Gastkommentar

Direkt aus Bern: Vom Rat zum Referat

Was machen unsere Nationalräte während der Session, in der Mittagspause und abends? Der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter gibt einen Einblick.

Franz Grüter, SVP-Nationalrat, Eich
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SVP-Nationalrat Franz Grüter.

SVP-Nationalrat Franz Grüter.

Sitzungen und Debatten von A wie Armee bis Z wie Zulassung von Leistungserbringern – so sieht ein Tag im Leben eines Nationalrats vereinfacht gesagt aus. Über hundert Geschäfte werden in den drei Wochen einer Session behandelt. Damit alles rund läuft, ist der Tag genau vorbereitet, doch Zeit für spontane Begegnungen darf nicht fehlen, an einem typischen Tag in Bern. Dazu heute mehr.

Die Morgenluft ist noch frisch und der Tag jung. Ich bin auf dem Weg zur ersten Sitzung des Tages. Es geht um die Finanzpolitik des Bundes, wir beraten in der Kommission. Um acht Uhr bin ich im Nationalrat und verfolge die Debatte. Es bleibt mir Zeit, um zwischendurch Anträge mit anderen Ratsmitgliedern zu diskutieren und nach Unterstützern für meine Vorstösse zu suchen.

Um zehn Uhr erwartet mich eine Schulklasse zur Fragestunde. Sie wollen wissen, wie ich zum Klimawandel stehe. Unsere Diskussion ist angeregt und ich kann aufzeigen, dass für mich konkrete Taten wichtiger sind als Worte. Zum Beispiel durch die erreichte Steigerung der Energieeffizienz bei uns im Unternehmen. Auf dem Rückweg begegne ich einem Journalisten, der von mir wissen möchte, wie die Schweiz auf den zunehmenden Druck aus Brüssel in Bezug auf das Rahmenabkommen reagieren soll. Mein Interview dauert einige Minuten, schliesslich gibt es zahlreiche stichhaltige Argumente gegen das Rahmenabkommen.

Die Mittagspause nutze ich für Mails und Gespräche – für alles, was neben dem Ratsbetrieb auch noch Platz finden muss. Dann eile ich zurück ins Bundeshaus. Aus allen Richtungen strömen die Parlamentarier zur Abstimmung in den Saal. Eine ganze Reihe an Entscheidungen steht an. Auch nach vier Jahren im Parlament ist das für mich noch immer ein spezieller Moment, in dem ich letztlich meine Wählerinnen und Wähler sowie die Anliegen meines Kantons vertrete, wenn ich auf den Abstimmungsknopf drücke.

Abends referiere ich an einem Anlass zu Wirtschaftsfragen und Digitalisierung, beides Kernthemen meiner politischen Arbeit. Ich bin spät wieder im Hotel. Doch nehme ich mir immer Zeit, den Tag Revue passieren zu lassen. So erkenne ich Chancen, kann mich sammeln und mir neue Ziele stecken – in Bern, aber für Luzern.


Die Luzerner Bundespolitiker berichten jeweils während der Session aus ihrem Ratsalltag zu einem von ihnen frei gewählten Thema.