Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DORFKERN WEST: Gemeindehaus Ruswil: Wie geht es weiter?

Nach dem klaren Volks-Nein zum Dorfkern West fordern CVP und SP von den Beteiligten eine konstruktive Zusammenarbeit. Derweil präsentiert die SVP bereits eine mögliche Lösung.
Ernesto Piazza
Das Chrämerhus in Ruswil muss als Denkmal erhalten bleiben. (Bild: Eveline Beerkircher (Ruswil, 30. Juni 2016))

Das Chrämerhus in Ruswil muss als Denkmal erhalten bleiben. (Bild: Eveline Beerkircher (Ruswil, 30. Juni 2016))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Kein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für den Ruswiler Gemeinderat: Mit einem Nein-Stimmen-Anteil von wuchtigen 58 Prozent hatte das Volk seine Vorlage für den Bau der neuen Gemeindeverwaltung – verbunden mit der Sanierung des denkmalgeschützten Chrämerhus – abgelehnt. Gegen den 15,325-Millionen-Franken-Kredit stemmte sich vor allem die SVP. Zustimmung fand die Vorlage dagegen bei der CVP.

Als Hauptkritikpunkt führte die SVP zu hohe Kosten und eine dadurch massiv steigende Verschuldung ins Feld. Dazu kam die kontrovers diskutierte Standortfrage. Wie sehr das Geschäft bewegte, zeigt die hohe Stimmbeteiligung von 63,2 Prozent (Ausgabe vom 25. November).

Neue Räume für die Verwaltung ein «Muss»

Doch wie geht es jetzt weiter? Der Gemeinderat hat entschieden, im Januar Vertreter der Ortsparteien, des Gewerbevereins und von Los! Ruswil – das ist ein Verein ohne parteipolitische Ausrichtung – zu einem runden Tisch einzuladen.

CVP-Präsident Franzsepp Erni ist nach wie vor enttäuscht vom deutlichen Nein des Stimmvolkes. Umso mehr, da im Vorfeld der Abstimmung unbestritten war, dass die Verwaltung neue Räume braucht. Er befürwortet jedoch den Schritt des Gemeinderates. «Jetzt geht es um eine gemeinsame Auslegeordnung und um die zügige Bildung einer Projektgruppe.» Vor allem gelte es, die Standortfrage zu klären. So dass letztlich ein neues Projekt eine Mehrheit findet. Doch bis es so weit ist, dürfte es dauern. Erni sieht hier eine Zeitschiene von drei bis fünf Jahren und geht so oder so von Kosten von 10 bis 13 Millionen Franken aus. Des Weiteren hofft der CVP-Präsident, dass das Nein keinen Einfluss auf das Projekt Dorfkern Ost hat. Dieses wird von privaten Investoren finanziert. Es sollen Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten sowie ein Parkhaus entstehen.

SP-Präsident ad interim Peter Eggenschwiler spricht von «einer verpassten Chance». Und ihn stört, dass die mehrjährige Planung mit dem Volks-Nein zur Makulatur verkommt. Und diesbezüglich erst noch «ein Kredit von 455 000 Franken ohne Gegenwert verschleudert wurde». Bei der jetzigen Ausgangslage befürchtet er «längere Verzögerungen». Das sei ärgerlich, da Ruswil dringend ein neues Gemeindehaus brauche. Eggenschwiler findet: «Alle müssen aufeinander zugehen. Mit gutem Willen ist eine Lösung möglich.» Er findet es zudem verwegen, zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Forderungen zu stellen.

«Das Projekt ging in der Gesamtbilanz am Puls der Bevölkerung vorbei», sagte FDP-Präsident ad interim Alfred Estermann nach der Abstimmung gegenüber dem «Rottaler». Zum weiteren Vorgehen erklärt er: «Bis zum jetzigen Zeitpunkt fanden keine offiziellen Kontakte oder Verhandlungen zwischen Gemeinderat und der Partei statt.» Er begrüsst den Schritt der Exekutive, jetzt zu einem runden Tisch einzuladen.

Die Vorlage sei von der Bevölkerung aus diversen Gründen abgelehnt worden, resümiert SVP-Präsident Fabian Stadelmann nochmals. «Wir wollen aber weiterhin Verantwortung wahrnehmen.» Deshalb habe man das Arbeitspapier «Planung Gemeindehaus – Vorgehensweise – Arbeitsabläufe – Termin-Meilensteine» erarbeitet und dieses dem Gemeinderat eingereicht.

Für die SVP ist die gemeindeeigene Parzelle Wolfsmatt «prädestiniert für den Standort des neuen Gemeindehauses und bildet einen Mosaikstein des Zentrums Verwaltung, Schule, Sport, Kultur (VSSK)». Das Land liege bereits in der Zone für öffentliche Zwecke und sei nicht durch erhaltenswerte, schützenswerte oder dem Denkmalschutz unterstellte Bauten belastet.

Und weiter erklärt die Volkspartei, sie sei mit einer Planungs-baukommission (PBK) einverstanden. «Darin sollen die Verwaltung, die staatstragenden Parteien CVP, SVP, FDP und SP sowie zugezogene fachspezifische Mandatsvertreter Einsitz nehmen», so Stadelmann. Zudem schreibt die SVP in ihrer Medienmitteilung: «Wir erachten es als zwingend, dass während der Planungsphase zwecks Meinungsfindung eine breit abgestützte Echogruppe gebildet wird.» Ihr sollen Quartierbewohner der Wolfsmatte, Vertreter der IG Dorf, des Gewerbevereins Ruswil, von Los!Ruswil und der Kita angehören. «Diese Gruppe trifft sich periodisch unter der Leitung des Projektleiters. Er informiert und nimmt Anliegen zuhanden der PBK entgegen.»

«Wir zeigen mit unserem Papier auf, dass bei zielstrebigem Angehen die Projektplanung des neuen Gemeindehauses Ende 2018 der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden kann und in der 1. Hälfte 2021 bezugsbereit ist», sagt der Parteipräsident.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.