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DOKUMENT: Lebenslauf Alphons Egli, von ihm selber verfasst

Am Trauergottesdienst des verstorbenen alt Bundesrats Alphons Egli wurde sein Lebenslauf vorgetragen. Diesen hat der Luzerner Politiker selber verfasst. Lesen Sie das Dokument in vollem Wortlaut
Mit Schalk in den Augen: Alphons Egli auf einer undatierten privaten Aufnahme. (Bild: PD)

Mit Schalk in den Augen: Alphons Egli auf einer undatierten privaten Aufnahme. (Bild: PD)

«Am 8. Oktober 1924 wurde ich als fünftes von sechs Kindern des Gotthard Egli und der Lea Amrhyn auf der Musegg in Luzern geboren. Mein Vater war Rechtsanwalt und später Regierungs- und Ständerat. Ich hatte das Glück, in eine harmonische, grundchristliche Familie hineingeboren zu sein. Zusammen mit meinen fünf Geschwistern, von welchen wir allerdings zwei im jungen Alter verloren, wuchs ich am Rande der Luzerner Altstadt an der Cysatstrasse auf.

Nach der Primarschule im nahen Mariahilfschulhaus wurde ich vorerst in Internate gesteckt. Nebst dem Elternhaus haben mich aber die Schulen bei den Benediktinern in Engelberg und bei den Augustiner Chorherren in St. Maurice am meisten für das Leben geprägt. Die 7. und 8. Klasse des Gymnasiums und die Matura durfte ich an der Kantonsschule in Luzern verbringen. Meine schulischen Leistungen stimmten einigermassen; disziplinarisch war ich aber unbegabt.

Meinen Beruf wählte ich nach der Eliminationsmethode: Pfarrer, Arzt, Lehrer oder Techniker wollte ich nicht werden, so dass eigentlich nur noch die Jurisprudenz übrig blieb. An den Universitäten Zürich und Bern und in Rom an der päpstlichen Universität Gregoriana war ich kein übrigeifriger Student, da ich mich im Kreise meiner Studentenverbindungen Turicia und Burgundia wohler fühlte als in den Hörsälen. Eigentlich verwunderlich, dass ich trotzdem nach relativ wenigen Semestern, wiederholt unterbrochen durch Militärdienst, in Bern das Doktorat und in Luzern das Anwaltsexamen bestand.

Vor meinem Studienabschluss fand ich aber mein Lebensglück, indem ich meine spätere Frau Heidi Mäder aus Gossau St. Gallen, kennen lernte. Die Fürstenländerin stammte wie ich aus einer kinderreichen Politikerfamilie. Auch ihr Vater war Regierungsrat und eidgenössischer Parlamentarier. Sie verlor ihn aber schon im Alter von 11 Jahren, so dass ich ihn nicht kennenlernen durfte. Diese Frau brachte alle mich fördernden Eigenschaften mit. Sie begleitete mich mit Intelligenz und bewundernswürdiger Anpassungsfähigkeit in meinen wechselnden Lebenssituationen. Meine Ehefrau schenkte mir zwei Töchter und einen Sohn und indirekt eine Schar Enkelkinder und Urenkelkinder.

Meinen Beruf liebte ich. Zur Politik kam ich eher aus Tradition als aus innerer Neigung. Aber sie wurde mein Lebensschicksal. Meinen Aufstieg über die übliche Parteileiter über Bürgerrat, Grossrat und Ständerat bis zum Bundesrat verdanke ich eher den jeweils günstigen Konstellationen. Ich gestehe: mein letztes Amt war nicht mein Traumjob. Ich fühlte mich in der lockeren Atmosphäre eines Parlaments wohler und besser in meinem Element als in der erzwungenen Dignität einer Exekutive. Diese brachte mir indessen interessante, teilweise auch aufreibende, Aufgaben und neue Freunde.

Nach meinem Rücktritt am Ende meines Bundes-Präsidialjahres 1986 kehrte ich nicht mehr meinen angestammten Beruf; aber mit meiner Frau nach Luzern zurück. Bis zum 70. Lebensjahr wirkte ich noch in wenigen, vorwiegend örtlichen kleineren und mittleren Wirtschaftsunternehmungen, in Kommissionen und gemeinnützigen Institutionen mit. Ausserdem machte ich mit meiner Frau zum Teil ausgedehnte Reisen, oblag meinen Studien und besuchte Vorlesungen an der Universität Luzern.

Mit 78 Jahren trat nochmals eine Änderung ein, indem wir von Luzern nach Muralto umzogen, wo wir beide weiterhin unsere Hobbys pflegten und, so gut es in diesen vier Jahren ging, in die Tessiner-Gesellschaft integrierten. Im Februar 2006 kehrten wir in mein Vaterhaus in Luzern zurück.


Ich darf auf ein glückliches Leben zurückblicken. Ich verdanke dies nebst meinem Schöpfer meiner Frau, aber auch meiner Familie, meinen Eltern, meinen Lehrern und meinen Freunden in Luzern, Bern und im Tessin.
Ich war nicht immer ein bequemer Zeitgenosse. Man möge mir heute verzeihen. Ich möchte nicht sanft ruhen, sondern auferstehen und leben im Herrn.»

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