Dokfilm über Luzerner Finanzpolitik ist auf Kurs

Jetzt sind weitere Details über «Luzern - der Film» bekannt: Die Premiere ist am 22. Januar 2019, und der Regisseur hat bereits etliche Interviews geführt – darunter mit «Sparvogt» Marcel Schwerzmann.

Niels Jost
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Auch Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) wird im Dokumentarfilm über die Luzerner Finanzpolitik vorkommen. Hier wird er von als Filmemacher verkleideten Kulturschaffenden in die Kantonsratssession begleitet. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern 4. Dezember 2017)

Auch Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) wird im Dokumentarfilm über die Luzerner Finanzpolitik vorkommen. Hier wird er von als Filmemacher verkleideten Kulturschaffenden in die Kantonsratssession begleitet. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern 4. Dezember 2017)

Kaum ein anderes Projekt hat auf der Crowdfunding-Plattform funders.ch so viele Unterstützter gefunden, wie «Luzern - der Film». 681 Personen haben im vergangenen Winter über 136 700 Franken an den Dokumentarfilm über die Luzerner Finanzpolitik gespendet – und die Realisierung damit ermöglicht.

Seither ist viel passiert. Regisseur Reinhard Manz hat bereits Dutzende Gespräche und Interviews mit Beteiligten und Betroffenen geführt, wie er am Montag am Kultur-Apéro der IG Kultur Luzern im Regierungsgebäude vor rund 50 Anwesenden sagte. Summarisch zeigte er auf, was die Zuschauer im Januar 2019 erwartet: Im zirka einstündigen Streifen werden viele Luzerner Kantonsräte von der politisch Linken bis Rechten vorkommen, aber auch Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP), Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) sowie «Sparvogt» Marcel Schwerzmann (parteilos), wie Manz ihn nannte. Es seien jene Regierungsräte, die über die grössten Budgetposten verfügen und bei deren Departemente die einschneidendsten Sparmassnahmen getroffen wurden.

Auch Luzerner Firmen kommen zu Wort

Bei den Dreharbeiten ist Manz bis zu einem Tag mit den Protagonisten mitgelaufen. Doch nicht nur Luzerner Politiker werden im Dokfilm ihre Sicht der Dinge kundtun, sondern auch national tätige Politiker, Unternehmer und Ökonomen. Sie sollen eine Sicht von aussen auf die Luzerner Finanzpolitik werfen und die grösseren Zusammenhänge sichtbar machen, etwa die Steuervorlage 17. «Von allen Angefragten haben nur Einzelne abgesagt», so Manz.

Mit dieser breiten Palette an Interviewpartnern möchte er «einen unabhängigen und objektiven» Dokumentarfilm schaffen – so, wie es der Auftrag der «Gruppe besorgter Bürgerinnen und Bürger» vorsieht, die das Projekt initiiert hat. Doch kann Manz überhaupt einen unabhängigen Film produzieren? Zwar mischen sich seine Auftraggeber, die der Luzerner Kulturszene nahestehen, nicht in die Produktion ein, doch haben sie eine klare Haltung zur kantonalen Finanzpolitik. «Als Dokumentarfilmer nehme ich eine kritische Rolle ein und richte mich an ethischen Grundsätzen», sagte Manz. Diese sehen beispielsweise vor, Personen ausreden zu lassen oder niemanden «in die Pfanne zu hauen».

Dass die Unabhängigkeit gewährt sein wird, dessen sind sich auch zwei Protagonisten sicher, die für den Film bereits vor der Kamera standen: «Reinhard Manz ist beim Interview sehr professionell vorgegangen. Ich bin gespannt über das Endergebnis», sagte Luzerns Stadtpräsident Beat Züsli am Montag am Anlass. SP-Parteikollege und Kantonsrat Jörg Meyer war gleicher Meinung: «Der Film ist sehr facettenreich. Es tut sicher gut, die Finanzpolitik mit einer Sicht von aussen zu beleuchten.»

Film kommt gratis ins Kino

Die Premiere für «Luzern - der Film» ist am 22. Januar 2019 im Kino Bourbaki in Luzern – rund zwei Monate vor den Neuwahlen des Kantons- und Regierungsrats. An fünf weiteren Terminen wird der Dokfilm auf der Landschaft gezeigt. Die Aufführungen sind jeweils kostenlos.

LUZERN: Dok-Film zur Finanzpolitik wird realisiert

Knapp eine Woche vor Ablauf des Crowdfundings für «Luzern – der Film» ist das Mindestziel von 120'000 Franken erreicht worden. Mit diesem Geld wollen die Initianten einen professionellen Dokumentarfilm über die Luzerner Finanzpolitik drehen.

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Evelyne Fischer