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Doch keine Marroni vor der Matthäuskirche in der Stadt Luzern

Schon wieder geht sie leer aus: Wegen des nicht eingereichten Baugesuchs verkauft Ursula Gabriel heuer keine Marroni in der Stadt Luzern. Nicht nur sie ist enttäuscht.
Yasmin Kunz
Ursula Gabriel an ihrem ehemaligen Standplatz an der Pilatusstrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 11. Januar 2019)

Ursula Gabriel an ihrem ehemaligen Standplatz an der Pilatusstrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 11. Januar 2019)

Auf die grosse Freude von Anfang Jahr, folgt jetzt die grosse Enttäuschung: Ursula Gabriel (64) kann den Marronistand bei der Matthäuskirche an der Hertensteinstrasse in der Stadt Luzern doch nicht betreiben.

Rückblick: Ursula Gabriel hat bei der Ausschreibung letzten Herbst den Zuschlag für den Standplatz an der Pilatusstrasse auf Höhe der Luzerner Kantonalbank nicht mehr erhalten. Dann der Hoffnungsschimmer: Ende November 2018 hat die Kirchenpflege der Reformierten Kirche der Stadt Luzern entschieden, dass Gabriel bei der Matthäuskirche ihren Stand aufstellen kann – auf Privatgrund also. Ein bis zwei Saisons sollte Ursula Gabriel, die seit mehr als 40 Jahren im Marronigeschäft tätig ist, diesen Stand noch führen können – zu den gleichen Konditionen, wie die Marronibrater an städtischen Standorten (siehe Artikel am Ende des Textes).

Späte Information über Baubewilligung

Doch nun kommt alles anders: Im Juli dieses Jahres erfährt Ursula Gabriel, dass sie eine Baubewilligung braucht für ihr Marronihaus. Die Information kommt von der Reformierten Kirche. Fakt ist: Der Grundeigentümer muss abklären, ob für eine bauliche Änderung ein Baugesuch nötig ist oder nicht.

Gabriel ist dennoch irritiert: «Das hat mich sehr erstaunt, zumal ich damals gefragt habe, ob das Aufstellen des Standes eine Bewilligung erfordere.» Sie sei «sehr enttäuscht» über das Vorgehen der Stadt Luzern. «Ich werde den Eindruck nicht los, dass sie mich einfach nicht mehr wollen oder warum sonst legen sie mir so viele Steine in den Weg?» Sie fragt denn auch, warum die Information bezüglich Bewilligung erst im Juli bei ihr eingetroffen sei und das Verfahren – so hat man es Gabriel mitgeteilt – bis zu vier Monaten dauern kann. «Die Marronisaison startet jetzt, Ende September. Die Frist ist für mich daher viel zu kurz», sagt sie und fügt an: «Das Hin- und Her gibt mir zu denken und ich habe keine Lust mehr, mich von der Stadt Luzern veräppeln zu lassen.» Daher gebe sie den Stand jetzt auf.

Auch bei der Reformierten Kirche der Stadt Luzern ist man «extrem enttäuscht», wie Sozialdiakon Heinz Kernwein sagt. «Wir bedauern, dass man Ursula Gabriel den Stand bei unserer Kirche nun doch nicht gewährt.» Sollte die Stadt Luzern ihren Entscheid revidieren, «sind wir nach wie vor bereit, Ursula Gabriel den Platz zu geben».

Höchstens einen Monat ohne Bewilligung

Doch: Die zuständige Behörde hat nichts zu revidieren. Die Behörde hält schriftlich fest: «Wer eine Baute oder Anlage erstellen, baulich oder in ihrer Nutzung ändern will, hat dafür gemäss Planungs- und Baugesetz eine Baubewilligung einzuholen.» Fahrnisbauten wie Festhütten, Zirkuszelte, Tribünen sowie Materiallager bis zu einer Dauer von höchstens einem Monat brauchen in der Regel keine Baubewilligung.

René Küenzi vom Bereich Baugesuche der Stadt Luzern kann die Enttäuschung von Ursula Gabriel und Heinz Kernwein von der Reformierten Kirche nachvollziehen, betont aber: «Um eine Baubewilligung zu erhalten, müsste so bald wie möglich das notwendige Baugesuch eingereicht werden.» Für Gabriel war indes schon im Juli klar, dass es wenig Sinn macht, das Baugesuch noch einzureichen, wenn der Prozess bis zu vier Monaten dauert. «Dann ist die Marronisaison schon nahezu vorbei.»

Ob sie es nächstes Jahr mit einer Baubewilligung versucht, lässt sie offen. Sie freut sich nun, dass sie vom 18 bis am 20. Oktober an der Krienser Chilbi ihre Marroni verkaufen kann.

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