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Doktor Rith und sein Wassertropfen für die Kinder gewinnen diesjährigen Prix Caritas

Der kambodschanische Arzt Sovannarith Sam ist der diesjährige Preisträger des Prix Caritas. Am Freitagabend wurde er im Kultur- und Kongresszentrum Luzern für seine Arbeit mit Kindern geehrt. Eine ebenso eindrückliche wie berührende Feierstunde.
Balz Bruder
Von links: Unter den Augen von Laudator Yves Serra nimmt Prix-Caritas-Preisträger Sovannarith Sam die Glückwünsche von Caritas-Direktor Hugo Fasel entgegen. (Bild: Priska Ketterer (Luzern, 15. Juni 2018))

Von links: Unter den Augen von Laudator Yves Serra nimmt Prix-Caritas-Preisträger Sovannarith Sam die Glückwünsche von Caritas-Direktor Hugo Fasel entgegen. (Bild: Priska Ketterer (Luzern, 15. Juni 2018))

«Damnok Toek» sei nicht nur «die letzte Hoffnung für viele Kinder ohne unbeschwerte Kindheit», sagte Laudator Yves Serra, CEO und Präsident der Konzernleitung von Georg Fischer (GF), an der Preisverleihung im bis auf den letzten Platz gefüllten Luzerner Saal. Nein, «Damnok Toek» vermittle den Kindern auch eine Grundschulbildung und versuche ihnen einen Einstieg in die berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Es ist also mehr als ein «Wassertropfen», so die wörtliche Übersetzung des Stiftungsnamens, den die von Sovannarith Sam alias Doktor Rith geleitete Institution ihren jugendlichen Schützlingen bieten kann.

In der Tat führt die Stiftung in Poipet, Phnom Penh und Neak Loeung verschiedene Auffangzentren, in denen jedes Jahr rund 3500 Kinder Zuflucht finden. Es sind Kinder, die auf der Strasse leben und arbeiten, die ihre Familien als Lastenschlepper und Müllsammler über Wasser halten, Kinder, die als Bettler unterwegs sind, solche auch, die in der Prostitution landen. Und dann gibt es noch jene, die von den thailändischen Behörden als illegale Einwanderer nach Kambodscha zurückgeführt wurden. Auch ihnen gibt «Damnok Toek» seit über 20 Jahren ein Zuhause.

Das Regime der Roten Khmer am
eigenen Leib erfahren

«Durch unsere Arbeit konnten wir Tausenden von verletzlichen Kindern beistehen und sie retten», sagte der 62-jährige Doktor Rith, der das Regime der Roten Khmer am eigenen Leib erfahren hat, an der Preisverleihung. Die Erfahrung der Versklavung von Kindern, die Zwangsarbeit leisten mussten, sei für ihn denn auch einer der Gründe gewesen, für eine gemeinnützige Institution arbeiten zu wollen, die sich um verletzliche und gefährdete Kinder kümmert. Und dies bis zum heutigen Tag: «Ich lernte viel von der Stiftung, und ich tue es immer noch», meinte Sovannarith Sam. Obwohl die Arbeit mitunter schwierig sei, führe er «ein glückliches Leben zusammen mit meiner wunderbaren Frau und meinen drei liebenswerten Kindern».

Und das soll auch so bleiben. Jedenfalls ermutigte Caritas-Präsidentin Mariangela Wallimann-Bornatico Doktor Rith, «den eingeschlagenen Weg fortzusetzen». Wobei das Preisgeld von 10000 Franken nicht ad personam vergeben wird, sondern in ein konkretes Projekt fliesst. «Sie kommen von weit her, oder besser gesagt, wir leben weit weg von Ihnen», sagte die Caritas-Präsidentin an die Adresse des Preisträgers. Was sie damit auch ausdrücken wollte, war dies: «Bei aller räumlichen Distanz und kulturellen Ferne gibt es keine unterschiedlichen Welten – es gibt nur die eine.» Deshalb sei auch nur die eine und einzige Menschenwürde zu verteidigen: «Wenn sie mit Füssen getreten wird, geht uns das alle an», betonte Wallimann-Bornatico. Worte, die Caritas-Direktor Hugo Fasel mit einem Tour d’horizon über die zunehmende Notwendigkeit konkreter Hilfe für die wachsende Zahl von Menschen in Not untermauerte.

"Als ob es unsere eigenen Kinder wären"

Laudator Serra, mit Caritas über die Clean-Water-Stiftung langjährig verbunden, führte schliesslich mit einem Zitat zum ebenso bescheidenen wie gerührten Preisträger und seiner Stiftung zurück. Ihr Motto: «Wir behandeln die Kinder so, als ob sie unsere eigenen wären.»

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