DJ MAD MORRIS: Zusammenbruch am DJ-Pult – KO-Tropfen?

Er möchte gerade mit seinem Mix im Pravda beginnen. Da wird es dem Luzerner DJ Mad Morris plötzlich schlecht. So schlecht, dass er während des Auflegens in Ohnmacht fällt.

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«Get this party started!» DJ Mad Morris am Auflegen. (Bild zVg/tilllate.com)

«Get this party started!» DJ Mad Morris am Auflegen. (Bild zVg/tilllate.com)

«In Zürich hätte ich nicht Ja gesagt», sagt Maurizio Garofalo, der unter dem Namen Mad Morris bereits seit über zehn Jahren als House-DJ erfolgreich auflegt. «Aber ich hätte nie gedacht, dass so etwas auch in Luzern passieren kann, vor allem nicht im Pravda.» Drei Männer hätten ihn am Samstagabend im Club auf einem Caipiroska eingeladen und mit ihm angestossen. Als er wenig später als Special Surprise Guest mit seinem Gig begann, wurde ihm plötzlich schwarz vor Augen: Garofalo taumelt und bricht hinter den Plattentellern zusammen. «Es war wirklich schlimm», sagt der 27-Jährige. Zu allem Übel sei der Club mit 700 Gästen zu jener Zeit proppenvoll gewesen. «Es würde mich nicht wundern, wenn plötzlich ein Filmchen meines Wegtretens auf Youtube auftauchen würde.»

Blut erbrochen
Das Pravda-Team hätte sich dann um ihn gekümmert. «Ich lag zwei Stunden einfach da. Es ging mir mega mies.» Am Sonntagmorgen sei er dann zuhause aufgewacht – mit einem Filmriss. «Auch das Auto hat mir jemand heimgefahren.» Da er Blut erbrochen habe, hielt Garofalo es schliesslich für angezeigt, einen Arzt aufzusuchen. Dieser habe im Urin eine erhöhte GBL-Konzentration festgestellt – ein klarer Hinweis auf KO-Tropfen. Er sei nahe daran gewesen, einen Gig am Sonntagabend abzusagen, schlagartig sei es ihm dann aber wieder besser gegangen.

Anzeige geplant
DJ Mad Morris wird Anzeige gegen Unbekannt erstatten, wie er sagt. Leider könne er sich beim besten Willen nicht an die Gesichter der drei Unbekannten erinnern. «Möglicherweise hat es sich um eine explizit gegen mich gerichtete Attacke gehandelt», mutmasst Garofalo. «Vielleicht war Eifersucht im Spiel.» Erwischt habe es am selben Abend im Pravda auch noch eine 24-jährige Partygängerin, wie ihm zu Ohren gekommen sei. «Im Grunde war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass es nun einmal jemanden getroffen hat, den man in der Szene kennt und dass dadurch vermehrt über das Thema in den Medien berichtet wird», sagt Gerafola. Eine Sensibilisierung der Bevölkerung sei diesbezüglich nämlich dringend angebracht.

Dave Schläpfer