rechts) diskutiert mit Christian Wasserfallen.

Bild: Alessandro Della Valle / Keystone (Bern, 2. März 2021)

Genau um diese Perspektive geht es der Nationalratsmehrheit. Mit der überwiesenen Erklärung wird der Bundesrat aufgefordert, die Coronamassnahmen zu lockern. Dazu gehört die Aufhebung der Fünf-Personen-Regel in Innenräumen oder die Öffnung von Betrieben im Bereich Kultur, Unterhaltung, Freizeit. Dass dies nur mit Schutzkonzepten machbar ist, steht ausser Zweifel. Ungerechtigkeiten unterstützen diese Haltung: Warum muss die Jugend unter gesellschaftlicher Abstinenz leiden, wenn Risikogruppen geimpft sind? Weshalb ist ein Gedränge im ÖV toleriert, jedoch Kino und Konzerte verboten? Mit welchem Grund sind Terrassen gesperrt, Menschenmassen am Quai aber erlaubt?

Daneben gibt es gewaltige wirtschaftliche Schäden. Dabei geht es nicht nur um den direkten Ertragsausfall des Wirtes, auch die Kette der betroffenen Zulieferanten und Dienstleister ist lange. Diese sind zwar nicht geschlossen, blicken aber auf desaströse Umsatzzahlen. Die zurecht eingeforderten Kompensationsgelder weisen auf die Bundesfinanzen hin: Per Ende 2021 wird eine Amortisationsschuld von 27 Milliarden Franken prognostiziert. Gemäss Gesetz müsste diese innert sechs Jahren abgebaut werden! Wir tun also gut daran, die Wirtschaft arbeiten zu lassen, damit die Folgekosten nicht noch weiter ansteigen.

Peter Schilliger ist Nationalrat der FDP und kommt aus Udligenswil.

Aktuelle Nachrichten