Kommentar

Langzeitgymnasium: Diskussion sollte ohne Scheuklappen geführt werden

Die Debatte um das Langzeitgymnasium im Kanton Luzern ist um ein Kapitel reicher.

Dominik Weingartner
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Dominik Weingartner

Dominik Weingartner

Bild: Pius Amrein 

Es sind heftige Worte, die Markus Elsener, Präsident des Verbands Luzerner Mittelschullehrerinnen und Mittelschullehrer (VLM), wählt. Von einer «Attacke» auf das Langzeitgymnasium ist da die Rede. Dahinter soll FDP-Kantonsrat Gaudenz Zemp stecken, der auch Direktor des kantonalen KMU- und Gewerbeverbands (KGL) ist. Hinter den Kulissen bereite Zemp die Abschaffung des Langzeitgymnasiums vor, schreibt der VLM-Präsident.

Diese Emotionalität tut der Debatte um die Sache nicht gut. Es gibt keinen Grund, weshalb ein Politiker und Gewerbevertreter das Schulsystem nicht in Frage stellen darf. Dass der VLM keine Freude daran hat, ist verständlich, schliesslich geht es auch um Bestandswahrung.

Der VLM verweist zu Recht auf Studien, die gezeigt haben, dass mit einer Abschaffung des Langzeitgymnasiums kein Geld gespart werden kann. Doch diese Frage steht nicht im Zentrum. Es geht darum, was der richtige Weg ins Berufsleben für die Schülerinnen und Schüler ist. Die Tatsache, dass 17 Kantone kein Langzeitgymnasium mehr kennen, zeigt, dass es durchaus Argumente für eine Abschaffung gibt. Der Entscheid vor dem Langzeitgymnasium nach der 6. Primarklasse, ob man in die Kanti und damit Richtung Studium geht, kommt sehr früh. Über solche Fragen soll diskutiert werden, und zwar ohne Scheuklappen.