Direkt vom Bäcker in die warme Stube: In der Stadt Luzern gibt es neu «Brotpost»

Stadtluzerner können Brote der Bäckerei Heini neu online bestellen. Das Liefergebiet soll bald auf die Gemeinden Kriens, Horw und Zug ausgeweitet werden.

Sandra Monika Ziegler
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Hans Heini zeigt in der Filiale am Löwenplatz, wie das Brot für den Versand eingepackt wird.

Hans Heini zeigt in der Filiale am Löwenplatz, wie das Brot für den Versand eingepackt wird.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30.Dezember 2019)

Die Idee zum Brot per Post kam vom Gelben Riesen selber, wie wir bereits Mitte Dezember vermeldet haben. Gestartet hat die Post mit dem Lieferservice letzten Februar in der Stadt Bern und weitet seither ihr Projekt der Zusammenarbeit mit lokalen Bäckereien schweizweit aus. Aktuell sind es neun Ortschaften. 

Nun erklärt die Bäckerei Heini in Luzern, wie es zur Zusammenarbeit kam: «Wir wurden angefragt, ob wir uns das vorstellen könnten, und waren begeistert. Wir fingen an, die Abläufe zu testen, und es funktioniert gut», erklärt Hans Heini. Er führt zusammen mit Bruno Heini die gleichnamige Konditorei in Luzern. Zur Zeit können in der Stadt neun verschiedene Brote per Post bestellt werden. Geliefert werden sie mit der Briefpost und dem Elektrotöff. Bezahlt wird per Rechnung.

Gipfeli sind zu fragil für den Versand

Frisches Brot kommt von Montag bis Freitag in den Briefkasten. Bestellungen, die online bis 12 Uhr eingehen, werden am Folgetag ausgeliefert. Auch Abos sind möglich. Ausgenommen am Samstag und Sonntag. An diesen Tagen wird nicht ausgeliefert. Sind Ferien angesagt oder sonst eine brotlose Zeit, kann das Abo unterbrochen oder abbestellt werden.

«Das ist unkompliziert und mit wenig Aufwand verbunden», so Heini. Im Angebot sind nur Brote. Gipfeli würden sich für den Versand nicht eignen, die seien zu fragil, Brot indes sei robust genug für den Transport. «Für uns bedeutet dies einen Kunden mehr, den wir beliefern; egal, wie viele bestellen.» Denn Heini liefert die Brote frühmorgens ins Verteilzentrum im Luzerner Tribschenquartier. Und dort ist dann die Post am Zug.

Keine Extratouren nötig

Sie verteilt die Bestellungen auf die einzelnen, bereits bestehenden Touren. Es entstehen keine Extrarouten, keine Umwege, beschreibt Hans Heini den Ablauf. Dass sie ins Tribschenquartier liefern, sei ausschlaggebend gewesen, denn einen unnötigen Umweg über Härkingen, wie etwa bei der Briefpost, wollte Heini für seine Brote nicht, das entspreche nicht ihrer Betriebsphilosophie und so stimme für sie auch die CO2-Bilanz.

Die Post ihrerseits wollte, wie sie Anfang Jahr mitteilte, ihr Kerngeschäft aufgrund der sinkenden Anzahl an Briefen ausweiten. Mit der «Brotpost» und weiteren Dienstleistungen auf der sogenannt «letzten Meile» reagiert die Post auf diese Entwicklung. Und erhalte so Vollzeitstellen, indem die Pöstler auf Ihren Zustelltouren weiterhin ausgelastet sind, teilt sie mit.

Obwohl erst anfangs letzten Dezember gestartet, zeigt sich Hans Heini optimistisch und spricht von einer künftigen Expansion: «Wir wollen demnächst das Auslieferungsgebiet auf Kriens, Horw und Zug ausweiten.» In Zug deshalb, weil Heini dort mit Treichler Zug einen weiteren Standort hat.

Weiter Infos sind unter www.brot-post.ch

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