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Ebnet: Ein kleines Dorf kämpft für einen sicheren Schulweg

Schulkinder aus Ebnet überqueren auf dem Weg zum Bus täglich eine Tempo-80-Strasse ohne Fussgängerstreifen. Bisher winkte der Kanton besorgten Eltern und der Gemeinde ab. Doch nun machen Hunderte von Dorfbewohner Druck.
Urs-Ueli Schorno
Bushaltestelle Schwand in Ebnet: Schulkinder überqueren täglich die Strasse ohne Fussgängerstreifen. Bild: Nadia Schärli (11. September 2018)

Bushaltestelle Schwand in Ebnet: Schulkinder überqueren täglich die Strasse ohne Fussgängerstreifen. Bild: Nadia Schärli (11. September 2018)

Mit dem Auto unterwegs auf der Kantonsstrasse K10 in Ebnet. Die aktuelle Tempo-60-Zone reicht vom Dorfausgang Entlebuch bis zur Strasseneinfahrt Wilzigen. Nach diesem Abschnitt darf beschleunigt werden – es beginnt die Tempo-80-Zone. Die Fahrt geht vorbei an unübersichtlichen Strassen- und Hofeinfahrten.

Eine dieser Strassen gehört zum Schulweg der Kinder von Familie Müller, die im Neubühl wohnt, sowie drei weiteren Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter. «Unsere Kinder müssen täglich die Tempo-80-Strasse überqueren», sagt Martina Müller. Einen Fussgängerstreifen sucht man vergebens. «Um von der Bushaltestelle nach Hause zu gelangen, gibt es aber keinen anderen Weg.»

Kanton: Fussgängerstreifen «keine Verbesserung»

Martina Müller bittet im November 2016 die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (VIF), die nach ihrer Ansicht «extrem gefährliche Querung» der Strasse zu prüfen und die Sicherheit zu verbessern – etwa durch einen Fussgängerstreifen und eine Weiterführung der Tempo-60-Limite. «Die 60er Zone müsste dazu um etwa 300 Meter bis zum Althus verlängert werden», erläutert sie.

Die erste Antwort der VIF fällt für sie ernüchternd aus. Die Dienststelle kommt zum Schluss, «dass ein Fussgängerstreifen keine Verbesserung der Verkehrssicherheit zur Folge hat». Weiter werde der Querungsbedarf von mindestens 100 Fussgängern innert fünf Stunden nicht erfüllt. Eine Überprüfung der Höchstgeschwindigkeit könne nur der Gemeinderat beantragen.

800 Unterschriften gesammelt

Besorgt um die Sicherheit ihrer Schützlinge und diejenigen der Nachbarskinder lanciert Müller eine Petition. Darin werden zuhanden des Gemeinderats die Forderungen nach einem Weiterzug der Tempo-60-Limite sowie nach einem Fussgängerstreifen erneut gestellt. Innert knapp drei Wochen werden über 800 Unterschriften gesammelt – was rund einem Viertel der Bevölkerung der Gemeinde Entlebuch entspricht. Das war am 17. Januar 2017. Daraufhin wendet sich der Gemeinderat im Februar 2017 per Brief an Baudirektor Robert Küng (FDP). Gemeindepräsidentin Vreni Schmidlin (FDP) weist auf die Petition hin und schreibt explizit: «Der Gemeinderat unterstützt diese Petition ausdrücklich». Und wie antwortet der Regierungsrat? Auf Nachfrage sagt Vreni Schmidlin: «Wir haben trotz mehrmaligem Nachhaken noch keine Antwort erhalten.»

Kanton erwägt Verschiebung der Tempo-Zonen

Auf Anfrage weist Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, darauf hin, dass die VIF «den angesprochenen Strassenabschnitt zurzeit gemäss aktuellem Bauprogramm für die Kantonsstrassen beplant». Heisst: Das aktuelle Projekt, bei dem für 10,5 Millionen Franken etwa die Rad- und Gehwege ausgebaut werden, sei auch der Grund für die bisher unbeantwortete Petition: «Der Regierungsrat wird die Petition nach seiner Projektbewilligung und dem verkehrstechnischen Gutachten beantworten können», stellt Weber in Aussicht. Derzeit würden die im Rahmen der zweiten Auflage eingegangenen Einsprachen bearbeitet.

Offenbar hat die VIF inzwischen, entgegen der ersten Antwort, durchaus Handlungsbedarf erkannt. «Wir gehen zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass sich sowohl der Übergang von der Tempo-50- zur 60er-Zone, wie auch der Übergang von 60 zu 80 Kilometern pro Stunde verschiebt», heisst es nun.

Diese Aussage ist für Martina Müller sowie Gemeindepräsidentin gleichermassen neu. «Wir gingen bisher davon aus, dass eine Verlängerung der 60er-Limite kein Thema ist», sagt Martina Müller. Vorbehalte bleiben aber: «Zum Schulstart war die Situation immer noch die selbe». Der Baustart für das Projekt ist noch ungewiss. Auch ist unklar, ob ein Fussgängerstreifen weiterhin als geeignete Massnahme in Betracht gezogen wird.

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